Booth-friendly terminology management: Glossarmanager.de

Believe it or not, only a few weeks ago I came across just another booth-friendly terminology management program (or rather it was kindly brought to my attention by a student when I talked about the subject at Heidelberg University). It has been around since 2008 and completely escaped my attention. So I am all the happier to present today yet another player on the scene of interpreter-friendly terminology management tools:

Glossarmanager by Glossarmanager GbR/Frank Brempel (Bonn, Germany)

As the name suggests, in Glossarmanager terms are organised in different glossaries, each glossary including the data fields language 1 (“Sprache 1”), language 2 (“Sprache 2”), synonym, antonym, picture and comment. The number of working languages in each glossary is limited to two (or three if you decide to use the synonyms column for a third language). Each glossary can also be subdivided into chapters (“Kapitel”).

Glossarmanager GlossarEdit

You may import and export rtf, csv and txt files, so basically anything that formerly was a text or table/spreadsheet document, and the import function is very user-friendly (it lets you insert the new data into an existing glossary and checks new entries against existing ones, or create a new glossary).

The vocab training module requires typing in and is very unforgiving, so each typo or other deviation from what is written in the database counts as a mistake. But if you are not put off by the nasty comments (“That was rubbish”, “Please concentrate!”) or the even nastier learning record, you may well use this trainer as a mental memorising tool without typing the required terms.

The search module comes as a small window which, if you want it to, always stays in the foreground. Entering search terms is intuitive and mouse-free and the results can be filtered by language pairs, glossaries and authors. Ignoring of special characters like ü, è, ß etc. and case-sensitive search can be activated. Right under the hit list, Glossarmanager provides (customisable) links to online resources for further searching.

Glossarmanager Suche

Available for Windows

Cost: Free of charge (download here and use the free licence key)

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

Operation leerer Briefkasten

Während es zum Thema Reinhaltung des elektronischen Postfachs nicht nur Spamfilter, sondern bei seriösen Newslettern auch eine (vorgeschriebene) Abmeldefunktion gibt, ist es mit der Abwehr unnötiger Papierpost deutlich komplizierter. Komischerweise höre ich auch seltener jemanden über die Flut unnötiger Papiermengen im realen Briefkasten als über die Spam-Flut jammern, obwohl das Ausfiltern und Löschen von E-Mails viel weniger Arbeit verursacht als das Entsorgen von realer Post (einschließlich Folie von Papierprospekt separieren). Ich jedenfalls finde Berge von Post auf dem Schreibtisch nach ein paar Tagen Abwesenheit lästig – weshalb ich vor einigen Monaten meine Operation “Leerer Briefkasten” gestartet habe. Nachahmern eindeutig empfohlen:

Schritt 1: Schild an den Briefkasten kleben. Wenn am Briefkasten steht “Keine Werbung einwerfen”, bekommt man keine unadressierte (!) Werbung mehr. Warum gibt es das eigentlich nicht für das E-Mail-Postfach?

Schritt 2: Weiterhin bekommt man jedoch persönlich adressierte Post. Also jeden Katalog und jedes Mailing telefonisch, per Mail oder Fax abbestellen – geht eigentlich ganz schnell und die Hotlines sind immer darauf vorbereitet. Bei den Versandhäusern meines Vorzugs habe ich statt Katalogen die Newsletter abonniert, sie fliegen per Filterregel in einen separaten Ordner, damit sie mir nicht mitten am Arbeitstag auf die Nerven gehen. Und wenn ich mal mitten am Arbeitstag in Kataloge blättern möchte, habe ich sie selbst in der Kabine dabei. Manchmal stellt man ja gerade dann fest, dass man dringend ein neues Kleid braucht.

Schritt 3: Neben den Katalogen und Mailings, von denen ich weiß, weshalb ich sie bekomme – nämlich weil ich bei dem Unternehmen Kundin bin und mir dessen Angebot auch nicht völlig unsympathisch ist – gibt es auch unaufgeforderte Post mit Angeboten von Firmen, mit denen ich noch nie etwas zu tun hatte. Wenn man genau hinsieht, enthalten solche Schreiben aber normalerweise einen Hinweis auf die Möglichkeit, der Nutzung der personenbezogenen Daten zu Werbezwecken zu widersprechen, häufig unter Verweis auf eine Adressdatenvermittlungsfirma. Dieser muss man oft tatsächlich per Post schreiben, da es häufig auf den Firmenwebseiten keine entsprechende Funktion und auch keine E-Mail-Adresse oder Faxnummer für diesen Zweck gibt. Dies ist mit Abstand der nervendste Teil der Operation “Leerer Briefkasten”. Daher kommt Schritt 4 ins Spiel:

Schritt 4: Der Eintrag in eine Robinsonliste. Für Deutschland gibt es derer zwei: Robinsonliste I.D.I. Interessenverband Deutsches Internet e.V. (http://www.robinsonliste.de/) und DDV Deutscher Dialogmarketing Verband e. V. (https://www.ichhabediewahl.de). Mittlerweile ein äußerst unkompliziertes Unterfangen … und hoffentlich mit der entsprechenden Wirkung – die sich nur dann entfaltet, wenn sich die adressverwaltenden Firmen auch daran halten, die eingetragenen Personen bei ihren Postwerbeaktionen auszusparen.

Mit und mit komme ich meinem Ziel jedenfalls deutlich näher, im Briefkasten nur noch Versicherungsunterlagen, Bußgeldbescheide und stimmungsaufhellende Geburtstags- und Weihnachtskarten vorzufinden.


Über die Autorin:
Dr. Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf und Mitglied von VKD, BDÜ NRW und AIIC. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

Why not listen to football commentary in several languages? | Fußballspiele mehrsprachig verfolgen

+++ for English, see below +++ para español, aún más abajo +++

Ich weiß nicht, wie es Euch ergeht, aber wenn ich im Fernsehen ein Fußballspiel verfolge, frage ich mich mitunter, was jetzt wohl der Kommentator der anderen Mannschaft bzw. Nationalität dazu gerade sagt. Die Idee, (alternative) Fußballkommentare über das Internet zu streamen, hat sich zumindest im deutschsprachigen Raum bislang noch nicht so recht durchgesetzt, www.marcel-ist-reif.de hat den Dienst zumindest wieder eingestellt. In Spanien ist man da mit Tiempo de Juego besser dran, und dann gibt es noch talksport.com, was ich noch nicht ausprobiert habe. Aber eine andere durchaus praktikable Alternative, um simultan neben der eigentlichen TV-Übertragung andere Kommentare aus nahezu aller Herren Länder zu hören, bietet ja das Smartphone (wer auch sonst) mit einer entsprechenden Radio-App (mein Favorit für Android ist Radio.fm). So habe ich dann kürzlich beim EM-Gruppenspiel Schweden gegen Belgien einfach über den Kopfhörer parallel zur deutschen TV-Übertragung im belgischen Radio mitgehört – und das war durchaus amüsant! Zeitweise war ich mir nicht sicher, ob der deutsche und der belgische Kommentator das gleiche Spiel sahen, aber die Hintergrundgeräusche aus dem Stadion (im Radio immer minimal verzögert) waren beruhigenderweise identisch. Also eine echte Empfehlung nicht nur für die, die sich nicht entscheiden können, zu welcher Mannschaft sie halten sollen. Und nun hoffe ich natürlich umso mehr auf ein Viertelfinale Deutschland – Spanien!

