Shared glossaries in Google Docs – How to make them work for everyone | Team-Glossare in Google Docs – So wird’s was

 

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Team-Glossare in Google Docs – So wird’s was

Als unsere liebe Kollegin Leonie Wagener 2012 im Rahmen ihrer Masterarbeit eine Erhebung zur vorbereitende Terminologiearbeit unter Konferenzdolmetschern durchführte, gaben 93 % an, zumindest in der Kabine nie ihre Terminologie in Google Docs zu bearbeiten. Mittlerweile ist die gemeinsame Vorbereitung eines Einsatzes in einem gemeinsamen Online-Glossar schon beinahe State of the Art. Die Vorteile liegen auf der Hand:

Man spart Zeit, vor allem, wenn zunächst einmal alle ihre Termini ohne Entsprechungen eingeben und man die anderssprachigen Lücken in Teamarbeit ausfüllt, sprich jeder füllt zunächst die Lücken (der anderen), die er in seinem Wissensbestand ohnehin abrufbar hat. Fehler werden vermieden (Vier-Augen-Prinzip). Das gesamte Team hat den gleichen Wissensstand, alle sprechen „die gleiche Sprache“ und wissen auch um eventuell noch offene Fragen, die mit dem Kunden/Teilnehmern der Veranstaltung noch zu klären sind. (hierzu auch Leonies Beitrag im AIIC Blog).

Hinzu kommt bei sehr dichten Fachkonferenzen, dass man sich die Vorträge häufig aufteilt. In einem gemeinsamen Glossar hat dabei dennoch jeder Zugriff auf die Terminologie zu den jeweils anderen Vorträgen und kann darauf zumindest einmal einen Blick werfen und zur Not auch einspringen.

Abgesehen davon ist es einfach unterhaltsam und motivierend, sich „im Glossar zu treffen“ und live zu sehen, dass die Kollegen gerade auch dort herumhüpfen das Glossar wie von Geisterhand wächst. Und wie wir ja wissen, gibt es kaum etwas Besseres für eine tiefe Verarbeitung von Wissen als das Besprechen – hier vielleich eher „bechatten“.

Trotz dieser Litanei an Vorteilen begegnen aber viele Kollegen immer noch verhalten, wenn es darum geht, sich auf ein gemeinsames Online-Megaglossar einzulassen, und zwar teilweise zu recht. Oft ist es nur Gewohnheits- oder Geschmackssache, aber einige konkretere Vorbehalte habe ich im Folgenden zusammengestellt und versucht zu beantworten.

Kann ich vertrauliche Kundendaten der Cloud bzw. Google anvertrauen?

Zunächst einmal ist das Speichern bei Google (vorausgesetzt, man stellt die Daten nicht öffentlich) an sich nicht unsicherer als der Versand per E-Mail – bis auf die Tatsache, dass Google theoretisch „mitliest“. Grundsätzlich empfiehlt sich, Dateien nicht unbedingt nach dem Muster „XY AG – Vorstellung des neuen Glasreinigerpatents am 1.8.2015“, sondern eher „Reiniger“zu nennen und vor allem im Zweifel den Kunden vorher zu fragen. Eine weitere Lösung ist das Verwenden einer Verschlüsselungssoftware wie https://www.boxcryptor.com.

Mir ist so ein Riesenglossar viel zu unübersichtlich, ich weiß überhaupt nicht, was wo steht.

Wie in einer normalen Terminologiedatenbank auch, steht und fällt der Wert eines Gemeinschaftsglossars auch mit der Aussagekraft seiner „Tags“, also Kategorisierungen.

Gibt es mehrere Parallel-Teams, Konferenztage, Redner oder Themenbereiche, so empfiehlt es sich, dafür jeweils eine eigene Spalte zur Kennzeichnung anzulegen. Auch eine Kombination der Kriterien ist möglich, etwa Konferenztag und Redner in einer Spalte nach dem Muster „Mo – Schmidt, Mo – Müller, Di – Meier“. Der Mehraufwand ist nicht der Rede wert: Einmal getippt, kann man die entsprechende Kennung in die nächsten Zeilen einfach mit der Maus herunterziehen/-kopieren. So hat man dann gleich die nächsten Zeilen für die eigenen Einträge „reserviert“ und die Kollegen räumen ihre Einträge erst darunter ein. Wenn man Filter und Kategorien geschickt einsetzt, kann jeder Nutzer sich mühelos seine eigene persönliche Teilansicht des großen Teamglossars erstellen – hier findet Ihr auch ein zweiminütiges Erklär-VIDEO.

