GetSEMPER.com – Charmant-penetranter Vokabeltrainer | Persistant, though charming: your personal vocab trainer

„Aktivierung von Schlüsselterminologie“, „Memor(is)ierung“ oder „Vokabelpauken“ – egal, wie man es nennt: Eine gewisse Basisausrüstung an Fachterminologie muss einfach ins Hirn. Hierzu kann man sich Listen ausdrucken, Karteikarten schreiben oder eine Reihe von Apps und Programmen nutzen (Anki, Phase 6, Langenscheidt und Pons wurden mir bei einer Spontanumfrage unter Kollegen genannt, auch die InterpretBank bietet ein Lernmodul), die sich aber bei mir in der Praxis nicht durchgesetzt haben, weil ich mich damit einigermaßen vorsätzlich hinsetzen und lernen müsste … puuhhh. Da lasse ich mich schon lieber von einem sprechenden Glossar berieseln und hoffe, dass das Gehörte irgendwie hängenbleibt.

Umso wachsamer wurde ich, als in verschiedenen Zeitschriften und Blogs Semper empfohlen wurde, eine Lern-App, die ganz proaktiv und aufdringlich jedes Mal, wenn man sein Handy aktiviert,  eine Lernfrage stellt. Ganz im Sinne des Microlearning, denn kleine Lerneinheiten in wechselnden Situationen funktionieren ja sehr viel besser als stundenlanges Pauken an einem Ort. Ruckzuck hatte ich die App installiert und nach kurzem Stöbern in den verfügbaren „Packs“ (virtuelle Karteikartenstapel; ich setze sie immer in Anführungsstriche, damit niemand denkt, ich rede von einer Art Gesocks) war klar: Das mach ich mal besser selbst. Dazu musste ich mich im Browser bei www.getsemper.com anmelden (wenn man ein Google-Konto hat, am besten damit) und hattte nach wenigen Klicks ein eigenes Pack erschaffen.

GetSemper CreatePack1

Und um dieses dann mit Inhalt zu füllen, wurde ich zu meinem großen Erstaunen zu einer GoogleSheets-Tabelle weitergeleitet, denn nichts anderes ist ein solches „Pack“ – der PackCreator von Semper ist schlichtweg ein Add-On. Sehr praktisch, wo doch Gemeinschaftsglossare in der Cloud ohnehin gerade in Mode ist.

GetSemper PackCreator Waste EN-DE

Jedenfalls kopiert man einfach seine zu lernenden Wortliste aus jeder x-beliebigen Tabelle in die entsprechenden Spalten, klickt auf „Publish“ und schon wird das „Pack“ an das eigene Handy geschickt und erscheint in der Semper-App – und man findet die Datei zudem in der eigenen Google-Ablage unter „zuletzt verwendet“ und kann so ziemlich einfach darauf zugreifen, wenn man etwas ändern oder die wichtigsten Termini für den nächsten Auftrag hineinpacken möchte.

So habe ich mir mal flott ein „Pack“ mit meinen „Darüber-muss-ich-immer-zu-lange-nachdenken“-Termini Deutsch-Spanisch erstellt und, weil es so viel Spaß machte, gleich noch eins in Englisch-Deutsch aus der EU-Abfallstatistiknomenklatur (Verordnung 2150/2002). Und nun werde ich beharrlich bei jedem Aktivieren des Handybildschirms nach Müllsorten, Chemikalien oder Insekten in meinen verschiedenen Arbeitssprachen gefragt.

Mir persönlich gefällt dabei der Karteikartenmodus („Flashcard“) besser als der Multiple-Choice-Modus, aber das ist sicher Geschmackssache.

GetSemper Android 2016_01_28_11.44.54

Herzallerliebst ist übrigens auch die Audioausgabe, wenn man sich die Elemente seiner Vokabelliste einzeln ansieht und dabei auf das Lautsprechersymbol klickt.

GetSemper Android Options

Man kann wählen, ob man nur beim Entsperren des Smartphone-Bildschirms („Lockscreen“) abgefragt wird oder auch dann, wenn man bestimmte Apps öffnet („Loadscreen“). Mein Selbstversuch dauert bislang ca. 48 Stunden an, aber schon nach 10 Minuten konnte ich sagen, dass mich die Loadscreen-Funktion zuverlässig in den Wahnsinn treiben würde. Über die Abfrage beim LockScreen freue ich mich hingegen auch nach 48 Stunden noch wie eine Schneekönigin, zumal die Handhabung sehr geschmeidig ist. Wir sprechen uns dann in einem Monat noch einmal …

PS: Sehr schöne Studie zum Thema Microlearning am Handy: Lindemann, Oliver et al.. (2013). Learning Effects of Arithmetic Problem Solving while Unlocking a Mobile Phone. Zenodo. 10.5281/zenodo.18094

————————
Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

„Activation of key terminology“, „memorising“ or „vocab learning“ – no matter what you call it, the fundamentals of terminology just need to be there in your brain (and not only on paper/hard disk). You can print lists or make flashcards or use one of those many apps and programs to learn your words (Anki, Phase 6, Langenscheidt and Pons was what colleagues mentioned spontaneously, InterpretBank also has a learning module), but none of these have made their way into my daily routine as an interpreter so far, basically because I couldn’t be bothered to sit down and study my vocab … I would rather listen to one of my talking glossaries and hope that the words would somehow find their way into my memory.

So I was all the more intrigued by a learning app that I read about some time ago in several magazines and blogs: Semper is a proactive and pushy little fellow who asks you impertinent vocab questions each time you unblock your smartphone screen. Real microlearning, actually: tiny memorising units dispersed over the day in changing contexts are much more effective than long learning sessions at one place. I quite liked the idea and installed Semper on my Android phone straightaway. After searching the vast amount of available „packs“ (virtual  stacks or decks of flashcards), it was clear to me that I wanted my own pack, so I opened my desktop browser and logged on at www.getsemper.com (preferably do this with your Google account if you have one) and a few clicks later I had created my first pack.

GetSemper CreatePack1

In order to fill this pack with life (i.e. weird words to learn), to my great surprise I was brought to a quite familiar place: GoogleSheets. A Semper „pack“ is just that: A Google sheet with an add-on called PackCreator –which comes in quite handy, with shared Google glossaries becoming rather fashionable these days.

GetSemper PackCreator Waste EN-DE

So all I had to do was copy & paste a word list from my own database into the columns, click „publish“ and off it went. A few minutes or even seconds later my brand new pack arrived in the Semper app on my mobile phone. And I can also still find it in my personal GoogleDrive (under „recent“), which makes it very easy to modify and put in the latest vocab for the next job.