+++ English version +++

I don’t know about you, but when I watch football on TV, I often wonder what the other team’s/country’s commentator might be saying right now. If you want to listen to Spanish commentary in parallel, you are lucky, as there is Tiempo de Juego streaming football commentary via browser, Android and iOS app. There is http://talksport.com in English, which I have not tried yet. In Germany, however, the idea of streaming (alternative) football commentary over the internet has not quite made it so far (www.marcel-ist-reif.de have given up apparently), but another way of listening in to other commentaries of almost any country in the world is (guess what!) the good old smartphone, with those many radio streaming apps available. My favourite one for Android is Radio.fm, and I have just lately tuned into the Belgian radio while watching the European Championship match Sweden vs. Belgium on German TV. It was both fun and interesting, really. Sometimes I was not sure whether they were talking about the same match, but the background noise from the stadium (slightly delayed over the radio) told me they were indeed. So it is really worth a try, especially for those who cannot decide which team to support. And I’m now hoping all the more for a quarter final between Germany and Spain!

+++ versión española +++

No sé ustedes, pero yo, cuando veo un partido de fútbol en la tele, a veces me pregunto qué estará diciendo el comentarista del otro bando en ese momento. Esta idea de facilitar comentarios audio por medio de internet, casi no se usa en Alemania (en www.marcel-ist-reif.de ya dejaron de ofrecerlo). En España, ya van bastante mejor, con Tiempo de Juego se pueden escuchar los comentarios a través del navegador o usando una app (Android y iOS). En inglés existe talksport.com, todavía me falta probarlo. Pero también existe otra posibilidad muy práctica para escuchar comentarios de fútbol de casi todas partes del mundo y es (adivinen qué) el smartphone que con sus tantas apps transmite por internet un sinfín de radioemisoras del mundo entero (mi app favorita es Radio.fm). De este modo, hace poco, viendo el partido de la Eurocopa entre Suecia y Bélgica en la televisión, por medio de mi celular y los auriculares escuché en paralelo a los comentaristas de una radioemisora belga y me resultó súper divertido. A veces me surgían dudas de si realmente los comentaristas belgas y alemanes estaban viendo el mismo partido, pero el ruido del estadio era idéntico (con un pequeño desfase en la transmisión por radio), así que… todo bien. Realmente lo recomiendo, no sólo para aquellos que no saben a qué selección apoyar. ¡Y por ahora espero aún más los cuartos de final entre España y Alemania!

The Future of Interpreting & Translating – Professional Precariat or Digital Elite?

Interpreters being paid by the minute (or hour) nowadays does not seem as inconceivable as it used to be. Technically speaking, small worktime and payment units have become easier to handle, thus more probable to be applied. The question arises if working and being paid on a micro or macro level, as the two extremes, bring about any special advantages or disadvantages for interpreters/translators and their customers – a question I would like to share some thoughts with you about, paying special attention to the information and knowledge aspect.

Knowledge work

Interpreters and translators are knowledge workers constantly moving back and forth between different linguistic and technical knowledge systems. In order to do so, they rely on their own knowledge base being complemented by external information sources. This consultation of external sources is what I call “secondary knowledge work”, it is performed in order to properly perform the actual, primary knowledge work, i.e. the interpreting assignment or translation at hand. Interpreters do so mainly during preparation and, to a limited extent, on the job when doing ad hoc research and after the job while a translator’s secondary knowledge work tends to be more intermittent and less clearly distinguishable from the primary task of translating.

primary and secondary knowledge work in interpreting

Macro knowledge work

What interpreters need to know in order to interpret a certain speech goes far beyond the text itself both technically, linguistically and pragmatically. In a macro knowledge work scenario, they have indeed acquired this knowledge. Ideally (but not necessarily) they are all-round language service providers to companies and organisations – cooperating if need be with a team of freelance colleagues – taking care of anything ranging from translations (documentation, website, brochures, meeting documents, even short emails) and terminology to interpretation of meetings, sales events, negotiations and short phone calls. Micro work elements like interpreting (or making) the said phone call, answering spontaneous terminological questions or translating single sentences smoothly integrate into the macro level of long-term, relatively large-volume language service provision. There is no need for extensive secondary knowledge work in order to familiarise with the respective industry, company products, background and intentions of the persons involved and the company terminology and typical jargon, the background knowledge as a decisive production factor having been acquired (and financed) in the course of the long-term cooperation. Primary and secondary knowledge work go hand in hand. In this scenario, a company may well draw from the extensive insight the interpreter or translator has and rely on their professional judgement and advice.

Micro knowledge work

Sometimes the cost and effort of recruiting a proper specialist would by far exceed the benefit. This is the case when no context knowledge is required to fulfil the task or when quality simply does not pay off. If the customer lives off selling very cheap products and needs multilingual categorising or key word finding for tons of products just to feed the search engines, then less quality for less money is a business case. A company may give thousands of words to a dozen translators and have them translated in no time, saving time and money by not investing in the meaningful translation of a text that, after all, has a very life-expectancy.

When confidential matters are interpreted, like in medical or legal interpreting, the customer would rather see the insight gained by the interpreter disappear without traces from the interpreter’s memory, just like current assets in a factory, rather than make use of it.

Under certain circumstances context knowledge may even be a caveat when, for example, unbiased and unprejudiced views are required and, in the opinion of the customer, an informed interpreter might be prejudiced and render a pre-filtered version of what is being said on the basis of what he or she considers important or unimportant.

In all these cases, no secondary knowledge work is required, and everyone is just fine with the interpreter mentally operating within a confined space of information. However, in most interpreting settings the task becomes extremely difficult without a wider view on the technical, linguistic and pragmatic background.

Macro payment

When remuneration is based on larger units – like in the case of employees’ monthly or annual salaries – the long-term benefit provided to the company or organisation by the employee based on their experience, training, soft skills etc. positively influences the amount being paid (macro payment). The largest usual payment unit for freelance interpreters is a day and for translators an hour (if not paid by the word or line). Without an in-depth survey it is hard to tell whether the knowledge acquired in the long run by the interpreter, as well as the time required for the secondary knowledge work dedicated to a special assignment, are factored in when these fees are calculated. Conference interpreters tend to argue that their daily fees include preparation. However, when analysing the typical cost structures, this often turns out not to be true (see AIIC Blog article about this subject).

Generally speaking, the larger the work volume the smaller will be the proportion of secondary knowledge work in relation to the primary task. This is due to a certain scale effect when working on a macro level, for the effort of familiarisation/knowledge acquisition can be allocated to a larger amount of work. This may be a long and/or repeated assignment or the sum of translation plus interpreting plus any other minor linguistic support like phone calls and emails, provided that these tasks are in a way interrelated. For example,  interpreters being present at a meeting have translated the documentation beforehand or translate the minutes afterwards and also interpret the occasional phone call between the meeting participants. As they are familiar both with the subject matter and with the people involved, they will not have to prepare as much as someone unfamiliar and, more importantly, be able to compensate the loss of visual and contextual information on the phone and read (or hear) between the lines more easily.

Larger work volumes tend to be remunerated in larger payment units. Let’s say a two-day interpreting assignment will hardly be paid by the hour, whereas this might be the case for a two-hour job and a customer might tend to pay a fifty-minute job by the minute. However, if a small one-off project involving a small amount of micro working units (minutes) is not embedded in a long term, macro-type of cooperation but “informed” interpreting is still required then macro payment will be more appropriate in order to account for the secondary knowledge work required. It does not necessarily have to be in big payment units as long as the preparation effort is factored in. However, this may be easier to factor into bigger payment units.