Es hat doch jeder seine eigenen wichtigen Termini. Kollegen schreiben oft Dinge ins Glossar, die mich gar nicht interessieren, und umgekehrt schreibe ich mir vielleicht Sachen auf, die andere lächerlich finden, aus Sorge, sie im Eifer des Dolmetschgefechts nicht abrufbar zu haben.

Hier bietet es sich an, jedem Teilnehmer eine „private“ Spalte zuzuweisen, in der er das markieren kann, was für ihn persönlich relevant ist oder zum Beispiel auf eine Kurzliste gehört. Die kann man sich dann für den eigenen Bedarf herausfiltern und womöglich sogar ausdrucken. Ganz abgesehen davon ist es hochinteressant zu sehen, wie fast schon lachhaft ähnlich sich die Aufzeichnungen unterschiedlicher Kollegen doch oft sind.

Wenn ich während des Arbeitens z.B. die Sprachen ausblende, die ich nicht brauche, oder nach einem bestimmten Redner filtere, können andere auf die ausgeblendeten Informationen nicht zugreifen. Wenn ich z. B. nach der Spalte „Deutsch“ sortiere, um nach Doubletten zu suchen, wird die ganze Reihenfolge durcheinandergeschmissen und jemand, der eigentlich gerade die Termini zu einem bestimmten Votrag eingeben wollte, ist völlig verwirrt.

Wenn wirklich viele Leute gleichzeitig in einem Glossar arbeiten, kann es praktisch sein, für die eigene Dateingabe oder für spezielle Sortierungen/Filterungen ein separates Datenblatt zu nutzen. Wenn die Tabellenstruktur identisch ist, kann man dort in Ruhe seine eigenen Einträge anlegen und diese dann nachher in das Gemeinschaftsglossar hineinkopieren, z.B. jedes Mal, wenn man einen Themenbereich oder einen Vortrag fertig bearbeitet hat. Dabei kann man dann auch störende Spalten ausblenden.

Es gibt auch eine große Auswahl von add-ons, die das Arbeiten mit großen Datenmengen erleichtern. So kann man mit EZ Query ein neues Datenblatt erstellen, das ähnlich einer Abfrage in MS-Acces ein Abbild der großen Gesamtdatenbank erstellt, in dem nur die Spalten gezeigt werden, die mich interessieren. Wenn ich bspw. in einem Team mit 10 Sprachen bin, kann ich für die Abfrage in der Kabine meine persönliche Ansicht zum Durchsuchen wählen, in der nur meine Sprachen und meine als relevant gekennzeichneten Einträge sichtbar sind. Wenn jemand in der Haupttabelle etwas ändert, sehe ich es in meiner personalisierten Ansicht auch in Echtzeit.

Insgesamt überwiegen meiner Einschätzung nach die Chancen dieser Form der Zusammenarbeit, um bei immer fachlicheren Konferenzinhalten und immer knapperen Vorlaufzeiten weiter auf hohem Niveau areiten zu können. Mich würde sehr interessieren, wie die gängige Praxis bei anderen Kollegen aussieht – ich freue mich auf Kommentare!

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

Shared glossaries in Google Docs – How to make them work for everyone

When, back in 2012, our colleague Leonie Wagener conducted a survey on preparatory terminology work in conference interpreting, 93 % of the respondents answered that they never used Google Docs for terminology management in the booth. Today, it seems, team preparation in the cloud by way of a shared mega-glossary is about to become state of the art.

