Extract Terminology in No Time | OneClick Terms | Ruckzuck Terminologie extrahieren

[for German scroll down] What do you do when you receive 100 pages to read five minutes before the conference starts? Right, you throw the text into a machine and get out a list of technical terms that give you a rough overview of what it’s all about. Now finally, it looks like this dream has come true.

OneClick Terms by SketchEngine is a browser-based (a big like) terminology extraction tool which works really swiftly. It has all it takes and nothing more (another big like): Upload – Settings – Results.

Once you are logged in for your free trial, OneClickTerms accepts the formats tmx, xliff (2.x), pdf, doc(x), html, txt. The languages supported are Czech, German, English, Spanish, French, Italian, Japanese, Korean, Dutch, Polish, Portuguese, Russian, Slovak, Slovenian, Chinese Simplified, Chinese Traditional.

The settings in my opinion don’t really need to be touched. They include:

  • how rare or common should the extracted terms be
  • would you like to see the word form as it appears in the text or the base form
  • how often should a term candidate occur in the text in order to make it to the list of results
  • do you want numbers to appear in your results
  • how many terms should your list of results contain

When I tried OneClick Terms, it delivered absolutely relevant results at the first go. I uploaded an EU text on the free flow of non-personal data (pdf of about 100 pages) at about 8:55 am and the result I got at 8:57, displayed right on the same website, looked like this (and yes, the small W icons behind the words are links to related Wikipedia articles!):

It actually required rather four clicks than OneClick, but the result was worth the effort. There isn’t a lot of „noise“ (irrelevant terms) in the term candidate list, one of the reasons that often put me off in the past when I tried to use term extraction tools to prepare for an interpreting assignment. In the meeting where I tested OneClickTerms, at the end the only word I missed in the results was the regulatory scrutiny board. Interestingly, it was also missing from the list I had obtained from a German text on the same subject (Ausschuss für Regulierungskontrolle). But all the other relevant terms that popped up during the meeting were there. And what is more, by quickly scanning the extraction list in my target language, German, I could activate a lot of terminology I would otherwise definitely have had to think about twice while interpreting. So to me it definitely is a very efficient way of reducing the cognitive load in simultaneous interpreting.

The results list can be downloaded as a txt file, but copy & paste into MS Excel, for example, works just as fine, plus it puts both single and multi words into the same column. After unmerging all cells the terms can easily be sorted by frequency, which makes your five-minute emergency preparation almost perfect (as perfect as a five-minute preparation can get, that is).

Furthermore, even if you do have enough time for preparation, extracting and scanning the terminology as a first step may help you to focus on the substance when reading the text afterwards.

There is a free one month trial, after that the service can be subscribed to from 100 EUR/year (or 12.32 EUR/month) plus VAT. It includes many other features, like bilingual corpus building – but that’s a different story.

About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.


Noch fünf Minuten bis zum Konferenzbeginn und ein hundertseitiges pdf zur Vorbereitung schneit (hoffentlich elektronisch) in die Kabine. Was macht man? Klar: Text in eine Maschine werfen, Knopf drücken, Terminologieliste wird ausgespuckt. Damit kann man sich dann zumindest einen groben Überblick verschaffen … Nun, es sieht so aus, als sei dieser Traum tatsächlich wahr geworden!

OneClick Terms von SketchEngine ist ein browser-basiertes (super!) Terminologieextraktionstool, das extrem einfach in der Handhabung ist. Es hat alles, was es braucht, und mehr auch nicht (ebenfalls super!). Upload – Einstellungen – Ergebnisse. Fertig.

Wenn man sich mit seinem kostenlosen Testaccount eingewählt hat, kann man eine Datei im folgenden Format hochladen: tmx, xliff (2.x), pdf, doc(x), html, txt. Die unterstützten Sprachen sind Tschechisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Slowakisch, Slowenisch, Chinesisch vereinfacht und Chinesisch traditionell.