Micro payment

In translation, payment in small units like words or lines (i.e. characters) has been common practice for a long time. In interpreting, it is becoming increasingly popular at least from the customer side what with Voice over IP and remote interpreting techniques. Crowd sourcing platforms offer a superb technical environment for assigning micro jobs and will be happy to inform crowd workers about their excessive pricing (without knowing their cost base) simply based on a comparison of prices indicated by their competitors. With smaller payment units, the focus may be reduced to mere primary knowledge work with the secondary knowledge work being lost out of sight and thus not being factored in both time-wise and financially (micropayment). This may be a sensible thing to do for the reasons mentioned above – basically if the job at hand requires low qualification. It may, however, happen accidentally – i.e. when “informed” macro knowledge work is required and the additional effort of macro knowledge work is not assigned to the small payment units. The idea of working and paying on a macro level while using small payment units may sound contradictory at first. But it works perfectly well for many translators provided they don’t calculate their fees on the basis of some words being typed away. The same goes for interpreting, which might even be charged by the minute as long as the scope of the calculation is not limited to the mere physical presence of the interpreting person. It may, however, be difficult to calculate if the amount of minutes needed is unknown beforehand. If, for example, a price per minute were to be fixed for “over the phone” interpreting, this would have to vary in the extreme according to the number of minutes bought. If the interpreter prepares three hours and charges 80 EUR/hours worked then the price per minute will have to be 240 EUR for one minute interpreted, 48 EUR/minute for five minutes interpreted (not counting the actual minutes of interpretation so far) and 5.50 EUR/minute for 60 minutes interpreted. The principle (and difficulty) of calculating volume discounts becomes quite clear here.

The role of software

Crowd sourcing and job platforms first and foremost facilitate the search for and selection of interpreters and translators for both large and small jobs. In translation business, translation memory systems (if possible cloud-based) may then help in having many different people work on one text simultaneously. On the other hand, those systems also offer positive solutions for long term cooperation with reliable data bases growing over time –a perfect support for efficient macro knowledge work with benefits for both sides. In interpreting, so far no similarly beneficial technical development can be reported, at least not to my knowledge. If there is something I have missed out on, please let me know in the comments!

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

Research topics in interpretation research | Ideen für Forschungsarbeiten in der Dolmetschwissenschaft

“Das wäre doch eine Superidee für eine Masterarbeit, oder gar ein Forschungsprojekt”, schießt es mir mitunter durch den Kopf. Aber man kann sich ja nicht um alles selbst kümmern … Und wenn ich dann Tage oder Wochen später nach einer Idee für eine Masterarbeit gefragt werde, fällt mir meist nichts ein. Deshalb werde ich fortan alle Ideen in diesem Blogbeitrag sammeln und lade Euch herzlich ein, es mir in den Kommentaren gleichzutun, und natürlich den Beitrag gerne an forschungswütige Studies weiterzuleiten. Hier also einige Fragestellungen, die ich persönlich interessant finde:

  • Notieren in der Luft: Als ich einmal in der Kabine kein Blatt Papier zur Hand hatte, habe ich, als mir der Redner seine Zahlen um die Ohren haute, diese unsichtbar in der Luft mitnotiert – das hat prima geholfen. Fragt sich also: Reicht schon die Schreibbewegung der Hand anstelle des graphischen Bildes, um die Zahl vor meinem inneren Auge zu evozieren bzw. mein Gedächtnis zu unterstützen? (Oder alles nur Einbildung?)
  • Passend dazu: Wie wichtig ist die Gestik für das Dolmetschen? Was bedeutet unterdrückte Gestik für die Dolmetschleistung? Ich finde es fast unmöglich, ohne Hände zu dolmetschen.
  • Kabinenzettel auswerten: Die Frage nach der effizientesten Konferenzvorbereitung ließe sich vielleicht auch vom Ende her betrachten. Was haben Dolmetscher im Laufe einer Sitzung notiert? In großen Konferenzen mit vielen Dolmetschern könnte man die Kabinenzettel aller Kollegen vergleichen und Gemeinsamkeiten/Unterschiede/Muster finden.
  • Sind Dolmetscher Supertasker/Multitasker? Es gibt ja Forschungsarbeiten, die darauf hinweisen, dass es echtes Multitasking nur sehr selten gibt.
  • Verlernen Dolmetscher Monotasking, so wie die so genannten Heavy Multimedia Users?

Ich bin gespannt auf weitere Vorschläge in den Kommentaren. Und übrigens schmökere ich auch gerne in spannenden Abschlussarbeiten, auch da freue ich mich über Empfehlungen!

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

“That would be a great subject to write a master’s thesis about, or to study in a research project” – this thought sometimes crosses my mind, but then I cannot take care of each and every interesting subject I come across, and don’t seem to remember any of them when being asked for an interesting subject days or weeks later. So I decided to create this blog article in order to collect all the ideas that I find interesting for all those students who would like to write their thesis about a subject they know at least one person would be interested in. I invite all of you to do the same and post your ideas or recommend this article to those in need. Here are some of my ideas:

  • Taking notes in the air: The other day I was interpreting in the booth and I happened to have a pen, but no paper at hand. When the speaker started to throw numbers at me, I simply started to scribble them invisibly in the air – and this served perfectly well as an aide-memoire. So I wonder if the mere movement of my hand, rather than a graphical image, is enough to evoke the picture of the numbers before my inner eye and help my memory? (Or was that just my imagination?)
  • Related subject – gestures: How important are gestures when interpreting? (I find it almost impossible to interpret without moving my hands) What does suppressing gestures mean for interpreting performance?
  • Evaluation of booth notes: The question about efficient conference preparation could be analysed beginning from the end: What is it that interpreters have written down during the conference day (i.e. what was it they really needed)? In big conferences with many interpreters, the notes of all of them could be compared in order to identify similarities/differences/patterns.
  • Are interpreters supertaskers/multitaskers? Recent research suggests that real multitasking hardly ever happens.
  • Do interpreters lose their monotasking skills, just like so called heavy multimedia users?

Those are some of my ideas, I will be happy to hear about yours. And by the way, I have nothing against an interesting thesis as bedtime reading, so feel free to post your recommendations.

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

Airtable.com – a great replacement for Google Sheets | tolle Alternative zu Google Sheets

+++ for English see below +++

Mit der Terminologieverwaltung meiner Träume muss man alles können: Daten teilen, auf allen Geräten nutzen und online wie offline darauf zugreifen (wie mit Interpreters’ Help/Boothmate für Mac oder auch Google Sheets), möglichst unbedenklich Firmenterminologie und Hintergrundinfos des Kunden dort speichern (wie bei Interpreters’ Help), sortieren und filtern (wie in MS Access, MS Excel, Lookup, InterpretBank, Termbase und anderen), individuelle Voreinstellungen wie Abfragen und Standardwerte festlegen (wie in MS Access) und, ganz wichtig: den Terminologiebestand so durchsuchen, dass es kaum Aufmerksamkeit kostet, also blind tippend und ohne Maus, eine inkrementelle Suche, die sich nicht darum schert, ob ich “rinon” oder “riñón” eingebe, und mir so oder so sagt, dass das Ding auf Deutsch Niere heißt, möglichst in Form einer gut lesbaren Trefferliste (wie Interplex und InterpretBank es tun).

Airtable, eine gelungene Mischung aus Tabellenkalkulation und Datenbank, kommt der Sache ziemlich nah. Es ist sehr intuitiv in der Handhabung und sieht einfach gut aus. Das Sortieren und Filtern geht sehr leicht von der Hand, man kann jedem Datensatz Bilder, Dateianhänge und Links hinzufügen und unterschiedliche Abfragen (“Views”)  von Teilbeständen der Terminologie (etwa für einen bestimmten Kunden, ein Thema, eine bestimmte Veranstaltungsart oder eine Kombination aus allem) definieren und auch Standartwerte für bestimmte Felder festlegen, damit man z. B. den Kundennamen, die Konferenzbezeichnung und das Thema nicht jedesmal neu eingeben muss. Die Detailansicht, die aufpoppt, wenn man auf eine Zeile klickt, ist auch super.  Eigene Tabellen lassen sich in Nullkommanix per Drag & Drop einfügen oder importieren. Und im Übrigen gibt es eine Menge nützlicher Tastenkombinationen.