The benefits are quite clear:  It saves time – your colleagues may know things you don’t know and the other way around, and with everyone feeding in their knowledge and filling in the missing bits, it’s just much less effort. Everything is double (triple …) checked and mistakes can be spotted more easily. The whole team has a common knowledge base, all interpreters speak the same language and everyone is aware of any open questions waiting to be sorted out (also see Leonie’s AIIC blog article).

Furthermore, you have these highly technical conferences crammed with presentations where the only way to get through preparation is by assigning to each interpreter his or her share of speeches. By working in a common glossary, you can still make sure that everyone gets at least a glimpse of what the other speeches are about so as to be able to jump in if need be.

Apart from that, it is good fun to see your glossary grow as if by magic and to „meet in the glossary“, seeing your colleagues jump about from one cell to the other. And then of course, there is nothing better than discussing things in order to really understand them and process them deeply, which is exactly what you end up doing when working in a common file, using the chat function or simply a comment field.

However, some colleagues still have their doubts when it comes to putting all their effort into these mega glossaries in the cloud, understandably so to a certain extent. Sometimes it is just a matter of taste or habit, but as to the more specific questions or doubts I have heard people mention so far, I have tried to summarise them below and provide possible solutions:

Is it safe to store my customers‘ confidential data in the cloud or with Google?

First of all, storing files in Google Docs (provided you don’t store them publicly, but with restricted access) is as safe as sending them around by e-mail – apart from the fact that Google can read your data. We know that some customers even refuse to send their files to a gmail address, so in any case it is good to double-check with them. Also, it is a good idea not to name your files „XY Corp. – Presentation of the new glass cleaning patent on August 1st, 2015“, but rather make it „cleaning“ or „glass“. Another possible solution might be the use of special encryption software like https://www.boxcryptor.com.

You get lost so easily in these huge glossaries, I just can’t find my way around there. I prefer to see what I need at one glance.

Just like in any (terminology) data base, the more „tags“ (labels) each entry has, the more useful becomes the data base. If, on your three-day, six-language conference, there are several teams working in parallel with many speakers or subjects in each session, then it may be useful to use special columns to indicate the day/speaker/session/subject, or a combination thereof (like „Monday – Miller, Tuesday – Matt“). Technically, the effort is not worth mentioning: Once you have typed this kind of category in one cell, simply drag & copy it to all the cells below in the same column. This way, you can „reserve“ the next couple of lines for your entries and the colleagues use those further below. The smart use of categories and filters is not too complicated and helps everyone to create their own customised view of the big master glossary – here’s a 2 minute VIDEO to illustrate it.

Each of us has their own important terms-to-remember. My colleague writes things into her glossary I would never dream of noting down, and I am sure that she would laugh at the ridiculous things I put into mine, just for the sake of feeling safer. 

It may turn out useful to have an individual „private“ column for each user where they are free to mark any terms that are relevant to them (or open questions etc.) to enable everyone in the team to filter their customised shortlists and even print them. The one thing to really laugh about is to see how much the glossaries of different colleagues for the same conference can look alike.

What with all this hiding, sorting and filtering, my colleagues will freak out if, while they are just busy entering terms, I start hiding their language columns, applying filters or changing the sorting order right under their noses.

When there are really many people working on the glossary at the same time, it may be useful, in order to avoid confusing other users when sorting or filtering, to temporarily copy the data from the „master“ sheet to a separate one. You might also wish to enter new terms for one speech in your private sheet first (e.g. hiding the language columns you don’t want to see) and then copy this batch to the big master glossary in one go. Just always make sure you have identical table structures so that you can copy your terminological entries (lines) back and forth from your personal sheet into the master glossary, which is the one where you keep all the data up to date.

There are also a great many add-ons that allow you to work with complex team glossaries more comfortably. With EZ Query, for example, you create a new sheet that, just like a query in MS-Access, shows a pre-defined selection of the data contained in the big master table. You can include just the columns you are interested in (e.g. hiding language or other columns irrelevant to you) and even filter for certain criteria, like only those entries you have marked as important. As soon as someone changes something in the master table, you will see it in your customised table in real time.

All in all, much more chances than risks to keep up with ever more specific conference subjects and short-notice preparation. I would be really interested to know more about the common practice of other colleagues – feel free to post a comment!