I enjoyed myself so much that I not only created one Spanish-German pack with all those words that always take me just a second too long to recall but also an English-German one containing the EU waste nomenclature (taken from regulation 2150/2002). And now each time I unlock the screen of my phone  I will be tested infallibly on waste categories, chemicals or weird insects in one of my working languages.

As to the testing mode, I personally prefer the „Flashcard“ mode from the „Multiple Choice“ one, but I suppose that’s a matter of personal preference.

GetSemper Android 2016_01_28_11.44.54

If you open your pack and look at the elements in detail, you will even find a very charming audio output feature (click on the speaker symbol).

GetSemper Android Options

You can also choose if you only wish to be tested when unlocking your screen („Lockscreen“) or also when you open certain apps („Loadscreen“). My self-experiment has been on for about 48 hours now, and although it only took me 10 minutes to find out that the loadscreen function would drive me completely insane, I am still delighted to answer Semper’s questions each time I unlock my phone. We’ll speak again in a month …

PS: Worth reading: Lindemann, Oliver et al.. (2013). Learning Effects of Arithmetic Problem Solving while Unlocking a Mobile Phone. Zenodo. 10.5281/zenodo.18094

————————–
About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

 

How to build one nice multilingual file from several PDFs | Aus zwei (PDFs) mach eins – übersichtliche mehrsprachige PDFs erstellen | Cómo crear un archivo PDF multilingüe

+++ for English see below +++ para español, aun más abajo +++

Wir kennen ihn alle: Den über hundert Seiten langen Geschäftsbericht, vollgepackt mit Grafiken, Tabellen und wertvollen Informationen, und das – Halleluja! – nicht nur im Original, sondern auch noch in 1a-Übersetzung(en) . Einen besseren Fundus für die Dolmetschvorbereitung kann man sich kaum vorstellen. Nur: Wie bändige und berge ich diesen Schatz? In zwei Excel-Tabellenspalten kopieren? Funktioniert mit solchen Mammut-Dokumenten nur mäßig. Alignieren? Viel Erfolg, mit einem pdf-Dokument … Ausdrucken und nebeneinanderlegen? In einer handelsüblichen Kabine eher beschwerlich. So erlebt zuletzt im vergangenen Sommer, als dann Ignacio Hermo schließlich die Wunderwaffe im Internet zutage gefördert hat: A-PDF N-up Page, ein Programm, das mehrere pdf-Dokumente nicht nur einfach zusammenführt (also alle hintereinanderklatscht), sondern auch die entsprechenden Seiten ordentlich nebeneinanderstellt. Das Ergebnis eignet sich dann hervorragend zum Parallel-Lesen und als Nachschlagewerk.

Eventuell muss man nach der Installation einmalig unter Option/Settings/Page Range „merge all PDF files to one …“ aktivieren. Danach ist die Bedienung denkbar einfach: Man wählt oben die beiden Dateien aus und klickt unten auf „N-up Page …“.

N-Up_1 small

Als Ergebnis erhält man ein pdf, in dem die beiden Sprachen hübsch ordentlich nebeneinander erscheinen:

PDF merged English Spanish

Und natürlich funktioniert das auch mit Powerpoints und anderen Formaten, wenn man sie vorher in pdf konvertiert.

Möchte man nun womöglich mehr als zwei Sprachen nebeneinander sehen (wobei man dann bei der Lesbarkeit an die Grenzen handelsüblicher Bildschirme stößt), so fügt man immer zwei Sprachen in eine Datei zusammen und diese beiden zweisprachigen Dateien (oder auch eine einsprachige plus eine zweisprachige Datei) verschmelzt man dann wiederum in einem zweiten Schritt zu einer drei- bzw. viersprachigen.

N-Up four filesN-Up three files

 

 

 

 

 

Das Ergebnis sieht dann mit drei Sprachen so aus (für deutlichere Darstellung Grafik anklicken):

DE EN ES merged

… und bei vier Sprachen so:

PDF merged EN DE ES FR

Zwar gibt es auch einen so genannten „4-Up“-Modus, dieser legt aber dann die vier Sprachen nicht alle nebeneinander. Man muss dazu wissen, dass das Programm eigentlich dazu gedacht ist, die Seiten eines pdf-Dokuments für den Buchdruck passend anzuordnen. An Dolmetscher hat bei der Entwicklung eher niemand gedacht.

————————-
Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

We all know those huge annual reports, over a hundred pages full of charts, tables and valuable information, and, would you believe it, not only in the original language, but also translated (and excellently so) into the other relevant language(s). You couldn’t possibly think of any better source of information in order to prepare for your interpreting assignment. But how to best exploit this abundance of information? Copy everything into two columns of a spreadsheet? Hardly ever works with such massive documents. Align them in a translation memory program? Good luck then, as PDF files don’t actually have a track record of aligning easily. Print everything and spread it out in the booth? Maybe not, at least not if your booth is less than XXL.

When I last encountered this problem back in June, my team mate Ignacio Hermo went through the trouble of searching the internet for the magic solution, and finally found it – A-PDF N-up Page, a program that not only merges several PDF documents into one (simply putting them one behind the other), but also puts the corresponding pages of the different language versions neatly next to each other. The result perfectly serves our purpose of reading the different languages in parallel and of using this multilingual text corpus as a tailor-made encyclopaedia for this particular conference.

After installation, you may have to go to Option/Settings/Page Range once and activate „merge all PDF files to one …“. After that, the tool is really easy to handle: just select your files using the „add file“ button and then click on the „N-up Page …“ button below.

N-Up_1 small

The result is a PDF doc where the two language versions appear nicely next to each other:

PDF merged English Spanish

And obviously, this also works with any Powerpoint presentation and other file formats, as long as you convert them into PDFs before merging them.

If you are crazy enough to consider viewing more than two language versions at a time (the only limit is the screen, obviously) then simply merge two and two and then again merge the two bilingual files (or one bilingual and one monolingual).

N-Up four filesN-Up three files

 

 

 

 

 

This is what the trilingual result looks like (click on the picture to see it clearly) …

DE EN ES merged

… and here’s the quadrilingual file:

PDF merged EN DE ES FR

The tool also has a so-called „4-Up“ mode, but this does not put each page in four languages together. No surprise, though, considering that this program was originally made to arrange the pages of an ordinary pdf file in such a way that it can be printed as a book. No one had us conference interpreters in mind then.