Die Einstellungen muss man zuächst einmal gar nicht anfassen. Möchte man es doch, kann man folgende Parameter verändern:

  • wie häufig oder selten sollte der extrahierte Terminus sein
  • soll das Wort in der (deklinierten oder konjugierten) Form angezeigt werden, in der es im Text vorkommt, oder in seiner Grundform
  • wie oft muss ein Termkandidat im Text vorkommen, um es auf die Ergebnisliste zu schaffen
  • sollen Zahlen bzw. Zahl-/Buchstabenkombinationen in der Ergebnisliste erscheinen
  • wie lang soll die Ergebnisliste sein

Als ich OneClick Terms, getestet habe, bekam ich auf Anhieb äußerst relevante Ergebnisse. Ich habe um 8:55 Uhr einen EU-Text über den freien Verkehr nicht-personenbezogener Daten hochgeladen (pdf, etwa 100 Seiten) und hatte um 8:57 Uhr gleich im Browser das folgende Ergebnis angezeigt (und ja, die kleinen Ws hinter den Wörtern sind Links zu passenden Wikipedia-Artikeln!):

Es waren zwar eher vier Klicks als EinKlick, aber das Ergebnis war die Mühe Wert. Es gab wenig Rauschen (irrelevante Termini) in der Termkandidatenliste, einer der Gründe, die mich bislang davon abgehalten haben, Terminologieextraktion beim Dolmetschen zu nutzen. In der Sitzung, bei der ich OneClickTerms getestet habe, fehlte mir am Ende in der Ergebnisliste nur ein einziger wichtiger Begriff aus der Sitzung, regulatory scrutiny board. Dieser Ausschuss für Regulierungskontrolle fehlte interessanterweise auch in der Extraktionsliste, die ich zum gleichen Thema anhand eines deutschen Textes erstellt hatte. Alle anderen relevanten Termini, die während der Sitzung verwendet wurden, fanden sich aber tatsächlich in der Liste. Und noch dazu hatte ich den Vorteil, dass ich nach kurzem Scannen der Liste auf Deutsch, meiner Zielsprache, sehr viele Terminie schon aktiviert hatte, nach denen die ich ansonsten während des Dolmetschens sicher länger in meinem Gedächtnis hätte kramen müssen. Für mich definitiv ein Beitrag zur kognitiven Entlastung beim Simultandolmetschen.

Die Ergebnisliste kann man als txt-Datei herunterladen, aber Copy & Paste etwa in MS-Excel hinein funktioniert genauso gut. Man hat dann auch gleich die Einwort- und Mehrwort-Termini zusammen in einer Spalte. Wenn man den Zellenverbund aufhebt, kann man danach auch noch die Einträge bequem nach Häufigkeit sortieren. Damit ist die Fünf-Minuten-Notvorbereitung quasi perfekt (so perfekt, wie eine fünfminütige Vorbereitung eben sein kann).

Aber selbst wenn man jede Menge Zeit für die Vorbereitung hat, kann es ganz hilfreich sein, bevor man einen Text liest, die vorkommende Terminologie einmal auf einen Blick gehabt zu haben. Mir zumindest hilft das dabei, mich beim Lesen stärker auf den Inhalt als auf bestimmte Wörter zu konzentrieren.

Man kann OneClick Terms einen Monat lang kostenlos testen, danach gibt es das Abonnement ab 100,00 EUR/Jahr (oder 12,32 EUR/Monat) plus MWSt. Es umfasst noch eine ganze Reihe anderer Funktionen, etwa auch den Aufbau zweisprachiger Korpora – aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

Zeit sparen bei der Videovorbereitung | How to save time when preparing video speeches

Videos als Vorbereitungsmaterial für eine Konferenz haben unzählige Vorteile. Der einzige Nachteil: Sie sind ein Zeitfresser. Man kann nicht wie bei einem schriftlichen Text das Ganze überfliegen und wichtige Stellen vertiefen, markieren und hineinkritzeln. Zum Glück hat Alex Drechsel sich in einem Blogbeitrag dazu Gedanken gemacht und ein paar Tools ausgegraben, die dem Elend ein Ende bereiten. Danke, Alex 🙂

Please enjoy Alex Drechsel’s blog post on how to make preparing video speeches less of a hassle.

Booth notes wanted for a study | Kabinenzettel für Studienzwecke gesucht

Dear fellow conference interpreters! For a study on information management in the booth, I am currently collecting sample booth notes (those papers you scribble terminology, names, numbers, acronyms or whatever on). So if you would like to make your personal contribution to this study, it would be great if you could email or whatsapp me a scan or foto of your booth notes to ruetten@sprachmanagement.net or +49 178 2835981. Your notes will of course be treated confidentially. Thanks a lot in advance!