Teamglossare (oder was auch immer) können von verschiedenen Personen über die iPad-, iPhone- oder Android-(beta)-App oder die Browseroberflächer bearbeitet werden. Allerdings können bei Zugriff über den Browser die Daten nicht offline bearbeitet und später online synchronisiert werden. Das funktioniert nur über die mobile App. Die Daten werden bei der Übermittlung und Speicherung verschlüsselt.

Nur eine Sache vermisse ich bei Airtable schmerzlich, nämlich die oben beschriebene intuitive, akzent-ignorierende Suchfunktion, die ihre Fundstücke in einer Trefferliste präsentiert, statt mich von Suchergebnis zu Suchergebnis hüpfen zu lassen. Ansonsten aber eine wahrhaft schnuckeliges Datenbankanwendung, nicht nur für Terminologie!

Airtable ist kostenlos, solange jede Tabelle nicht mehr als 1500 Zeilen umfasst. Für bis zu 5000 Zeilen bezahlt man 12 $ monatlich und für bis zu 50 000 Zeilen 24 $.

Übrigens: Eine Übersicht von am Markt verfügbaren Terminologieverwaltungsprogrammen für Dolmetscher findet sich hier.

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

My perfect terminology database must be shareable, portable and accessible both on and off line (like Interpreters’ Help/Boothmate for Mac and also Google Sheets) but at the same time trustworthy to the point that companies feel comfortable having their terminology stored there (like Interpreters’ Help), sortable and filterable (like MS Access, MS Excel, Lookup, InterpretBank, Termbase and others), customisable with pre-defined views and default values (like in MS Access) and, very importantly, searchable in a way that requires almost no attention – meaning a mouse-free, incremental search function that does not care whether I type “rinon” or “riñón” and tells me that it is kidney in English either way (like Interplex and InterpretBank do), if possible in an easy-to-read hit list.

Airtable, a mix of spreadsheet and database, seems to get very close to it. It is very intuitive to handle and, even more so, it looks just nice and friendly. It has very comfortable sorting and filtering, you can add pictures, links and files, define different views of subsets of your data (like for a specific customer, particular subject area, type of conference or a combination thereof) and set default values so that, while working at a given conference, you don’t need to type the conference name, customer and subject area time and again when entering new terms. And the detailed view of each data set popping up at one click or tap is just lovely. You can import or drag and drop your tables in no time. And Airtable has loads of useful keyboard shortcuts, by the way.

Team glossaries (or anything else) can be worked on by several people and accessed via an iPad, iPhone and Android (beta) app or the browser-based interface, although, when using the browser interface, there is no way to edit your data offline and update the online version later. This works on the mobile apps only. Data being transferred back and forth as well as stored data are encrypted.

The one thing I miss most on Airtable is an intuitive, accent-ignoring search function as described above, which displays hit lists instead of jumping from one search hit to the next. But apart from that, Airtable is just great for data management, not only in terms of “terms”.

It is free of charge as long as your tables don’t have more than 1500 lines, costs 12 $ per month for up to 5000 lines per database and 24 $ for up to 50 000 lines per database.

If you need an overview of available terminology management tools for conference interpreters, click here.

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

Dictation Software instead of Term Extraction? | Diktiersoftware als Termextraktion für Dolmetscher?

+++ for English see below +++

Als neulich mein Arzt bei unserem Beratungsgespräch munter seine Gedanken dem Computer diktierte, anstatt zu tippen, kam mir die Frage in den Sinn: “Warum mache ich das eigentlich nicht?” Es folgte eine kurze Fachsimpelei zum Thema Diktierprogramme, und kaum zu Hause, musste ich das natürlich auch gleich ausprobieren. Das High-End-Produkt Dragon Naturally Speaking, von dem mein Arzt schwärmte, wollte ich mir dann aber doch nicht gleich gönnen.  Das muss doch auch mit Windows gehen und mit dem im Notebook eingebauten Raummikrofon, dachte ich mir (haha) … Eingerichtet war auch alles in Nullkommanix (unter Windows 10 Auf Start klicken, den Menüpunkt “Erleichterte Bedienung” suchen, ” Windowsspracherkennung” auswählen) und los ging’s. Beim ersten Start durchläuft man zunächst ein kurzes Lernprogramm, das die Stimme kennenlernt.

Und dann konnte es auch schon losgehen mit dem eingebauten Diktiergerät, zunächst testhalber in Microsoft Word. Von den ersten zwei Spracheingaben war ich auch noch einigermaßen beeindruckt, aber schon bei “Desoxyribonukleinsäure” zerplatzten alle meine Träume. Hier meine ersten Diktierproben mit ein paar gängigen Ausdrücken aus dem Dolmetschalltag:

– 12345
– Automobilzulieferer
– Besserungszeremonien Kline sollte es auch viel wie Wohnen Nucleinsäuren für das (Desoxyribonukleinsäure)
– Beste Rock Siri Wohnung Klee ihnen sollte noch in Welle (Desoxyribonukleinsäure)
– Verlustvortrag
– Rechnungsabgrenzungsposten
– Vorrats Datenspeicherung
– Noch Händewellenlänge (Nockenwelle)
– Keilriemen
– Brennstoffzellen Fahrzeuge

Gar nicht schlecht. Aber so ganz das Spracherkennungswunder war das nun noch nicht. In meiner Phantasie hatte ich mich nämlich in der Dolmetschvorbereitung Texte und Präsentationen entspannt lesen und dabei alle Termini und Zusammenhänge, die ich im Nachgang recherchieren wollte, in eine hübsche Tabelle diktieren sehen.  Aber dazu musste dann wohl etwas “Richtiges” her, wahrscheinlich zunächst einmal ein gescheites Mikrofon.

Also setzte ich mich dann doch mit der allseits gepriesenen Diktiersoftware Dragon Naturally Speaking auseinander, chattete mit dem Support und prüfte alle Optionen. Für 99 EUR unterstützt die Home-Edition nur die gewählte Sprache. Die Premium-Version für 169 EUR unterstützt die gewählte Sprache und auch Englisch. Ist die gewählte Sprache Englisch, gibt es nur Englisch. Möchte ich mit Deutsch, Spanisch, Englisch und womöglich noch meiner zweiten C-Sprache Französisch arbeiten, wird es also erstens kompliziert und zweitens teuer. Also verwarf ich das ganze Thema erst einmal, bis wenige Tage später in einem völlig anderen Zusammenhang unsere liebe Kollegin Fee Engemann erwähnte, dass sie mit Dragon arbeite. Da wurde ich natürlich hellhörig und habe es mir dann doch nicht nehmen lassen, sie für mich und Euch ein bisschen nach ihrer Erfahrung mit Spracherkennungssoftware auszuhorchen:


Fee Engemann im Interview am 19. Februar 2016

Wie ist die Qualität der Spracherkennung bei Dragon Naturally Speaking?

Erstaunlich gut. Das Programm lernt die Stimme und Sprechweise kennen und man kann ihm auch neue Wörter “beibringen”, oder es liest über sein “Lerncenter” ganze Dateien aus. Man kann auch Wörter buchstabieren, wenn das System gar nichts mehr versteht.

Wozu benutzt Du Dragon?

Ich benutze es manchmal als OCR-Ersatz, wenn eine Übersetzungsvorlage nicht maschinenlesbar ist. Das hat den Vorteil, dass man gleich den Text einmal komplett gelesen hat.