————————–
About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

+++ Versión española +++

Todos las conocemos, estas enormes memorias anuales de más de cien páginas, repletas de gráficos, tablas y un montón de información super útil, y todo eso incluso viene perfectamente traducido a todos los idiomas de la conferencia o la empresa. Increíble, ¿verdad? El único problema con el que nos encontramos ahora es el de saber cómo manejar esta inmensa cantidad de información valiosa, tanto en cabina como a la hora de prepararnos para la conferencia. Copiar y pegarlo todo en dos (o más) columnas de una tabla Excel a duras penas nos funcionaría, con tantos gráficos, tablas y demás cosas. Tampoco serviría de mucho alinearlo en una memoria de traducción, dado que los pdfs no tienen fama de alinearse bien.  Entonces imprimirlo todo y colocarlo sobre la mesa en cabina? Pues no, a no ser que la cabina sea de tamaño XXL.

La última vez que me encontré con este problema, este verano, nuestro querido compañero Ignacio Hermo se puso a buscar la herramienta mágica en internet, y – ¿como ven? – la encontró: A-PDF N-up Page, un programa que no sólo combina varios documentos tipo pdf en uno (colocándolos uno tras otro) sino que los ordena de tal forma que las páginas en los diferentes idiomas aparecen una al lado de la otra. Queda bien bonito y nos sirve perfectamente para leer en varios idiomas en paralelo y consultar este enorme corpus de texto como enciclopedia específica de esta conferencia en particular.

Después de haber instalado el programa, puede ser que tenga que ir a Option/Settings/Page Range una vez y activar „merge all PDF files to one …“. Después resulta facilísimo usar esta herramienta: Simplemente se seleccionan los archivos usando el botón „Add File“ de arriba y se pincha en el botón „N-up Page …“ de abajo – y ya se arma el archivo multilingüe.

N-Up_1 small

El resultado es un documento tipo pdf en donde aparecen las dos versiones lingüísticas una al lado de la otra:

PDF merged English Spanish

Evidentemente, esto también funciona con presentaciones tipo Powerpoint o cualquier otro formato mientras se convierta en pdf primero.

Y si se les ocurre visualizar más de dos idiomas a la vez (el único límite es el formato de la pantalla), simplemente tienen que combinar siempre dos con dos y luego, en un segundo paso, volver a unir los dos archivos bilingües (o uno bilingüe con uno monolingüe).

N-Up four filesN-Up three files

 

 

 

 

 

Así se ve el resultado trilingüe (para verlo más claro, hay que hacer clic en la imagen): 

DE EN ES merged

… y este es el archivo cuatrilingüe:

PDF merged EN DE ES FR

El programa también tiene una función llamada „4-Up“, pero ésta no coloca las páginas de tal manera que las diferentes versiones lingüísticas de una misma página aparezcan juntas. No es de sorprender, considerando que la idea del tool era la de reorganizar las páginas de un pdf normal como para poder imprimirlo como libro. Al programarlo, nadie tenía en mente las necesidades de los intérpretes de conferencias.

————————–

La autora:
Anja Rütten es intérprete de conferencias autónoma para alemán (A), español (B), inglés y francés (C), domiciliada en Düsseldorf/Alemania. Se dedica al tema de la gestión de los conocimientos desde mediados de los años 1990.

Digital dementia and conference interpreters – article published in Multilingual July/August 2015

DigitalDementiaMultilingual Preview

To read this article on effects of digitalisation on conference interpreters‘ memory and learning habits, please follow the link to multilingual.com (English only).

 

—————-

About the author
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

 

Summary table of terminology tools for interpreters | Übersichtstabelle Terminologietools für Dolmetscher | cuadro sinóptico de programas de gestión de terminología para intérpretes

This is an overview of all the terminology management tools for conference interpreters that I am aware of. I will try to keep the information in the table up to date. If there is anything wrong, feel free to post a comment!

Dies ist eine Übersicht über alle Terminologieverwaltungstools für Konferenzdolmetscher, die mir bekannt sind. Ich versuche, die Informationen immer auf dem neuesten Stand zu halten. Wenn mir etwas entgangen ist, freue ich mich über eine Kommentar.

Esta lista contiene todos los programas de gestión de terminología para intérpretes de conferencias que conozco. Intentaré mantener esta tabla actualizada. Si encuentran algún error o si falta algo, no duden en publicar un comentario.

Program by runs on pricing blog article
Flashterm.eu Eisenrieth Dokumentations GmbH Windows, Mac, iOS and browser-based solo edition with special interpreter module available in 2018 for 499 € (demo version on request market snapshot part 3
Glossarmanager Glossarmanager GbR/Frank Brempe, Bonn Windows free of charge Glossarmanager review
Glossary Assistant Reg Martin, Switzerland tablets running Android 4.1 or later, phones running Android 4.2 or later, Windows based PC free of charge market snapshot part 2;

Interview with Reg Martin on LangFM

Interplex Peter Sand, Eric Hartner, Geneva Windows, Mac, iOS free demo, full license 75 $, student discount, university license free upon agreement; Interplex for ipad 19,99 $, Interplex lite for iphone (viewer) free market snapshot part 1
InterpretBank Claudio Fantinuoli, Germersheim Windows and iOS; access to glossaries from Android/iOS mobile devices free demo, full license: 119 € plus VAT, 50 % student discount, free demo lincence for universities, 29 € upgrade InterpretBank 4 review

market snapshot part 1

Interpreters’ Help Benoît Werner and Yann Plancqueel, Berlin, Paris all (browser-based), additionally Boothmate for Windows, Mac OS X and ipad free public glossaries + one private glossary;  pro version 19.99 €/month; free education plans market snapshot part 2;

Review by Alex Drechsel

http://www.adrechsel.de/langfm/interpretershelp

Intragloss Dan Kenig and Daniel Pohoryles, Paris Mac; Windows-version expected 49 $/month, 99 $/3 months, 269 $/1 year Intragloss – the missing link;

Interview with Dan Kenig on LangFM

Lookup Christoph Stoll, Heidelberg Windows free of charge market snapshot part 1
Terminus Nils Wintringham, Zürich Windows (for W8, don’t use the default installation folder) CHF 148 plus VAT, 50 % off for academia, free demo with limited number of entries  market snapshot part 1

Generic database or spreadsheet programs:

Program by runs on price blog article
Excel Microsoft Windows, Mac e.g. Office 395 Personal 69.99 € per year including Access (for 1 PC/Mac plus 1 tablet) Excel and Access – any good for the booth?
Access Microsoft Windows, Mac, Android, iOS e.g. Office Home and Student 139.00 € (once for 1 PC) or Office 395 Personal 69.99 € per year including Access (for 1 PC plus 1 tablets) Excel and Access – any good for the booth?
LibreOffice Base The Document Foundation Windows, Linux, Mac OS X; Viewer for Android free of charge
LibreOffice Calc The Document Foundation Windows, Linux, Mac OS X; Viewer for Android free of charge
Filemaker FileMaker, Inc., (Apple Inc. subsidiary) Windows, Mac, iOS 329.00 $
Google Sheets Google all (browser-based) free of charge  Shared Glossaries in Google Docs
TapForms Tap Zapp Software Inc.; Calgary, Canada Mac und iOS Mac 34.99 $, ipad 9.,99 $, iphone 8.99 $ Phil Demay I-interprètes (in French)

Screencast by Alex Drechsel

Airtable Airtable, San Francisco all (browser-based); App for iOS and Android (beta) up to 1500 lines per database free of charge, up to 5000 for 12 $/month, up to 50 000 für 24 $/month Airtable – a great Google Sheets replacement

www.termtools.dolmetscher-wissen-alles.de
© Anja Rütten

Handschriftlich notieren oder tippen – was sagt die Forschung? | Handwriting vs. typing – what does research tell us?

+++ for English see below +++

laptop Egal, in welchem Kreis von Dolmetschern man darüber redet, geschätzte 10 % schwören immer Stein und Bein, dass sie sich die Dinge besser merken können, wenn sie sie mit Stift und Papier festhalten. Sie pfeifen auch auf die Vorteile des papierlosen Büros, darauf, ihre Unterlagen durchsuchen und Glossare sortieren zu können, mit Kollegen Unterlagen auszutauschen oder einfach nur kein Papier zu verschwenden und immer alles digital verfügbar zu haben. Die Argumentation lautet für gewöhnlich in etwa so: „Die Wörter wandern dann durch den Stift den Arm hinauf und direknotizent in mein Gehirn.“ In meinen Ohren eine etwas grobe Herleitung … Umgekehrt begegne ich allerdings auch der eher zufällig gemachten Erkenntnis mit Misstrauen, dass ich beim Konsekutivdolmetschen mit der Tastatur um ein Vielfaches detaillierter notiere als mit Stift und Block … Aber deshalb die hohe Kunst der Notizentechnik über Bord werfen? Meine Notizentechnik war zu Beginn meiner Karriere mein ganzer Stolz, ausgefeilt und systematisch. Mittlerweile ähnelt sie zwar eher einem Stück Papier, das man versehentlich im Hühnerstall vergessen hat – dies könnte mir aber egaler nicht sein, denn meine Merkfähigkeit im Konsekutivdolmetschen entwickelt sich glücklicherweise umgekehrt proportional zur Lesbarkeit und Schönheit meiner Notizen. Eigentlich einleuchtend: Die Notizentechnik ist darauf angelegt, Sinnstrukturen abzubilden, und abbilden bedeutet zunächst einmal erkennen. Je mehr man das Erkennen von Sinnstrukturen trainiert, desto überflüssiger macht sich die Notizentechnik entsprechend selbst. Also bin ich nach wie vor ein großer Fan von handschriftlichen Notizen beim Konsekutivdolmetschen, weil es einfach das Mitdenken und Verstehen fördert und die lebendige und glaubhafte Verdolmetschung einer Rede und keine Wort-für-Wort-Übersetzung vom Notizblatt ermöglicht. So weit, so gut. Aber muss ich deshalb wirklich auch alles andere handschriftlich festhalten, damit mein Geist sich bequemt, die Information in Wissen umzuwandeln?

Zu meiner großen Begeisterung hat sich kürzlich ein Forscherteam in den USA (Pam A. Mueller von der Princeton University und Daniel M. Oppenheimer von der University of California, Los Angeles) genau diese Frage gestellt: Hat das Notier-Instrument (Stift vs. Tastatur) einen Einfluss auf das Lernen? Dabei kamen ein paar interessante Erkenntnisse zutage:

Studenten, die bei einer Vorlesung mit Papier und Stift Notizen gemacht hatten, erzielten nachher beim Beantworten konzeptioneller Fragen zu Sinnzusammenhängen besser Ergebnisse als die Testpersonen, die mit dem Laptop notiert hatten. Ein Vorteil des Tippens liegt grundsätzlich zwar darin, dass man mengenmäßig mehr Informationen festhalten kann, was grundsätzlich dem Lernen zuträglich ist. Ein großer Nachteil – der diesen Vorteil zunichte machen kann – besteht jedoch darin, dass man beim Tippen eher dazu neigt, wortwörtlich mitzuschreiben, statt Sachverhalte zu synthetisieren (selbst wenn im Versuch darum gebeten wird, dies nicht zu tun). Dies wiederum beeinträchtigt die Verarbeitungstiefe und das inhaltliche Lernen. Was für konzeptionelles Wissen gilt, gilt jedoch nicht zwingend für andere Wissensarten: Beim Abfragen von Faktenwissen war es in den Versuchen interessanterweise so, dass die „Stiftnotierer“ den „Tastaturnotierern“ nur dann überlegen waren, wenn zwischen dem Notieren und dem Beantworten der Fragen eine Woche Zeit vergangen war; beim Abfragen unmittelbar nach dem Notieren waren hier die Leistungen gleich.

Als Konferenzdolmetscherin geht mir bei dieser Studie das Herz auf. Nicht ohne einen flüchtigen Gedanken an unser aller Lieblings-Kundenausspruch („Sie sollen das nicht verstehen, Sie sollen das nur dolmetschen.“) kommt mir sofort die wunderbare Kunst der Notizentechnik in den Sinn. Wenn schon das handschriftliche und damit zusammenfassende Notieren von Inhalten dem wortwörtlichen Mittippen überlegen ist, wie spitzemmäßig muss das Aufnehmen von Inhalten dann erst mit der Dolmetsch-Notizentechnik funktionieren, die ja genau das Abbilden von Sinnzusammenhängen zum Gegenstand hat? Wäre es nicht interessant, diese Versuche mit Dolmetschern zu wiederholen? Müsste nicht eigentlich die ganze Welt unsere Notizentechnik lernen?