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About the author
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

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References

Wagener, Leonie (2012): Masterarbeit zum Thema „Vorbereitende Terminologiearbeit im Konferenzdolmetschen unter besonderer Berücksichtigung der Zusammenarbeit im Dolmetschteam“

Wagener, Leonie (2014): Conference preparation 2.0. http://aiic.net/page/6650/conference-preparation-2-0/lang/1

MS-Excel and MS-Access – are they any good for the booth? | Taugen MS-Excel und MS-Access für die Dolmetschkabine?

Es gibt zwar eine ganze Menge Programme, die genau auf die Bedürfnisse von Konferenzdolmetschern zugeschnitten sind (etwa die Schnellsuche in der Kabine oder Strukturen für die effiziente Einsatzvorbereitung), aber eine ganze Reihe von Kollegen setzt dennoch eher auf Feld-Wald-und-Wiesen-Lösungen aus der MS-Office-Kiste. Abgesehen von Word – hier enthalte ich mich jeden Kommentars hinsichtlich dessen Tauglichkeit als Terminologiemanagementprogramm – setzen viele Dolmetscher auf die Tabellenkalkulationssoftware Excel. Und wenn auch mancher Fachmann sagt, dann könne man ebensogut seine Wäsche im Geschirrspüler waschen, so hat MS-Excel doch so seine Vorzüge – als da wären:

– Verfügbarkeit: Excel ist auf den meisten Computern bereits installiert; das Programm gibt es wahrscheinlich noch, wenn Ihr schon von der Sonnenliege aus Euren Enkeln dabei zuseht, wie sie Euer Dolmetschimperium führen.

– Kompatibilität: Jeder kennt es, jeder hat es, und man kann selbst einigermaßen ordentlich formatierte Word-Tabellen einfach hineinkopieren, ganz zu schweigen von den Unmengen von Lithos-Glossaren, auf die man als EU-Dolmetscher zugreifen kann. Und wenn man nicht in der Microsoft-Welt unterwegs ist, gibt es kostenlose Alternativen wie LibreOffice und Google Sheets.

– Flexibilität: Jeder kann sich seine eigene kleine Datenbank nach persönlichen Vorlieben anlegen, unzählige Spalten bzw. Kategorien anlegen (und löschen), etwa Kunde, Themenbereich mit Unterbereichen, Konferenz, Quelle, Redner, Lernstandsinformationen und alle möglichen Tags. Und man schafft es kaum, Excel durch einen zu großen Datenbestand lahmzulegen, und wenn man nicht plant, mehr als 1.048.576 terminologische Einträge (Zeilen) anzulegen, reicht eine Tabelle ein ganzes Dolmetscherleben lang.

– Kontrollierbarkeit: Es ist einfach nur eine Tabelle mit Spalten und Zeilen; man findet sich einfach zurecht und weiß immer, was man hat.

– Einfache Bedienung: Man tippt einfach die gewünschten Spaltenüberschriften ein und los geht’s – eine verhältnismäßig nutzbringende „Datenbank“ wie dieses Glossary Template MS-Excel ist in Nullkommanix erstellt. Und das Filtern und Sortieren funktioniert supereinfach.

TerminologieManagement Tabelle
Terminologiedatenbank in Tabelle

Natürlich gibt es auch Nachteile:

– Die Suche: Die Suchfunktion (STRG+F) ist ziemlich schlicht, man muss mit der Enter-Taste durch die Tabelle von einem Treffer zum nächsten hüpfen, bis man den richtigen Eintrag gefunden hat. Keine unscharfe oder inkrementelle Suche. Man kann sich des Textfilters bedienen (siehe Bild unten), um eine Trefferliste zu erhalten, aber schnell und intuitiv sieht anders aus – dazu muss man sich dann mit dem Thema Makro-Programmierung auseinandersetzen.