In der Dolmetschvorbereitung diktiere ich meine Terminologie in eine Liste, die ich dann nachher durch die Begriffe in der anderen Sprache ergänze. Das funktioniert in Word und auch in Excel. Falls es Schwierigkeiten gibt, liegt das evtl. daran, dass sich die Kompatibilitätsmodule für ein bestimmtes Programm deaktiviert haben. Ein Besuch auf der Website des technischen Supports schafft hier Abhilfe. Für Zeilenumbrüche und viele andere Befehle gibt es entsprechende Sprachkommandos. Wenn man das Programm per Post bestellt und nicht als Download, ist sogar eine Übersicht mit den wichtigsten Befehlen dabei – so wie auch ein Headset, das für meine Zwecke völlig ausreichend ist. Die Hotline ist im Übrigen auch super.

Gibt es Nachteile?

Wenn ich einen Tag lang gedolmetscht habe, habe ich danach manchmal keine Lust mehr, mit meinem Computer auch noch zu sprechen. Dann arbeite ich auf herkömmliche Art.

Wenn man in unterschiedlichen Sprachen arbeitet, muss man für jede Sprache ein neues Profil anlegen und zwischen diesen Profilen wechseln. Je nach Sprachenvielfalt in der Kombination könnte das lästig werden.


Mein Fazit: Das hört sich alles wirklich sehr vielversprechend an. Das größte Problem für uns Dolmetscher scheint – ähnlich wie bei der Generierung von Audiodateien, also dem umgekehrten Weg – das Hin und Her zwischen den Sprachen zu sein. Wenn jemand von Euch dazu Tipps und Erfahrungen hat, freue ich mich sehr über Kommentare – vielleicht wird es ja doch noch was mit der Terminologieextraktion per Stimme!

Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

The other day, when I was talking to my GP and saw him dictate his thoughts to his computer instead of typing them in, I suddenly wondered why I was not using such a tool myself when preparing for an interpreting assignment? So I asked him about the system and, back home, went to try it myself straight away. Although what I was planning to do was not to buy the high-end dictation program Dragon Naturally Speaking I had been recommended, but instead to go for the built-in Windows speech recognition function and the equally built-in microphone of my laptop computer (bad idea) … The speech recognition module under Windows 10 was activated in no time (got to the Start menu, select “Ease of Access > Speech Recognition“) and off I went.

When the voice recognition function is first started, it takes you through a short learning routine in order to familiarise itself with your voice. After that, my Windows built-in dictation device was ready. For a start, I tried it in Microsoft Word. I found the first results rather impressive, but when it came to “Desoxyribonukleinsäure” (deoxyribonucleic acid), I was completely disillusioned. See for yourselves the results of my first voice recognition test with some of the usual expressions from the daily life of any conference interpreter:

– 12345
– Automobilzulieferer
– Besserungszeremonien Kline sollte es auch viel wie Wohnen Nucleinsäuren für das (Desoxyribonukleinsäure)
– Beste Rock Siri Wohnung Klee ihnen sollte noch in Welle (Desoxyribonukleinsäure)
– Verlustvortrag
– Rechnungsabgrenzungsposten
– Vorrats Datenspeicherung
– Noch Händewellenlänge (Nockenwelle)
– Keilriemen
– Brennstoffzellen Fahrzeuge

Not bad for a start – but not quite the miracle of voice recognition I would need in order to live this dream of dictating terminology into a list on my computer while reading documents to prepare for an interpreting assignment. Something decent was what I needed, probably a decent microphone, for a start.

So I enquired about the famous dictation software Dragon Naturally Speaking, chatted with one of the support people and checked the options. For 99 EUR, Dragon’s Home Edition only supports one language. The Premium Edition for 169 EUR supports one selected language plus English (If you choose English when buying the software, it is English-only.)  If I want German, Spanish, English and possibly also my second C-language, French, it gets both complicated and expensive. So I discarded the whole idea until, only a few days later, our dear colleague Fee Engemann happened to mention to me – in a completely different context – that she actually worked with Dragon! I was all ears and spontaneously asked her if she would like to share some of her experience with us in an interview. Luckily, she accepted!


Interview with Fee Engemann February 19th, 2016

What is the voice recognition quality of Dragon Naturally Speaking like?

Surprisingly good. The program familiarises itself with your voice and speech patterns, and you can also “teach” it new words, or let it read loads of new words from entire files. You can also spell words in case the system does not understand you at all.

What do you use Dragon for?

I use it as an OCR substitute when I get a text to translate which is not machine-readable. The big advantage is that once you have done that, you know the entire text.

When preparing for an interpreting assignment, I dictate my terminology into a list and add the equivalent terms in the other language once I have finished reading the texts. That works in MS-Word and MS-Excel. If there are problems, this may be due to the compatibility module for a certain program being deactivated. The technical support website can help in this case. There are special commands for line breaks and the like. And if you order the software on a CD (instead of simply downloading it), your parcel will not only include a list with the most important commands, but also a headset, which is absolutely sufficient for my purpose. And by the way … the hotline is great, too.

Are there any downsides?

After a whole day of interpreting, I sometimes don’t feel like talking to my computer. In this case, I simply work the traditional way.

When working with several languages, you must create one profile per language and switch between them when switching languages. This may be quite cumbersome if you work with many different languages.


My personal conclusion is that this all sounds very promising. As always, our problem as conference interpreters with these technologies (just like when creating multilingual audio files, i.e. the other way around) seems to be the constant changing back and forth between languages. If any of my readers has experience or good advice to share, I will be happy to read about it in the comments – maybe voice-based term extraction is not that far away after all!

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

 

 

 

 

 

 

 

GetSEMPER.com – Charmant-penetranter Vokabeltrainer | Persistant, though charming: your personal vocab trainer

“Aktivierung von Schlüsselterminologie”, “Memor(is)ierung” oder “Vokabelpauken” – egal, wie man es nennt: Eine gewisse Basisausrüstung an Fachterminologie muss einfach ins Hirn. Hierzu kann man sich Listen ausdrucken, Karteikarten schreiben oder eine Reihe von Apps und Programmen nutzen (Anki, Phase 6, Langenscheidt und Pons wurden mir bei einer Spontanumfrage unter Kollegen genannt, auch die InterpretBank bietet ein Lernmodul), die sich aber bei mir in der Praxis nicht durchgesetzt haben, weil ich mich damit einigermaßen vorsätzlich hinsetzen und lernen müsste … puuhhh. Da lasse ich mich schon lieber von einem sprechenden Glossar berieseln und hoffe, dass das Gehörte irgendwie hängenbleibt.

Umso wachsamer wurde ich, als in verschiedenen Zeitschriften und Blogs Semper empfohlen wurde, eine Lern-App, die ganz proaktiv und aufdringlich jedes Mal, wenn man sein Handy aktiviert,  eine Lernfrage stellt. Ganz im Sinne des Microlearning, denn kleine Lerneinheiten in wechselnden Situationen funktionieren ja sehr viel besser als stundenlanges Pauken an einem Ort. Ruckzuck hatte ich die App installiert und nach kurzem Stöbern in den verfügbaren “Packs” (virtuelle Karteikartenstapel; ich setze sie immer in Anführungsstriche, damit niemand denkt, ich rede von einer Art Gesocks) war klar: Das mach ich mal besser selbst. Dazu musste ich mich im Browser bei www.getsemper.com anmelden (wenn man ein Google-Konto hat, am besten damit) und hattte nach wenigen Klicks ein eigenes Pack erschaffen.

GetSemper CreatePack1

Und um dieses dann mit Inhalt zu füllen, wurde ich zu meinem großen Erstaunen zu einer GoogleSheets-Tabelle weitergeleitet, denn nichts anderes ist ein solches “Pack” – der PackCreator von Semper ist schlichtweg ein Add-On. Sehr praktisch, wo doch Gemeinschaftsglossare in der Cloud ohnehin gerade in Mode ist.