Andererseits bin ich als papierlose Dolmetscherin auch beruhigt, dass das reine Faktenwissen ebensogut tastaturbasiert verarbeitet werden kann. Sprich: Wenn ich mir – oder Kollegen – beim Dolmetschen (sei es simultan oder konsekutiv) ohnehin nur ein paar Zahlen,  Namen oder Termini notiere, weil ich den Rest aus dem Kopf mache, kann ich das auch gleich am PC machen. Wenn es aber um „richtiges“ Konsekutivdolmetschen geht, sind Stift und Block (oder Touchscreen) plus gute Notizentechnik die Methode der Wahl. Aber auch in der Vorbereitungsphase – wenn es um Zusammenhänge geht, um Abläufe oder Unternehmensstrukturen – ist es durchaus eine gute Idee, sich dies mit Stift und Papier buchstäblich vor Augen zu führen – am besten auch dann unter Verwendung der Notizentechnik, frei nach Matyssek or Rozan.

PS: Und wer noch darüber nachdenkt, wie man diese Spontanvisualisierungen dann am geschicktesten in den Computer bekommt: Vielleicht taugt ja das neue Mikrowellen-Notizbuch etwas?

————————-
Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widment sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

Whenever you get tlaptopo talk about note-taking with a bunch of conference interpreters, at least one in ten will most probably be telling you that they just remember things better if they write them down using pen and paper. They don’t care about paperless offices, searching their documents and sorting glossaries alphabetically, sharing information with colleagues or simply avoiding excessive use of paper and having access to their documents any place, any time. The explanation goes roughly like this: “The words just travel through the pen up my arm, entering directly into my brain.” notizenSlightly too simple a reasoning to convince me … On the other hand, I am nonetheless suspicious about a phenomenon I found out about rather by coincidence: interpreting consecutively, I can take many more notes, and more detailed ones, using my laptop computer than with pen and paper. Fair enough … but reason enough to scrap my good old-fashioned note-taking technique, which I was so proud of back when I graduated? Once very nuanced and systematic, nowadays my notes rather resemble a piece of paper someone forgot in the hen house. But I couldn’t care less, as my powers of memory seem to increase in inverse proportion to the beauty and legibility of my notes. Quite logical, actually: Interpreters’ note-taking technique is made to visualise semantic structures, and visualising means understanding in the first place. So the more you practice note-taking, the less you will end up needing them, which is why I am still quite fond of pen and paper notes after all. What we want to deliver is the lively and credible interpretation of a speech and not a sight translation of our notes. Now that’s for interpreting. But do I really have to write down every piece of information with pen and paper for my mind to take it in as knowledge?

To my utmost delight, a team of researchers in the USA (Pam A. Mueller from Princeton University and Daniel M. Oppenheimer from University of California, Los Angeles) have asked themselves exactly the same question: Does the instrument of note-taking (pen vs. keyboard) influence learning? The results are quite interesting:

Students who had taken notes of a lecture using pen and paper performed better in answering conceptual questions than those tested who had taken notes using a laptop computer. Even though typing has the advantage that more information can be captured, which in itself is beneficial to learning, the downside – potentially outweighing this advantage – is that when fast-typing, people tend to transcribe verbatim instead of synthesing the content (and the test participants did so even when being told to avoid verbatim transcription). This in turn leads to shallower processing and impairs conceptual learning. But, interestingly, what goes for conceptual learning, does not necessarily apply to other types of knowledge: For factual knowledge, the advantage pen-users showed over keyboard-users did only occur when a week had elapsed between the lecture and the test. In immediate testing, there was no difference in performance of pen vs. keyboard users.

As a conference interpreter, I am quite thrilled by this study. It is not without remembering the famous client’s comment (“You are supposed to translate, not to understand.”) that our wonderful note-taking technique springs to mind. If hand-written, i. e. summarising, content-based notes are superior to verbatim typing, then just how much more efficient must interpreters’ notes be, which are designed to do exactly this, encoding conceptual relations? Wouldn’t it be interesting to repeat the same study with interpreters? And, by the way, shouldn’t the whole world learn how to take notes like interpreters do?

Then again, as a paperless interpreter I am in a way reassured to know that mere factual knowledge is eligible for keyboard-based processing after all. So I can still use my laptop computer while interpreting (simultaneously or consecutively) in order to note down some numbers, names or terms – be it for myself or for my colleague – while I rely on my brain for the rest of the job. But for “real” consecutive interpreting, pen and paper (or touchscreen) plus strong note-taking skills are the method of choice. And also in the preparation phase, when it comes to understanding the structure of a company or a particular workflow, there is no such thing as visualising them manually – ideally doing it the Matyssek or Rozan way.

PS: And if you are wondering how to bring the results of your spontaneous visualisations to your hard disc … What about the new microwaveable notebook?

————————–
About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

—————
Reference:
Pam A. Mueller1 and Daniel M. Oppenheimer2 (1Princeton University and 2University of California, Los Angeles): The Pen Is Mightier Than the Keyboard: Advantages of Longhand Over Laptop Note Taking. In: Psychological Science 2014, Vol. 25(6) 1159–1168; http://pss.sagepub.com/content/early/2014/04/22/0956797614524581

Booth-friendly terminology management – Flashterm.eu

Flashterm Suchergebnis

+++ for English see below +++

Wer – womöglich auch fürs Übersetzen – eigentlich lieber eine „richtige“ Terminologieverwaltung hätte, die obendrein aber noch kabinenfreundlich ist, der sollte einmal bei Flashterm von der Eisenrieth Dokumentations GmbH vorbeischauen. Flashterm basiert auf Filemaker und bietet die Klassiker der Eintragsmöglichkeiten wie Sachgebiete, Synonyme, Kontext usw. , aber auch das Anlegen von bis zu 10 persönlichen Merklisten, integrierte Wikipediaabfrage und vieles mehr. Die Abfrage ist sehr komfortabel (ignoriert natürlich Akzepte und dergleichen) und wird fürs Simultandolmetschen noch besser, wenn man das Interpreter-Modul dazukauft. Bei der Darstellung der Suchergebnisse werden (nebst Definition in der Ausgangssprache) die Benennungen in allen Zielsprachen angezeigt (zehn passen mindestens in die Anzeige). Insgesamt deutlich mehr als nur eine zweidimensionale Tabelle (auch „Glossar“ genannt). Funktioniert für 195 Sprachen – da müsste eigentlich für jeden was dabei sein!