Search function Excel
MS-Excel Textfilter

– Unterdatenbestände: Wenn man mit Unterbeständen der Datengesamtheit arbeiten möchte (etwa Glossare für bestimmte Einsätze, Kunden oder Themengebiete erzeugen), muss man die komplette Tabelle filtern, d.h. die restlichen Daten sind in dem Moment verborgen und können nicht durchsucht werden. Man muss die Filter aktivieren und deaktivieren, um zwischen der Komplettansicht und der gefilterten Ansicht zu wechseln. Das Problem lässt sich umgehen, indem man etwa die relevanten Vokabeln für die nächste Sitzung in ein zweites Tabellenblatt kopiert, um sie dort auf einen Blick zu haben, oder die allerwichtigsten fünf bis zehn Ausdrücke ganz nach oben kopiert und diese Zeilen dann „fixiert“, so dass sie beim nach unten scrollen nicht aus dem Bild laufen (wenn man diese dann noch gelb einfärbt, hat man den optimalen Gelbe-Klebezettel-Effekt).

– Zweidimensionale Struktur: Im Gegensatz zu „richtigen“ Terminologiemanagementsystemen gibt es in einer einfachen Excel-Tabelle keine hierarchische Struktur. Ein Begriff oder terminologischer Eintrag entspricht einer Zeile (Datensatz), so dass man nicht ohne weiteres bestimmte Merkmale wie Kunde, Quelle, Definition etwa nur der deutschen oder nur der spanischen Benennung zuweisen kann, sondern immer nur dem gesamten Eintrag – es sei denn, man erstellt entsprechend viele Spalten, die dann häufig leer bleiben und die Tabelle aufblähen und unübersichtlich machen. Aus eben diesem Grund teilen sich auch Synonyme und Akronyme eine Zelle und bekommen nicht je ein eigenes Feld .. man bewegt sich in einem ständigen Zwiespalt zwischen struktureller Machbarkeit und den terminologischen Grundsätzen der Elementarität und Granularität.

– Anzeigen & Drucken: MS-Excel ist nicht gerade das Nonplusultra in Sachen übersichtlicher Darstellung bzw. Druckansichten komplexer Datensätze. Natürlich kann man eine Tabelle durch Verbergen und Zusammenschieben der einzelnen Spalten so zurechtfrickeln,  dass sie auf den Bildschirm oder eine DIN-A4-Seite passt, aber es ist einigermaßen umständlich und so richtig Spaß macht es auch nicht, wenn man es mit mehr als zwei Spalten zu tun hat.

Einige dieser Unannehmlichkeiten lassen sich durch einen Umstieg auf MS-Acces, Microsofts eigentlichem Datenbankprogramm, überwinden. Access ist teuerer als Excel und nicht so weit verbreitet, deshalb kann nicht jeder einfach mal so eine Access-Datenbank auf seinem Computer öffnen. Auch ein Google-Äquivalent gibt es nicht; aber immerhin gibt es Filemaker für Mac und Windows sowie LibreOffice Base kostenlos für alle. Beide habe ich noch nicht gründlich getestet, freue mich aber über Erfahrungsberichte!

MS-Access ist auch noch relativ einfach zu bedienen und zu überschauen, es lassen sich aber deutlich einfacher Unterdatenbestände erstellen, das Drucken (wem es Spaß macht) macht wieder Spaß und es lassen sich mit ein paar Visual-Basic-Kenntnissen auch bessere Suchfunktionen einbauen. Auch hier kann man seine gesamte Terminologie in einer großen Tabelle lagern und auf deren Grundlage dann unterschiedliche Formulare, Abfragen und Berichte definieren, um etwa nur die zentralen Begriffe der aktuellen Konferenz, ein kundenspezifisches Glossar oder eine hübsch gestaltete Druckansicht zu bekommen. Es ist deutlich einfacher, einen terminologischen Eintrag in seiner ganzen Pracht zu visualisieren, d.h. mit allen begrifflichen Informationen wie Definition, Anmerkung, Bilder, Kontext usw. – sehen Sie selbst:

MS-Access SplitForm GeteiltesFormular
MS-Access geteiltes Formular

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version: +++

There may be a great many tools designed especially for the needs of conference interpreters (i.e. quick-searching in the booth and efficient preparation for interpreting assignments), but many colleagues still prefer more generic solutions. Apart from MS-Word, which I am not going to comment about as a terminology management program, Microsoft’s spreadsheet software Excel is the tool of choice for many interpreters. And although, as many an IT specialist might think, you might as well wash your clothes in the dishwasher, to some extent it does the trick and has some considerable merits:

– Availability: Pre-installed on most computers, MS-Excel will most probably still be around when you are long spending your days on the sunlounger watching your grandchildren run your conference interpreting business empire.