GetSemper PackCreator Waste EN-DE

Jedenfalls kopiert man einfach seine zu lernenden Wortliste aus jeder x-beliebigen Tabelle in die entsprechenden Spalten, klickt auf “Publish” und schon wird das “Pack” an das eigene Handy geschickt und erscheint in der Semper-App – und man findet die Datei zudem in der eigenen Google-Ablage unter “zuletzt verwendet” und kann so ziemlich einfach darauf zugreifen, wenn man etwas ändern oder die wichtigsten Termini für den nächsten Auftrag hineinpacken möchte.

So habe ich mir mal flott ein “Pack” mit meinen “Darüber-muss-ich-immer-zu-lange-nachdenken”-Termini Deutsch-Spanisch erstellt und, weil es so viel Spaß machte, gleich noch eins in Englisch-Deutsch aus der EU-Abfallstatistiknomenklatur (Verordnung 2150/2002). Und nun werde ich beharrlich bei jedem Aktivieren des Handybildschirms nach Müllsorten, Chemikalien oder Insekten in meinen verschiedenen Arbeitssprachen gefragt.

Mir persönlich gefällt dabei der Karteikartenmodus (“Flashcard”) besser als der Multiple-Choice-Modus, aber das ist sicher Geschmackssache.

GetSemper Android 2016_01_28_11.44.54

Herzallerliebst ist übrigens auch die Audioausgabe, wenn man sich die Elemente seiner Vokabelliste einzeln ansieht und dabei auf das Lautsprechersymbol klickt.

GetSemper Android Options

Man kann wählen, ob man nur beim Entsperren des Smartphone-Bildschirms (“Lockscreen”) abgefragt wird oder auch dann, wenn man bestimmte Apps öffnet (“Loadscreen”). Mein Selbstversuch dauert bislang ca. 48 Stunden an, aber schon nach 10 Minuten konnte ich sagen, dass mich die Loadscreen-Funktion zuverlässig in den Wahnsinn treiben würde. Über die Abfrage beim LockScreen freue ich mich hingegen auch nach 48 Stunden noch wie eine Schneekönigin, zumal die Handhabung sehr geschmeidig ist. Wir sprechen uns dann in einem Monat noch einmal …

PS: Sehr schöne Studie zum Thema Microlearning am Handy: Lindemann, Oliver et al.. (2013). Learning Effects of Arithmetic Problem Solving while Unlocking a Mobile Phone. Zenodo. 10.5281/zenodo.18094

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

“Activation of key terminology”, “memorising” or “vocab learning” – no matter what you call it, the fundamentals of terminology just need to be there in your brain (and not only on paper/hard disk). You can print lists or make flashcards or use one of those many apps and programs to learn your words (Anki, Phase 6, Langenscheidt and Pons was what colleagues mentioned spontaneously, InterpretBank also has a learning module), but none of these have made their way into my daily routine as an interpreter so far, basically because I couldn’t be bothered to sit down and study my vocab … I would rather listen to one of my talking glossaries and hope that the words would somehow find their way into my memory.

So I was all the more intrigued by a learning app that I read about some time ago in several magazines and blogs: Semper is a proactive and pushy little fellow who asks you impertinent vocab questions each time you unblock your smartphone screen. Real microlearning, actually: tiny memorising units dispersed over the day in changing contexts are much more effective than long learning sessions at one place. I quite liked the idea and installed Semper on my Android phone straightaway. After searching the vast amount of available “packs” (virtual  stacks or decks of flashcards), it was clear to me that I wanted my own pack, so I opened my desktop browser and logged on at www.getsemper.com (preferably do this with your Google account if you have one) and a few clicks later I had created my first pack.

GetSemper CreatePack1

In order to fill this pack with life (i.e. weird words to learn), to my great surprise I was brought to a quite familiar place: GoogleSheets. A Semper “pack” is just that: A Google sheet with an add-on called PackCreator –which comes in quite handy, with shared Google glossaries becoming rather fashionable these days.

GetSemper PackCreator Waste EN-DE

So all I had to do was copy & paste a word list from my own database into the columns, click “publish” and off it went. A few minutes or even seconds later my brand new pack arrived in the Semper app on my mobile phone. And I can also still find it in my personal GoogleDrive (under “recent”), which makes it very easy to modify and put in the latest vocab for the next job.

I enjoyed myself so much that I not only created one Spanish-German pack with all those words that always take me just a second too long to recall but also an English-German one containing the EU waste nomenclature (taken from regulation 2150/2002). And now each time I unlock the screen of my phone  I will be tested infallibly on waste categories, chemicals or weird insects in one of my working languages.

As to the testing mode, I personally prefer the “Flashcard” mode from the “Multiple Choice” one, but I suppose that’s a matter of personal preference.

GetSemper Android 2016_01_28_11.44.54

If you open your pack and look at the elements in detail, you will even find a very charming audio output feature (click on the speaker symbol).

GetSemper Android Options

You can also choose if you only wish to be tested when unlocking your screen (“Lockscreen”) or also when you open certain apps (“Loadscreen”). My self-experiment has been on for about 48 hours now, and although it only took me 10 minutes to find out that the loadscreen function would drive me completely insane, I am still delighted to answer Semper’s questions each time I unlock my phone. We’ll speak again in a month …

PS: Worth reading: Lindemann, Oliver et al.. (2013). Learning Effects of Arithmetic Problem Solving while Unlocking a Mobile Phone. Zenodo. 10.5281/zenodo.18094

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

 

Für die guten Vorsätze: Webinare 2016 | For your New Year’s resolutions: Webinars in 2016

+++ These webinars are all in German. If you’d like something similar in Spanish or English, just let me know! +++

WEBINAR KURZÜBERBLICK TERMINOLOGIE

Für diejenigen, die sich in 90 Minuten einen Überblick über die Softwarelandschaft rund ums Terminologiemanagement für Konferenzdolmetscher verschaffen wollen, gibt es auch dieses Jahr wieder ein Webinar zusammen mit dem BDÜ am Mittwoch, 06.04.2016, 18:00 bis 19:30 Uhr.

Preis einschließlich MWSt. 59 € für Nicht-BDÜ-Mitglieder, 43 € für Mitglieder

Mehr Infos und Anmeldung unter: http://seminare.bdue.de/2985


VIERTEILIGE WEBINARREIHE WISSENSMANAGEMENT

Für diejenigen, die sich eingehender mit der Thematik Wissensmanagement beim Dolmetschen beschäftigen möchten, biete ich Anfang des Jahres in Zusammenarbeit mit der AIIC eine vierteilige Webinar-Reihe an.

INHALT:
– Konzeptionelle Grundlagen: Information vs. Wissen/Wissensarbeit/Wissensmanagement
– Terminologie als Teil des Wissensmanagements
– Welche Arbeitsweise bzw. welches Programm passt am besten zu mir?

TERMINE:
4 aufeinander aufbauende Blöcke à 60-90 Minuten, je 19:00-20:30 Uhr
Montag 18. Januar 2016
Dienstag 9. Februar 2016
Donnerstag 25. Februar 2016
Mittwoch 9. März 2016
Wer zu einem Termin nicht kann, hat die Möglichkeit, sich bis zu einer Woche später die Aufzeichnung anzusehen.