– verfügbar für PC und Mac, ipad/iphone und browser-basiert
–  Solo-Edition derzeit kostenlos (Jubiläumsangebot)
– zusätzliches Interpreter-Modul für 299 EUR

Mehr zu dolmetschfreundlichen Terminologieprogrammen findet Ihr in den beiden Vorgängerbeiträgen:
Booth-friendly terminology management programs for interpreters – a market snapshot (LookUp, Interplex, InterpretBank)
Booth-friendly terminology management revisited – 2 newcomers (Interpreters‘ Help, Glossary Assistant)

—————–
Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widment sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

If what you are after is „real“ terminology management – e.g. because you double as a translator – but the program should still be booth-friendly, then you should definitely meet Flashterm by Eisenrieth Dokumentations GmbH. Flashterm is based on Filemaker and has the typical entry options like subject area, synonyms, context etc., but you can also create up to 10  personal memory lists, it has integrated Wikipedia query and much more. The query function is very handy (ignores accents and the like) and gets even better if you buy the supplementary „Interpreter“ module, wich offers an optimised search interface for the booth. Search results are displayed with the definition in the source language plus the equivalent terms in all your target languages (at least ten fit on the screen). All in all, this is much more than a two-dimensional table (aka „glossary“). It works with 195 languages, so I suppose it suits pretty much every taste.

– available for PC and Mac, ipad/iphone and browser-based
– Solo Edition free of charge at the moment (special anniversary promotion)
– supplementary „Interpreter“ module for 299 EUR

For more information about terminology management for interpreters, see previous articles on the subject:
Booth-friendly terminology management programs for interpreters – a market snapshot (LookUp, Interplex, InterpretBank)
Booth-friendly terminology management revisited – 2 newcomers (Interpreters‘ Help, Glossary Assistant)

——-
About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

Not-To-Do Lists and Not-To-Learn Words

not to learn - nicht lernen

+++ For English see below +++

To-Do-Listen sind eine feine Sache: Einmal aufgeschrieben, kann man lästige Aufgaben zumindest zeitweilig des Gedächtnisses verweisen, und überhaupt ist man viel organisierter und effizienter. Ich zumindest gieße seit Ewigkeiten alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, in eine Excel-Tabelle – seien es nun Geld, Arbeit, Adressbuch oder die Weihnachtsgeschenke der gesamten Familie.

Die ultimative Glückseligmachung des Selbstmanagements aber sind nicht die Listen, die uns sagen, was zu tun ist, sondern die Not-To-Do-Listen. Sie entschlacken unseren Alltag und schaffen erst die Freiräume für die wichtigen Dinge des Lebens. Die wichtigen Dinge des Lebens und Not-To-Do-Listen sollen aber mein Thema gar nicht sein, denn damit haben sich andere schon viel qualifizierter auseinandergesetzt, so etwa Pat Brans im Blog des Forbes-Magazin oder Timothy Ferriss, Autor des Buchs „Die 4-Stunden-Woche“.

Mich als Dolmetscherin erinnert dieser Ansatz nur unweigerlich an ein Prinzip, auf dem ich in Seminaren für Konferenzdolmetscher seit Jahren gerne herumreite, nämlich der Kosten-Nutzen-Abwägung bzw. Selektion beim Vokabellernen – zeitgeist-adäquat nun auch „not-to-learn words“ genannt. Das Prinzip bleibt das Gleiche: Regelmäßig ziehen wir bis an die Zähne vorbereitet in den Dolmetscheinsatz, im Gepäck Glossare (hoffentlich eher Datenbanken) mit lässig an die 100 bis 400 Termini. Aber alle auswendig lernen, womöglich so stark automatisiert, dass sie uns auch unter kognitiver Belastung mühelos einfallen? Manchmal eher nicht wirklich. Zumal nicht selten nur die Hälfte der vorbereiteten Terminologie überhaupt zum Einsatz kommt. Folglich ist es eine gute Idee, einen Teil der Terminologie von vorneherein bewusst auf die Nicht-Lernen-Liste zu setzen, statt die Entscheidung dem Zufall zu überlassen, an welche Termini wir uns nun im entscheidenen Augenblick erinnern. Um Kandidaten für diese Liste zu erkennen, kann man sich an drei Kriterien orientieren (oder in Huffington-Post-Deutsch: „Drei Wege, wie Sie Ihre persönlichen Not-To-Learn Words erkennen und damit Ihr ganzes Leben revolutionieren“):

– Man kann sie sich beim besten Willen nicht merken. Wenn es aber sein muss und die „zirkulierende Wirbelschichtverbrennung“/“circulating fluidized bed combustion“/“combustión en lecho fluidizado circulante“ nunmal ein zentraler Begriff ist, besser aufschreiben und immer gut sichtbar platzieren. Gut abgelesen ist allemal besser als schlecht gelernt.

– Kein Mensch weiß, wie wahrscheinlich es ist, dass dieser Begriff in der heutigen Konferenz und im restlichen Leben überhaupt je eine Rolle spielen wird. Besser abrufbar schriftlich/digital mitführen. Dabei macht es natürlich einen Unterschied, ob der Kontext für das „Schleierkraut“ im Blumenstrauß für die Vorsitzende zu suchen ist („lovely flowers!“) oder in einem Botanikerkongress („babies‘ breath, Gypsophila paniculata“).

– Lässt sich zur Not improvisieren. Ein Negativbeispiel hierfür wären militärische Ränge. Wenn aus Oberstleutnant Meyer „el Señor Meyer“ wird, macht das nicht unbedingt einen schlanken Fuß. Unersetzbares also besser lernen.

Und das Lustigste daran: Bestimmt sind es genau die Begriffe, die auf der Not-To-Learn-Liste stehen, die man unweigerlich doch im Kopf hat. Denn am Ende gilt eben immer: Dolmetscher wissen alles.

 

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

To-do lists are just lovely: Once you have put all nasty tasks down there, you can forget about them for a while and, what’s more, be just perfectly organised and highly efficient. I have been putting anything into spreadsheets for ages, be it money, jobs, my address book or the whole family’s Christmas gifts.

If, however, you want to go the extra mile on your way to happiness and self-management, you will most probably not want lists to tell you what you have to do, but rather what not to do – the famous “not-to-do lists”. They help to prune your daily life and leave room for what really matters. Now I am not the right person to tell you what really matters in life or how to handle not-to-do lists, as other more qualified people have done so before, such as Pat Brans on the Forbes magazine’s blog or Timothy Ferriss, author of the book „The 4-Hour Workweek“.