Liebe DolmetschkollegInnen! Für eine informationswissenschaftliche Studie sammle ich derzeit Kabinenzettel, also die Blätter, auf denen Ihr Eure Notizen jeglicher Art verewigt, sei es Terminologie, Namen, Abkürzungen oder was auch immer. Wenn Ihr mir also einen Eurer Schriebe zur Verfügung stellen möchtet, würde ich mich sehr freuen. Gerne als Scan oder Foto emailen oder appen an ruetten@sprachmanagement.net oder 0178 2835981. Natürlich wird alles vertraulich behandelt. Schon jetzt mein herzliches Dankeschön!

Wissensmanagement im Konferenzdolmetschen – ein bisschen Theorie

Was bedeutet eigentlich Wissensmanagement für Konferenzdolmetscher?

Was man für einen Dolmetscheinsatz wissen muss, ist schnell beschrieben: So ziemlich alles in allen Arbeitssprachen. Auf der Händlertagung eines Waschmaschinenherstellers kann es plötzlich um Fußballtaktik gehen, der CFO bei einer Bilanzpressekonferenz hat womöglich eine Schwäche für Bibelzitate. Deshalb gilt grundsätzlich: Die Vorbereitung ist nie zu Ende. Da aber bekanntlich Zeit Geld ist und selbst Dolmetscher nicht alles wissen können, ist bei unserer Informations- und Wissensarbeit der Management-Begriff entscheidend, das Streben nach dem Bestmöglichen zur Erreichung des Ziels (anstelle eins unreflektierten Abarbeitens).

Strategisch ist dabei die qualifizierte Entscheidung zwischen dem Bereithalten von Information (auf Papier oder im Computer) und dem Aneignen von Wissen (im Kopf). Dieses Wechselspiel zwischen Daten, Information und Wissen ist typisch für die verschiedenen – ineinandergreifenden – Verarbeitungsebenen der Dolmetschvorbereitung:

Zusammentragen von Daten und Recherche relevanter Informationen (Tagesordnung, alte Protokolle, Präsentationen, Manuskripte, Webseiten der involvierten Parteien, Glossare),

fehlende Information wie Sachzusammenhänge und terminologische Lücken recherchieren, Auswertung und Aufbereitung der Informationen,

Nutzung der aufbereiteten Informationen, also Abgleichen mit dem eigenen Wissensbestand, Abruf und Einbindung (gezieltes Lernen der wichtigsten Terminologie und Sachverhalte bzw. das intuitive Auffindbarmachen im Dolmetscheinsatz).

Semiotik des Dolmetschens

Ähnlich wie in einem Zeichensystem finden sich auch in der Dolmetschsituation drei Informations- und Wissensdimensionen: die sprachliche, wahrnehmbare Form, die Begriffswelt (Inhalt) und die außersprachliche Wirklichkeit (Situation). Diese drei „Himmelsrichtungen“ können in der Dolmetschvorbereitung als innerer Kompass Orientierung bieten.

Anders als Übersetzer oder Terminologen arbeiten Dolmetscher für den Moment, für eine einmalige Situation mit einer definierten Gruppe von Beteiligten. Entsprechend hat diese Situation mehr Gewicht, verleit aber auch mehr Freiheit. „Richtig“ gedolmetscht ist, was hier akzeptiert oder bevorzugt wird, auch wenn es außerhalb dieser Runde niemand verstehen würde. Was korrekt belegt ist, sei es durch eine Norm, ein Nachschlagewerk oder Referenzliteratur, wird umgekehrt nicht zwingend von den Zuhörern verstanden, sei es aufgrund des Bildungshintergrundes oder auch einer anderen regionalen Herkunft.

Selbstverständlich ist es durchaus wichtig, die andersprachigen Benennungen etwa für Aktiengesellschaft, Vorstand, Aufsichtsrat und Verwaltungsrat zu kennen (Form). Im Notfall sind solche Benennungen aber nachschlagbar oder (oft effizienter) mit Druck auf die Räuspertaste bei den Kollegen erfragbar. Ist der semantische Zusammenhang zwischen diesen Begriffen bzw. die Unterschiede zwischen den Systemen unterschiedlicher Länder nicht klar (Inhalt), so wird das Füllen dieser Verständnislücke ad hoc schwierig, und die durch fehlendes Verständnis entstehenden inhaltlichen Dolmetschfehler wiegen oft schwerer als „das falsche Wort“, das aber den Inhalt dennoch transportiert. Noch irritierender wirkt es mitunter, wenn das situative Verständnis fehlt, sprich die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden mit der des Vorstandsvorsitzenden verwechselt wird. Bei aller sprachlich-fachlichen Einarbeitung sollte man daher nie vergessen, sich die konkrete Kommunikationssituation zu vergegenwärtigen.

