Was kostet Remote-Dolmetschen und warum?

Wann ist es sinnvoll, mit Dolmetschern vor Ort zu tagen, und wann ist Dolmetschen über das Internet sinnvoll? Nach unserem Web-Meeting der AIIC Deutschland am vergangenen Freitag (22. Mai 2020) mit dem herzerfrischenden Titel “TACHELES – RSI auf dem deutschen Markt” teile ich hier gerne mit Euch meine in eine rechnende Tabelle gegossenen Überlegungen zum Thema:

Preisvergleich Remotedolmetschen und Präsenzdolmetschen

Ergänzund zu den finanziellen Überlegungen findet Ihr hier die technischen Empfehlungen der AIIC zum Ferndolmetschen.

Über Fragen und Anregungen freue ich mich natürlich!


Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

 

Videos on fee calculation for conference interpreters | Videos sobre como calcular honorarios para intérpretes de conferencias

My tutorials on how to use the Time&money calculator, an Excel spreadsheet developed by AIIC Germany’s former profitability working group, finally have English and Spanish subtitles! Comments and questions welcome 🙂


Video on calculating working hours and fees for conference interpreters | Video sobre como calcular horas de trabajo y honorarios para intérpretes de conferencias (11 min):


Video on how to calculate interpreting projects | Video sobre el cálculo de proyectos de interpretación (6 min):


About the author

Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

Honorarkalkulator für Dolmetscher – Excel-Datei und Video Tutorials aus #aiicDfD2018

Grundhonorare, Projekthonorare, Vorbereitungshonorare – nicht immer funktionieren Tagessätze” – laut Inés de Chavarría (der ein megagroßes Dankeschön für die Orga gebührt!) eine zentrale Erkenntnis aus den Diskussionen des AIIC-Workshops Dolmetscher für Dolmetscher 2018 in Stuttgart.  In diesem Sinne nun also ran ans Kalkulieren!
Hier zum Ansehen in Google Sheets oder zum Herunterladen im Excel-Format der Kalkulator Zeit&Geld Dolmetscher.
Das Video STUNDEN UND HONORARE (11 Min):

Das Video PROJEKTKALKULATION 6 Min:

Das kleine Einmaleins (eigentlich eher Plus und Minus) für Dolmetscher in Kurzform findet Ihr noch einmal in diesem Beitrag.
Rückmeldung und Fragen gerne über die Kommentarfunktion oder auf Twitter!
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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

Nicht für Geld – kleines Einmaleins für Dolmetscher

Zur Einstimmung auf den bevorstehenden Dolmetscher-für-Dolmetscher-Workshop, wo es unter anderem um betriebswirtschaftliche Themen gehen wird, möchte ich heute ein paar Gedanken zu einem meiner Lieblingsthemen, dem lieben Geld, mit Euch teilen. Denn den schönsten Beruf der Welt macht man zwar nicht nur des Geldes wegen, aber ohne wäre irgendwie auch schlecht. Und wenn Dolmetscher auch alles wissen – was das Leben (und das Arbeiten) kostet, wird mitunter vergessen. Als kleine Denkhilfe also im Folgenden ein paar finanzielle Faustregeln (inspiriert durch die jahrelange Arbeit mit den “Rentabilitätern” von AIIC Deutschland):

Regel 1: Die Untergrenze – Kosten kennen.

Wieviel Geld brauchen wir im Jahr? Grob gesprochen und ganz ungefähr

– 10.000 EUR für Altersvorsorge
– 10.000 EUR für Versicherung
– 20.000 EUR für Betriebsausgaben (Auto, Büro, IT, Fortbildungen, Verbandsbeiträge, Steuerberater, Werbung)
– 5000 EUR als Rücklage für schlechte Zeiten („Arbeitslosenversicherung“)
– 5000 EUR zum Vermögensaufbau
– 30.000 EUR „zum Leben“ einschl. Urlaub (die privaten Konsumausgaben in Deutschland lagen 2016 bei 19.000 EUR für 1 Person, 34.000 EUR für 2, 40.000 EUR für 3, 45.000 EUR für 4, 51.000 EUR für 5)
– 20.000 EUR Steuern

In Summe: 100.000 EUR Umsatz

Regel 2: Nicht die Zeit vergessen.

Bei einer 40-Stunden-Woche mit fünf Wochen Urlaub (oder Auslastungsschwankungen) und zwei Wochen Krankheit arbeitet man 1800 Stunden pro Jahr, davon etwa 600 Stunden, die nicht direkt zu einem Auftrag gehören (Verwaltung, Werbung, Netzwerken, Fortbildung). Es bleiben also rund
1200 Stunden zum Geldverdienen (sprich Dolmetschen plus Vorbereitung, Reisezeit, Warten und Bereitstehen), das macht 83,33 EUR pro produktiv gearbeiteter Stunde.

Abweichungen in beide Richtungen gibt es natürlich je nach Lebenssituation (Single vs. vierköpfige Familie) und Kostenstruktur, aber möchte man ein einigermaßen allgemeingültiges Honorar zugrunde legen, sind 85 EUR/produktiv gearbeiteter Stunde gewiss ein Wert, mit dem man bei einer überschlägigen Projektkalkulation einigermaßen verlässlich operieren kann. Ein Dolmetscheinsatz zu 850 EUR ist also rentabel, solange er einschließlich Beratung und Planung, Vorbereitung, Abwicklung und Reisezeit nicht mehr als zehn Stunden „kostet“.

Regel 3: Mehrwert kennen.

Andersherum betrachtet lässt sich das Honorar natürlich auch über den Mehrwert beziffern:
– Dieselbe Schulung kann für mehr Personen angeboten werden.
– Eine Konferenz ist für einen um ein Vielfaches größeren Teilnehmerkreis interessant.
– Kooperationen laufen glatter.
– Partner verhandeln auf Augenhöhe.
– Verzögerungen in Projektstarts werden vermieden.
– Ausländische Kunden fühlen sich besser aufgehoben,
– Mitarbeiter weltweit einem Mutterkonzern stärker verbunden.
– Neue Konzerngesellschaften werden reibungsloser eingebunden.

Kurz gesagt: Mit den drei Faktoren Kosten – Zeit – Mehrwert im Hinterkopf kann bei der Dolmetschprojektkalkulation eigentlich nichts mehr schief gehen!

Zum Nachlesen empfehle ich den Artikel der Rentabilitäts-AG von AIIC Deutschland und natürlich nach wie vor Julia Böhms legendärer Artikel Wer wird Millionär, der auch 13 Jahre nach seiner Veröffentlichung im MDÜ nicht an Relevanz eingebüßt hat.

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.