But still … these not-to-do lists remind me of something I have been dwelling upon for years in conference interpreting seminars: the principle of cost-benefit ratios and selection when it comes to learning vocab for a job – now probably to be called „not-to-learn words“. The principle remains the same: We often go to work prepared to the teeth, easily carrying with us some 100 to 400 terms in our glossaries (or, hopefully, rather data bases). But have we learnt them all by heart, ideally to a degree that makes us spit them out automatically in the right moment, even under cognitive load? Well, rather not, sometimes. And quite understandably so, as it occurs that half of the terminology prepared is not applied after all. Accordingly, it is a good idea to discard some of the terminology-to-be-learnt in advance and put it on your not-to-learn word list instead of relying on being lucky enough to retain the decisive terms. There are some criteria to identify the right candidates for your not-to-learn words (or, to put it in Huffington Post style: Three life-changing ways of creating your personal not-to-learn word list):

– You just cannot bring yourself to memorising this word (or expression). Now, if they really insist on talking about „zirkulierende Wirbelschichtverbrennung“/“circulating fluidized bed combustion“/“combustión en lecho fluidizado circulante“ all day, make sure to write it down and place it somewhere visible at all times. Better well read than badly remembered.

– You have no idea about how likely this term is to ever pop up in your conference or your life at all. Better have it with you on paper or computer. Of course, it makes a difference whether the “babies‘ breath“ or Gypsophila paniculata turns up in the context of a botanical congress („Schleierkraut“) or in the bunch of flowers the president receives for her birthday (“tolle Blumen!”).
– If necessary, you might get away with an impromptu solution. A negative example of this is military ranks, which just can’t be invented. And if Lieutenant Meyer becomes „el Señor Meyer“, this will not exactly make you shine as an interpreter. You better learn the irreplaceable.

And the funny thing is that, at the end, you are bound to remember exactly the terms you put on the not-to-learn list. After all, interpreters just know it all.

Organise your meeting documents with MS-OneNote – Sitzungsunterlagen perfekt im Zugriff mit Onenote

+++ for English see below +++

Warum scheuen viele Dolmetscher eigentlich davor zurück, völlig papierfrei in die Kabine zu gehen, und wechseln lieber zwischen einem Stapel ausgedruckter Dokumente auf der einen Seite und einem Computer als reine Vokabelsuchmaschine auf der anderen Seite hin und her? Ich vermute, der Grund ist dieser:

Cluttered Desktop
Dokumentenchaos auf dem Computerbildschirm – zum Vergrößern klicken

Man kann einfach nie sicher sein, dass man das richtige Dokument zu richtigen Zeitpunkt auf dem Bildschirm hat. Aber – Ihr ahnt es bereits – auch für dieses Problem gibt es eine App! Das Notizprogramm OneNote von Microsoft ermöglicht es, Informationen aus verschiedensten Quellen an einer Stelle übersichtlich darzustellen, seien es Word-/Excel-/Powerpoint-Dateien, PDFs, gescannte Dokumente, Webseiten oder auch handschrifliche Notizen.

Ein Notizbuch mit dem Namen „Conference A“ kann beispielsweise in die Abschnitte Day 1, Day 2 und Day 3 gegliedert werden, die über die Reiter oben erreicht werden. Innerhalb jedes Abschnitts, also für jeden Konferenztag, kann man dann beliebig viele „Seiten“ anlegen – das sind die hübschen Registerreiter rechts an der Seite.

OneNote Bespielstruktur - zum Vergrößern klicken
OneNote Bespielstruktur – zum Vergrößern klicken

 

Dabei ist eine Seite anders als in der Textverarbeitung in der Länge nicht begrenzt auf ein bestimmtes Papierformat. In eine Seite kann man mehrere Dokumente einfügen, die dann untereinander erscheinen. Also bspw. unter „Agenda“ nicht nur die Tagesordnung, sondern auch andere Sitzungsinformationen wie etwa die Teilnehmerliste oder die Teamaufstellung. Selbst ganze Webseiten lassen sich einlesen. Gerade diese Woche noch habe ich ein 30-seitiges Excel-Glossar plus sechs Powerpoint-Präsentationen mit OneNote gebändigt.

OneNoteInsert
OneNote Einfügefunktion – zum Vergrößern klicken

Einmal in OneNote eingefügt, lassen sich die Texte und Abbildungen hervorragend bearbeiten, farblich hervorheben, bekritzeln und mit Textfeldern versehen.

OneNote Ttext bearbeiten - zum Vergrößern klicken
OneNote Ttext bearbeiten – zum Vergrößern klicken

 

Sehr charmant ist die Suchfunktion. Man kann sämtliche Sitzungsdokumente auf einen Schlag durchsuchen (STRG+E), aber am meisten beeindruckt hat mich, dass die Suchfunktion auch Zeichenketten in Bilddateien erkennt, das heißt OneNote hat eine eingebaute optische Zeichenerkennung (OCR). So können auch gescannte oder abfotografierte Dokumente optimal ausgeschlachtet werden.

OneNote PictureFileSearch
OneNote Suchfunktion – zum Vergrößern klicken

 

Wer ein MS-Office-Paket gekauft oder abonniert hat, bekommt OneNote kostenfrei dazu. Ansonsten kann man es separat kaufen. Für wen das nicht in Frage kommt, für den könnte das kostenlose Evernote oder auch Laverna eine Alternative sein. Letzteres erfordert nicht einmal eine Registrierung und wird vor allem mit der vertraulichen Umgang bzw. der Verschlüsselung der Daten.

Alle drei Programme ermöglichen die Speicherung in der Cloud und den Zugriff auf die Notizbücher von Computer und mobilen Geräten.

Wie immer freue ich mich über Eure Erfahrungsberichte!

——————————————————————————————————————————————————————-

Why do many interpreters still shy away from going into the booth with no printed paper at all and prefer alternating between a pile of paper on the one side and their computer serving as a mere vocab-searching device on the other? I suspect the reason is as follows:

Cluttered Desktop – click to enlarge

You just never feel safe bringing the right document to the screen at the right moment. But – guess what – there is an app (if not a fully-fledged program) for that! Microsoft’s note-taking software OneNote enables you to organise and visualise information from different sources in one „notebook“, be it Wword, Excel, Powerpoint or pdf files, scanned documents, website or handwritten notes.

For example, a notebook named „Conference A“ can be subdivided in sections Day 1, Day 2 and Day 3, which can easily be accessed by clicking on the tabs above. Within each section (or conference day) you can create many different pages, which can be seen on the right hand side, e.g. one for the agenda, one for each presentation and one for glossaries.

OneNoteStructure
OneNote sample structure – click to enlarge

 

A „page“ in OneNote, unlike word-processing, is not limited in length to a paper format. You can add many different documents to one page which will then be displayed one after the other. So within the page named „Agenda“, you might well add the list of participants or your team sheet below. It is even possible to insert complete websites. Just this week I have handled a spreadsheet glossary of 30 pages plus six powerpoint presentations in OneNote.