Wenn nun also Informations- und Wissensmanagement für Dolmetscher bedeutet, sich nach jedem Dolmetscheinsatz zu fragen, ob man als Wissensarbeiter optimal gearbeitet hat, wo sind denn dann die Stellschrauben, an denen man drehen kann? Grundsätzlich lohnt es sich, verschiedene Optimierungsansätze für sich selbst einmal zu durchdenken.

Selektion

Die hohe Kunst der effizienten Dolmetschvorbereitung – bzw. des Informationsmanagements im Allgemeinen – liegt häufig im Abwägen: Welche Informationen bzw . welches Wissen benötigt man (am dringendsten), was ist entbehrlich? Siehe hierzu auch Not-To-Learn Words.

Extraktion

Bei tausend Seiten Text, zweitausend Powerpoint-Folien oder einem 400-Einträge-Glossar ist es eine gute Idee, das Wichtigste (siehe oben) zu extrahieren/herauszufiltern/herauszusuchen. Für die Extraktion von Terminologie aus Texten gibt es mehr oder weniger gut funktionierende Tools. Für die inhaltliche Seite lohnt sich mitunter auch die Suche nach “menschlichen” Zusammenfassungen zu bestimmten Themen, zu vielen bekannteren Büchern gibt es für wenig Geld auch redaktionell angefertigte Zusammenfassungen, die EU hat gar eine spezielle Seite mit Zusammenfassungen von Rechtsakten angelegt.

Eingrenzen und Erweitern

Meistens hat man entweder zu viel oder zu wenig Information.

Im Internet lässt sich das zu viel oder unbrauchbar oft durch ein paar Handgriffe erledigen: Verwenden von Ausschlusswörtern (ein Minuszeichen oder NOT vor das Wort setzen), Eingrenzung auf eine bestimmte Seite (site:) verwandte Seiten finden (related:), Definitionen suchen (define:), Berücksichtigung von Synonymen bei der Suche (~), Herkunftsland (loc:) usw. Wenn man die zahlreichen Online-Nachschlagewerke durchsuchen möchte, können Such-Tools, die verschiedene Quellen gleichzeitig durchsuchen, die Arbeit erleichtern und Nerven schonen – so etwa sb.qtrans.de.

Bei der eigenen Terminologie ist es wichtig, dass man die Suche wahlweise nach Themenbereich („Bilanzen“), Kunden, Sprachen, Anlass („Jahresbilanzpressekonferenz Firma XY in Z“) oder Art der Veranstaltung (etwa EBR) eingrenzen kann.

Übersichtlichkeit

Verbringt man (gefühlt) mehr Zeit mit dem Suchen als mit dem Finden, so kann es sinnvoll sein, gedanklich einen Schritt zurückzutreten und zu überlegen, an welcher Stelle genau es ruckelt. Beispielsweise kann man zu einem Auftrag alle Informationen in einer Excel-Datei sammeln (Tagesordnung, Glossar etc.), um diese auf einen Schlag durchsuchen zu können. Bei sehr vielen Manuskripten oder zu diskutierenden Sitzungsdokumenten können auch Notizbuch-Programme wie MS-OneNote oder Evernote hervorragend für Übersicht und Ordnung sorgen. Prinzipiell findet man seine Termini schneller, wenn man sie in einer einzigen Datenbank ablegt und nicht in unterschiedlichen Dokumenten – denn früher oder später gibt es immer Überschneidungen zwischen verschiedenen Einsatzbereichen oder Kunden. Muss man in der Kabine mit dem Blick bzw. der Aufmerksamkeit ständig zwischen Computer und Papierunterlagen wechseln, kann es sich lohnen, eine bewusste Entscheidung gegen diesen Medienbruch zu treffen und konsequent am Rechner oder auf Papier zu arbeiten.