– Compatibility: Everybody has it, everybody knows it, you can even cut and paste decently formatted Word tables into Excel, not to mention the zillions of Lithos glossaries available to EU interpreters. If you don’t live in the Microsoft universe, there are alternatives free of charge, like LibreOffice or Google Sheets.

– Flexibility: You can create your customised little database, add (and delete) as many columns (aka data categories) as you please, like customer, subject area levels, speaker, conference, source, learning information and all sorts of individual tags. If you are not planning to create more than 1.048.576 terminological entries (rows), one table will do for your whole (interpreter’s) life, and it’s hard to slow Excel down due to data overload.

– Controllability: It is just a plain table with columns and rows, so you’ll always know what you have and find your way around.

– Easy to use: Basically you just type in your column headings and off you go. You can create a relatively useful „database“ like this Glossary Template MS-Excel in no time. And it is just great for quick sorting and filtering.

Terminology Management spreadsheet
terminology database in table

The downsides are:

– Searching: The search function (Ctrl+f) is very basic and you have to hop around your table from one hit to the next until you have found the right entry. No fuzzy matches, no incremental search. The text filter (see image below) can be used in order to display a hit list, but if you want it quick and intuitive, you will have to get into programming macros.

Search function Excel
MS-Excel text filter

– Subsets of data: In order to create subsets of data (i.e. glossaries for a special assignment, customer or subject), you need to filter the whole sheet, which means that the rest of it is not visible or even searchable. You must activate and deactivate filters in order to switch between subsets and the complete table. A workaround is to copy the relevant vocab for an assignment into a second sheet to easily switch between the two, or copy the most important words to the top of the sheet and freeze these top lines in order to be able to see them all the time (and colour the cells yellow for the perfect „post-it“ effect).

– Two-dimensional structure: Unlike „proper“ terminology management systems, a spreadsheet has no hierarchical structure. One concept or terminological entry is one line (data set), you cannot easily assign a customer, status, source etc. only to the Spanish or German term, but just to the whole entry or you will have to create endless additional columns, where most of the fields will be empty most of the time and the table will enormously grow in size and complexity. Synonyms and acronyms go into the same field (cell) for the very same reasion … You are in a constant dilemma between structural feasibility and the terminological principles of elementarity and granularity.

– Display & Printing: MS-Excel is not really great for visualising complex data sets or for printing. You can adjust a digital spreadsheet to fit on standard sheets of paper or a screen by hiding columns or squeezing them all in, but that’s not really the point of it, and it is a bit of a hassle if you are handling more than two columns.

Some of these inconveniences can be solved by switching to MS-Access, Microsoft’s real data base programme. It is more expensive than Excel and not as widely available, so not everyone can open an Access database on their computers. There is no Google equivalent either. However, there is Filemaker for Mac and PC users as well as LibreOffice Base for everyone and free of charge, neither of which I have tested in detail so far (comments welcome!).

While MS-Access is still quite easy to use, flexible and controllable, creating subsets of data becomes easier, printing is much more fun (if you think printing is fun in the first place) and with a tiny bit of Visual Basic skills you can even create very nice search functions. You can have one big table which contains all your terminology and, based on this table, create different forms, queries and reports which, for example, only contain your most important words for tomorrow’s conference, the terminology for a special assigment, customer or subject area and/or are neatly formatted for printing. It is easier to visualise a terminological entry in all its splendour, with the whole range of conceptual information attached to it, like definitions, context, comments, pictures etc. See for yourself:

MS-Access SplitForm GeteiltesFormular
MS-Access split form

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.