OneNoteInsert
OneNote insert elements – click to enlarge

 

Once a document has been inserted into OneNote, texts, graphs and pictures can be highlighted, underlined, scribbled on and text elements added.

OneNote Draw
OneNote draw and highlight – click to enlarge

 

What I find most enticing is the search function. All the documents of one notebook can be searched in one go (CTRL+E), even (which is what impressed me most) image files. OneNote finds strings of characters in scanned documents, i.e. it has an optical character recognition included. So scans and photographs can be exploited to the utmost.

OneNote PictureFileSearch
OneNote search function – click to enlarge

 

Those of you who have a Microsoft Office license will get OneNote for free. Otherwise, it can be bought separately, or else you might try Evernote or Laverna instead, which are free of charge. The latter does not even require registration and encrypts your data for confidentiality.

All three solutions provide cloud storage and access both from your computer and mobile devices.

As usual, I will be happy to read about your experience!

Booth-friendly terminology management revisited – 2 newcomers

The nice thing about blogging is that if you miss something out, you are safe to find out within 24 hours.

Interestingly, the programs presented in my last article are obviously the „veterans“ of terminology management for conference interpreters (most of them have been around for years, since long before tablets and smartphones appeared). Two brand new booth-friendly terminology management programs have been brought to my attention (both still in beta version), and I am delighted to share this with you:

Interpreters‘ Help by Benoît Werner and Yann Plancqueel (Berlin, Paris)

A browser-based web application, i.e. it works on any device (for Mac OS users, there is an additional program called Boothmate, which works offline as well). It is organised in glossaries, with straightforward editing functions, unlimited (I take it) number of language colums and a limited number of additional columns (comment, category, definition, acronym, other). It is great for keeping your terminology up to date at all ends (cloud, PC, tablet, smartphone) and sharing it with colleagues. The search function is very swift with the hit list being narrowed down with every additional character you type. Does not ignore accents or umlauts (what’s the English plural of umlaut, btw?).

Available for any operating system (browser-based), additionally Boothmate for Mac OS X.
Cost: free public glossaries, pricing options  9.99 – 49.00 €/months (-10% if paid anually).

Glossary Assistant by Reg Martin (Switzerland)

Glossary Assistant is Android-only. It is still in its initial phase, so it is only available via shared link from the regmartin96@gmail.com.
It concentrates on comfortable viewing of glossaries on android-tablets (not so much on phones), editing the glossaries is also possible. Once converted into txt, glossaries can be copied to your tablet then added to Glossary Assistant. It relies very much on short-touch, long-touch and swiping, and once you get the hang of it, viewing and sorting it is really intuitive. The app offers „clean“ and „dirty“ searching, the latter meaning that it ignores accents and umlauts. This app is still being worked on, so don’t be shy and test it in order to help Reg meet our requirements!

Available for Android tablets.
Cost: Currently available free of charge.

Now it’s your turn! I am looking forward to reading your comments, feel free to share your experience, questions or any other booth-friendly terminology management programs I have missed out.

Booth-friendly terminology management programs for interpreters – a market snapshot

– This one comes in English, as many non-German-speaking colleagues have asked for it. –

This article is meant to give you a very brief overview of the terminology management programs that I am aware of (in alphabetical order), made for simultaneous interpreters. I have tried to highlight the merits and downsides that in my experience are the most relevant when it comes to making a decision. For detailed descriptions of the respective systems, just follow the links, or post your questions here so that we can sort them out together, with the help of the respective proprietors.

Interplex (Peter Sand, Geneva)

Very much appreciated by those colleagues who have accumulated tons of valuable thematic glossaries in Word or Excel files. You can import them into Interplex and search them all at once (or in selected glossaries), and edit them as well. It has a great search function ignoring all the accents and special characters I tried. It is very straightforward so you can start working with it in no time. It does not, however, allow for classifying/filtering your terms by customers, subject fields, conferences, date etc.

Available for Windows, iPhone and iPad.
Cost: 75 $, free demo (I think there is a student discount, but it doesn’t say so on the website – just ask Peter).

InterpretBank (Claudio Fantinuoli, Germersheim)

Very user-friendly, many nice functions; organised by glossaries (which, technically speaking, are subject areas tagged to each entry), has all the essential data categories (customer, project etc.) and a very nice flashcard-like memorising function. Quick-search function which ignores accents. It is limited to five languages and you cannot add endless numbers of individual data fields.

Available for Windows, Mac and Android.
Free trial, full license: 59 €, student license: 39 €, free demo license for university teachers (and their students).

Also see my more recent review of InterpretBank 4.

LookUp (Christoph Stoll, Heidelberg)

Very sophisticated and has a great quick-search function which literally allows you to blind-type the first few letters of a word and the hit list appears without you even having to hit the enter button. It is limited to four languages, of which only three can be displayed at a time.  The search function does not ignore accents and other special characters. It has many data fields (customer, subject, project etc. and even semantic relations)  and corresponding filtering and sorting functions; to my knowledge, it is the interpreter-specific terminology management tool which comes closest to the „real“ terminology systems (SDL Trados and the like).

Available for Windows. Free download.

TERMINUS (Nils Wintringham, Zürich)

Quick-search function, classification by glossaries and „groups“ (customer, subject group etc.) using descriptors, a concept which I find quite enticing as it is both easy to use and allows for differentiated classification of your terms. Don’t use the default installation folder under Windows 8 or 10.

Available for Windows.
CHF 148 plus VAT, 50 % off for academia, free demo.

For those of you who still just can’t decide, I suggest you start with a plain table in MS-Excel, MS-Access (my favourite), Filemaker and the like. It enables you to keep all your terminology in one place and you have the basic sorting, filtering and searching functions. Those simple table structures can be imported into virtually any terminology management system once you have decided on one.

When working in a team and preparing for a very technical conference, I very much like to share a Google spreadsheet (i.e. share the terminology work). It can save huge amounts of time. But you must really make sure not to enter your customer’s confidential data there, so I would not recommend it as a general terminology management tool.

And last but not least: If there are any other terminology management systems for conference interpreters, please let me know. Also, if the proprietors of the above mentioned programs want to add or correct anything of the above, feel free to use the comments! And anyone who just wants to share their experience, please do so as well.

——–

Addendum: Immediately after publication of this blog, I was made aware of two more very recent (and indeed very modern) programs, GlossaryAssistant and InterpretersHelp. Here’s more about them: http://blog.sprachmanagement.net/?p=305.

In addition, there is a summary table which gives you an overview of all the terminology tools for interpreters I am aware of, which I try to keep up to date.