Wenn in einer Sitzung mit Paralleltexten gearbeitet wird, etwa wenn ein Vertragstext diskutiert wird, lohnt es sich, über eine ordentliche Paralleltextanzeige nachzudenken. Oft leistet das Kopieren in eine Tabelle hier wahre Wunder, aber auch der Import in ein Translation-Memory-System ist, wenn das Alignieren einigermaßen funktioniert, eine sehr komfortable Kabinenlösung. Selbst pdfs in mehreren Sprachen lassen sich mit einem praktischen Tool nebeneinanderlegen.

Strukturierung

Ordnung ist da halbe Leben … warum eigentlich? Ganz einfach: Man verbringt nicht so viel Lebenszeit mit dem Überlegen, wo man dieses und jenes nun hinräumen soll bzw. hingeräumt hat. Deshalb ist beispielsweise eine ordentliche Dateiablagesystematik und eine Terminologiedatenbank ein Beitrag zur schnellen Wissenslückenfüllung im Dolmetscheinsatz sowie zur allgemeinen Dolmetscherzufriedenheit. Hinzu kommt, dass eine gute Datenstruktur der beste Weg zur Null-Nachbereitung ist. Zumindest beim Simultandolmetschen meist leicht zu bewerkstelligen, ist es nützlicher, motivierender und leichter zu merken, Wissenslücken gleich in der Anwendungssituation zu recherchieren. Wenn man die gefundene Information ordentlich ablegt (Terminologie dem Kunden/Thema/Anlass zugeordnet), erübrigt sich die Nachbereitung am eigenen Schreibtisch.

Systematisierung und Beschleunigung

Egal, wie gut man sich strukturiert und organisiert, manchmal ist man einfach nicht schnell genug oder vergisst das Wichtigste. Hier hilft es, Standards zu schaffen. Handlungen, die eine Gewohnheit sind, erfordern weniger Aufmerksamkeit und Energie. Immer die gleiche Ablagesystematik bei E-Mails und Dokumenten, eine Checkliste für die Angebotserstellung, Standardfragen („Wer macht Was mit Wem Wozu?“) bei mündlichen Kundenbriefings, Rituale bei der Aktivierung von Passivwissen. Manches kann man auch an den Computer delegieren, zum Beispiel die Erinnerung an die Steuererklärung oder das Abonnieren von Zeitungen und Newslettern.

Oft kann Software helfen, etwa beim gleichzeitigen Durchsuchen unzähliger Dateien mit einer Desktopsuchmaschine, beim Abgleich von Texten mit Glossaren oder bei der Alignierung verschiedener Sprachfassungen mittels eines Translation-Memory-Systems. Aber auch rein geistige, nicht computergestützte Fähigkeiten lassen sich beschleunigen, so etwa durch das Erlernen effizienterer Lesetechniken wie Improved Reading.

Kooperation und Arbeitsteilung

Noch relativ neu, aber aus dem Dolmetschalltag vieler Kollegen schon kaum noch wegzudenken, sind cloudbasierte Plattformen zur Teamzusammenarbeit. Vor allem bei extrem fachspezifischen und dichten Konferenzen, in denen das Dolmetschteam sich die Vorbereitungsarbeit teilt, bieten sie eine Möglichkeit, emeinsam und doch unabhängig voneinander v.a. Terminlogie zu erarbeiten und Dokumente abzulegen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Team ist immer auf dem gleichen Stand, kann sich zu Detailfragen austauschen, jeder kann die Wissenslücken des anderen ergänzen. Wenn eine solche einfache Datenbank gut strukturiert ist, hat auch jeder die Möglichkeit, seine persönliche Ansicht zu generieren, ohne von subjektiv als irrelevant empfundenen Daten „gestört“ zu werden.

Und bei dieser Vielzahlt an Möglichkeiten gilt natürlich genau wie in der Kabine: Nur nicht die Übersicht verlieren 😉

————————
Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

Informations- und Wissensmanagement im Konferenzdolmetschen. Sabest 15. Frankfurt: Peter Lang. [Dissertation] www.peterlang.net

Booth-friendly terminology management: Glossarmanager.de

Believe it or not, only a few weeks ago I came across just another booth-friendly terminology management program (or rather it was kindly brought to my attention by a student when I talked about the subject at Heidelberg University). It has been around since 2008 and completely escaped my attention. So I am all the happier to present today yet another player on the scene of interpreter-friendly terminology management tools:

Glossarmanager by Glossarmanager GbR/Frank Brempel (Bonn, Germany)

As the name suggests, in Glossarmanager terms are organised in different glossaries, each glossary including the data fields language 1 („Sprache 1“), language 2 („Sprache 2“), synonym, antonym, picture and comment. The number of working languages in each glossary is limited to two (or three if you decide to use the synonyms column for a third language). Each glossary can also be subdivided into chapters („Kapitel“).