Preis pro Person: 120 EUR zzgl. MWSt.
Anmeldung hierfür und Fragen bitte direkt an ruetten@sprachmanagement.net

In the booth or in the hen house – experts all around | Dolmetschkabine oder Hühnerstall – Expertentum, wohin man schaut | Entre expertos: ya sea en el gallinero o en la cabina de interpretación

Huhn

+++ for English see below +++ para español, aun más abajo +++

Wie inspirierend der Bau eines Hühnerhäuschens sein kann, erschließt sich eventuell nicht auf den ersten Blick. Wer im Laufe der letzten Monate die Kabine mit mir teilen und meine Hühnerfotos bewundern musste, fragt sich aber vielleicht schon seit Längerem, wann die Hennen denn nun Eingang in diesen Blog finden. Nun denn:

In den vergangenen Herbstferien haben mein Vater, mein Sohn, meine Tochter und ich uns anderthalb Tage mit dem Bau eines Hühnerhauses vertrieben. Mein Vater kommt aus der Saunabau-Branche und verfügt über einen exzessiv gut ausgestatteten Werkraum und es war ein außerordentliches Vergnügen, gemeinsam zu werkeln. Im Nachgang betrachtet fällt mir dabei auf, dass es mir durchaus schön häufiger Freude bereitet hat, Experten bei ihrem Tun auf die Finger zu schauen – ein angenehmer Nebeneffekt der extremen (zunehmenden) Fachlichkeit der meisten Dolmetscheinsätze. Dabei ist mir einerlei, ob ich einem Programmierer, einem Hufschmied, einem Schlachthausinspekteur, einem Patentanwalt oder einem Statistiker zuschauen oder zumindest zuhören darf. Bestimmte Verhaltensmuster scheinen vielen Experten gemein, die ich sowohl bei dem hühnerstallbauenden Saunafachmann als auch bei Konferenzdolmetschern wiederzufinden meine:

  • Wir machen keine halben Sachen. Nicht am Material sparen – kein billiges Sperrholz, sondern ordentliche OSB-Platten. Nicht schnell, schnell, sondern durchdacht. Wir sind immer gut vorbereitet. (Wir mögen weder schlechten Ton noch schlecht sitzende Kopfhörer und noch viel weniger schlechte Informationsversorgung im Vorfeld einer Veranstaltung.)
  • Wir kaufen nicht das hübsche 300-EUR-Hühnerhaus bei Amazon von der Stange, sondern wir wägen ab, was in diesem Garten und an diesem Haus individuell am besten funktioniert (in diesem Fall eine Kernbohrung in die Garage und das Hühnerhaus von innen dagegengesetzt). (Wir dolmetschen das, was der Redner gerade in diesem Moment meint, und nicht mit dem Wörterbuch. Wir finden für jede noch so abwegige Situation einen passenden Dolmetschmodus.)
  • Wir besitzen so viel Vorstellungsvermögen, dass wir – zunächst auf dem Papier – von null an das perfekte Häuschen konzipieren, das dann aus einem Haufen vom Baumarkt zugeschnittener Holzplatten zusammengebaut wird. (Wir wissen genau, ob simultan oder konsekutiv besser funktioniert und wie wir ein Team für genau diesen Kunden richtig zusammenstellen. Ebenso wie wir die Rede mit dem Redner mitdenken und dem anderssprachigen Zuhörer eine Version davon präsentieren, die für ihn funktioniert.)
  • Wenn wir auch noch nie im Leben einen Hühnerstall gebaut haben, so arbeiten wir uns ein und übertragen unser Wissen und unsere Fertigkeiten auf diesen neuen Anwendungsfall. (Wie an fast jedem normalen Arbeitstag eines Konferenzdolmetschers).
  • Wir haben einen Blick dafür, was geht; auch, weil wir das richtige Werkzeug sowohl kennen als auch besitzen (oder jemanden kennen, der es uns leihen kann). (Flüstern für eine zwölfköpfige Delegation sicher nicht. Wir verstehen es, große Dokumentenmengen zu bändigen, und wissen, wer gute Simultantechnik liefert.)
  • Wir können Prioritäten setzen: Welche schiefe Schraube muss noch einmal herausgedreht werden, weil sonst alles instabil wird, was kann man getrost schief stecken lassen? (Welchen Dolmetschfehler muss ich korrigieren, damit kein dramatisches Missverständnis entsteht, was kann ich stehen lassen?)
  • Spontan auftretende Schwierigkeiten halten uns nicht auf. Ein Fehler im Zuschnitt wird entweder durch Umplanung beantwortet oder die tragbare Kreissäge, die für den Fall der Fälle schon bereitsteht (wir sind immer gut vorbereitet), kommt zum Einsatz. Zu lange, auf der anderen Seite herausstehende Schrauben bedeuten nicht zwingend, dass man noch einmal zum Baumarkt fährt, sondern dass man sie kurzerhand abflext. (Fällt die Simultantechnik aus, gehen wir in den Raum und dolmetschen konsekutiv oder flüstern. Liegt das Vorbereitungsmaterial über die technischen Finessen eines Fertigungsarbeitsplatzes in Zeiten von Industrie 4.0 nicht vor, schöpfen wir aus unserem Vorwissen und machen mit Hilfe des Kabinenpartners, der uns mit Spontanrecherche und Mitschrift unterstützt, trotzdem etwas daraus.)

Theoretisch hätte ich bei dieser Baumaßnahme jeden einzelnen Handgriff auch selbst tätigen können, aber letztendlich ist doch auch ein Hühnerhaus mehr als die Summe seiner Teile. Wahrscheinlich hätte ich am falschen Ende angefangen, die falschen Bohrer verwendet und mir auch nicht die Mühe gemacht, die Sitzstange abzuhobeln, damit die Hühner keine Splitter in die weichen Fußballen bekommen.

Die richtigen Fragen stellen und der Blick fürs Ganze, das können auch Experten von Experten lernen. Also seid Experten und erfreut Euch an ebensolchen, wo Ihr nur könnt!

PS: Sehr interessant: In diesem schönen Artikel über Expertentum aus Experten-(Psychologen-)Sicht von Tad Waddington findet sich Einiges aus der Dolmetscher-Hühnerhaus-Analogie wieder.

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

I had no idea how inspiring it could be to build your own chicken coop. But those who have shared a booth with me lately and were obliged to admire my chicken photos may have been wondering for some time when those lovely hens will finally make their way into this blog. Now, then:

During the last autumn break my father, my son, my daughter and myself spent a day and a half designing and building a splendid new hen house. My father has a track record in the sauna-building industry and, besides, owns an excessively well-equipped little basement workshop, which made it an utmost pleasure to work together. Only later did I realise that I had experienced this fascination before when watching experts at work, i.e. people who really seem to know what they are doing. This phenomenon called expert, or expertise, is something we come across very often as interpreters (and increasingly so as interpreters tend to be recruited more often when very specific subjects are being discussed). And to me it is all the same whether I can watch or listen to a coder, farrier, slaughterhouse inspector, patent lawyer or statistician. It seems to me that most experts act alike, in a certain way, no matter if they build wooden boxes or, say, act as conference interpreters:

  • We don’t do things by halves. No cheap stuff – better go for the robust OSB panels and not the inexpensive chipboard. No hurry, think everything through properly. We always come well prepared, after all. (We don’t like bad sound, neither are we very fond of badly fitting headphones and even less of bad information supply before a conference.)
  • We do not buy the ready-made fancy little 300 € coop on Amazon. We rather ponder the pros and cons of what might best be suited for this particular house and garden and find and individual solution (in this case, drilling a big hole into the outer wall of the garage and putting the coop up against this wall from the inside). (We translate the message the speaker wants to convey in this particular situation and do not mechanically put together words like a dictionary on legs. We find a suitable mode of interpretation for any weird situation.)
  • We use our imagination in order to create the perfect solution – on paper first – which we then put together from a pile of custom cut-to-size wood panels from the DIY store. (We know exactly when sim or consec work better and we will find exactly the right people for a team to suit the needs of this special customer. Just like we think the speech alongside with the speaker and then present another version of it to the audience in the other language which will work for them).
  • We may well never have built a hen house in our lives, but we are smart enough to familiarise ourselves with the subject and transfer our knowledge and our skills to this new task. (The usual stuff on any day in the life of a conference interpreter).
  • We can tell what’s possible and what’s not; also because we know and possess the right tools (or know who to borrow them from). (Whispered interpretation for a delegation of twelve? Surely not. We know how to handle huge amounts of documents and where to rent the best conference equipment.)
  • We know our priorities: Which one of the badly placed screws can just stay where it is and when is it a good idea to take it out again and screw it in properly in order to prevent the whole thing from falling apart? (Which error do I need to correct when interpreting because there will be a terrible misunderstanding otherwise, which one will most probably pass unnoticed?)
  • Unexpected difficulties won’t stop us. One of the panels cut to the wrong dimensions means we just rearrange our construction or use the portable circular saw we have already brought, just in case (We always come well prepared, after all). If the screws turn out to be too long and stick out on the other side of the wall, we don’t necessarily go back to the DIY store to get some shorter ones. We may as well cut them off using this very handy little angle grinder we happen to possess. (If the booth sound system fails, we will get out of our booths and do consecutive or whispered interpretation if ever possible. Have we not received any information about the technical details of a modern shop floor setting in times of industry 4.0 then we will still be able to make something of it on the basis of our experience and the help of our colleague who will be doing emergency internet research and/or emergency scribbling.)

Theoretically, I would have been able to carry out every single task on my own. But I have learnt that a chicken coop is more than the sum of its parts. I would most probably have started at the wrong end, used the wrong drills and wouldn’t have bothered smooth-planing the perch so that the chickens don’t get splinters in the soft little balls they have under their feet.

Asking the right questions and seeing the big picture, that’s what experts can learn from experts. So: Be an expert, watch out for those around you and enjoy!

PD: Very interesting: Many an aspect of this henhouse-interpreter analogy can also be found in this very nice article about expertise from the expert‘s/psychologist‘s view by Tad Waddington.

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

+++ Versión española +++

No tenía ni idea de lo inspiradora que puede ser la construcción de un gallinero. A los que han estado en cabina conmigo últimamente ya les tocó admirar las fotos de mis gallinas como si fueran mis bebés, ya se habrán preguntado cuánto tardarían en aparecer en mi blog. Pues ahora sí:

En las últimas vacaciones de otoño mi papá, mi hijo, mi hija y yo nos pasamos día y medio construyendo un gallinero. Mi padre se ha ganado la vida en la construcción de saunas, y además dispone de un taller exageradamente bien equipado, y realmente disfrutamos un montón de estar ahí todos juntos haciendo bricolaje. En retrospectiva, me quedó aun más claro por qué: Es que me encanta observar a un experto (o experta, claro) en su trabajo, y lo hago bastante seguido – un efecto secundario muy grato de lo (cada vez más) técnico que resultan muchos trabajos de interpretación. Y me da igual si se trata de un herrador, programador, inspector de matadero, abogado de patentes o estadísticos, mientras me dejen observar o escucharlos. Y mi impresión es que los expertos tienen, o mejor dicho tenemos, ciertas pautas de comportamiento en común, ya sea que se trate de ingenieros de gallineros o de intérpretes de conferencias:

  • No nos conformamos con las cosas hechas a medias. Tampoco usamos material barato – nada de tableros aglomerados de baja calidad, mejor los tableros OSB de virutas orientadas. Y no lo hacemos todo rápido, sino con calma y bien pensado. Siempre llegamos bien preparados. (A nosotros no nos gusta ni el mal sonido, ni los auriculares mal ajustados, ni mucho menos la falta de información para preparar una conferencia.)
  • Tampoco compramos el gallinero prefabricado en Amazon por 300 EUR, sino que sopesamos las ventajas y los inconvenientes de las diferentes opciones para encontrar la solución perfecta para esta casa y este jardín en particular. En este caso, consistía en perforar la pared del garaje y montar el gallinero contra la pared desde el lado interior. (Interpretamos lo que el orador quiere decir en esta situación y no nos limitamos a ser diccionarios vivientes. En situaciones absurdas encontramos la manera de hacer posible la interpretación.)
  • Tenemos la imaginación suficiente como para diseñar – primero sobre el papel – el gallinero perfecto, para luego armarlo del montón de tablas cortadas a la medida, que nos facilitaron en el negocio de materiales para la construcción. (Sabemos decir exactamente en qué situación va a funcionar la interpretación simultánea o consecutiva y qué equipo de colegas conviene enviar a qué cliente. Acompañamos al orador en sus pensamientos y creamos para el auditorio del otro idioma un discurso adecuado que funcione para ellos en ese )
  • Aunque nunca jamás en la vida hayamos construido un gallinero, nos familiarizamos con el tema y aplicamos nuestros conocimientos y nuestras aptitudes a ese nuevo caso (Lo normal en la vida de un intérprete de conferencias).
  • Tenemos buen juicio para saber lo que es posible y lo que no; porque conocemos también las herramientas adecuadas y disponemos de ellas (o por lo menos sabemos a quién pedirlas prestadas). (Susurrar para una delegación de doce personas – seguro que no; sabemos manejar grandes cantidades de documentos y en dónde conseguir el mejor equipamiento técnico.)
  • Sabemos fijar prioridades. Un tornillo mal colocado: ¿Mejor lo vuelvo a quitar y lo pongo bien?, porque si no, todo se puede venir abajo; o bien ¿puedo dejarlo tal cual y nadie se va a enterar? (¿Cuáles son los errores de interpretación que hay que corregir para evitar malentendios dramáticos? ¿Y cuáles son los que van a pasar desapercibidos?)
  • Las dificultades imprevistas no nos pueden detener. Una tabla mal cortada – pues nos reorganizamos un poquito, o usamos la sierra circular que, por si acaso, ya habíamos traído (porque siempre llegamos bien preparados). Si los tornillos son demasiado largos y salen por el otro lado de la pared, eso no significa que debamos volver a la tienda para comprar otros; más bien los cortamos con la amoladora angular. (Si falla el sistema de sonido, salimos de las cabinas e interpretamos de modo consecutivo o susurramos, según permitan las circunstancias. Si no disponemos de la documentación sobre, digamos, los puestos de trabajo ultra conectados en las factorías de la industria 4.0, igual nos organizamos, aprovechando nuestros conocimientos previos y el apoyo del colega que nos apunta cosas y busca términos en internet.)

En teoría, habría sido capaz de hacer cada una de las maniobras yo solita, pero al final, inclusive un gallinero es más que la suma de sus partes. Probablemente habría empezado por el extremo equivocado, habría usado el taladro equivocado y tampoco se me habría ocurrido alisar la percha para que las gallinas no se astillaran las delicadas plantas de sus patitas.

Hacer las preguntas acertadas y siempre contemplar el sistema en su conjunto – eso es algo que los expertos podemos aprender de otros expertos. Entonces: ¡Seamos expertos y disfrutemos de aquellos con los que nos podamos topar!

PD: Muy interesante: En este artículo maravilloso sobre la pericia – desde el punto de vista de un experto/psicólogo – de Tad Waddington se pueden encontrar algunos aspectos de la analogía gallinero-interpretación https://www.psychologytoday.com/blog/smarts/200901/defined-expertise-its-not-how-smart-you-are-how-much-you-know-matters von Tad Waddington.

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La autora:
Anja Rütten es intérprete de conferencias autónoma para alemán (A), español (B), inglés y francés (C), domiciliada en Düsseldorf/Alemania. Se dedica al tema de la gestión de los conocimientos desde mediados de los años 1990.