Glossarmanager GlossarEdit

You may import and export rtf, csv and txt files, so basically anything that formerly was a text or table/spreadsheet document, and the import function is very user-friendly (it lets you insert the new data into an existing glossary and checks new entries against existing ones, or create a new glossary).

The vocab training module requires typing in and is very unforgiving, so each typo or other deviation from what is written in the database counts as a mistake. But if you are not put off by the nasty comments („That was rubbish“, „Please concentrate!“) or the even nastier learning record, you may well use this trainer as a mental memorising tool without typing the required terms.

The search module comes as a small window which, if you want it to, always stays in the foreground. Entering search terms is intuitive and mouse-free and the results can be filtered by language pairs, glossaries and authors. Ignoring of special characters like ü, è, ß etc. and case-sensitive search can be activated. Right under the hit list, Glossarmanager provides (customisable) links to online resources for further searching.

Glossarmanager Suche

Available for Windows

Cost: Free of charge (download here and use the free licence key)

————————–

About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

The Future of Interpreting & Translating – Professional Precariat or Digital Elite?

Interpreters being paid by the minute (or hour) nowadays does not seem as inconceivable as it used to be. Technically speaking, small worktime and payment units have become easier to handle, thus more probable to be applied. The question arises if working and being paid on a micro or macro level, as the two extremes, bring about any special advantages or disadvantages for interpreters/translators and their customers – a question I would like to share some thoughts with you about, paying special attention to the information and knowledge aspect.

Knowledge work

Interpreters and translators are knowledge workers constantly moving back and forth between different linguistic and technical knowledge systems. In order to do so, they rely on their own knowledge base being complemented by external information sources. This consultation of external sources is what I call “secondary knowledge work”, it is performed in order to properly perform the actual, primary knowledge work, i.e. the interpreting assignment or translation at hand. Interpreters do so mainly during preparation and, to a limited extent, on the job when doing ad hoc research and after the job while a translator’s secondary knowledge work tends to be more intermittent and less clearly distinguishable from the primary task of translating.

primary and secondary knowledge work in interpreting

Macro knowledge work

What interpreters need to know in order to interpret a certain speech goes far beyond the text itself both technically, linguistically and pragmatically. In a macro knowledge work scenario, they have indeed acquired this knowledge. Ideally (but not necessarily) they are all-round language service providers to companies and organisations – cooperating if need be with a team of freelance colleagues – taking care of anything ranging from translations (documentation, website, brochures, meeting documents, even short emails) and terminology to interpretation of meetings, sales events, negotiations and short phone calls. Micro work elements like interpreting (or making) the said phone call, answering spontaneous terminological questions or translating single sentences smoothly integrate into the macro level of long-term, relatively large-volume language service provision. There is no need for extensive secondary knowledge work in order to familiarise with the respective industry, company products, background and intentions of the persons involved and the company terminology and typical jargon, the background knowledge as a decisive production factor having been acquired (and financed) in the course of the long-term cooperation. Primary and secondary knowledge work go hand in hand. In this scenario, a company may well draw from the extensive insight the interpreter or translator has and rely on their professional judgement and advice.

Micro knowledge work

Sometimes the cost and effort of recruiting a proper specialist would by far exceed the benefit. This is the case when no context knowledge is required to fulfil the task or when quality simply does not pay off. If the customer lives off selling very cheap products and needs multilingual categorising or key word finding for tons of products just to feed the search engines, then less quality for less money is a business case. A company may give thousands of words to a dozen translators and have them translated in no time, saving time and money by not investing in the meaningful translation of a text that, after all, has a very life-expectancy.

When confidential matters are interpreted, like in medical or legal interpreting, the customer would rather see the insight gained by the interpreter disappear without traces from the interpreter’s memory, just like current assets in a factory, rather than make use of it.

Under certain circumstances context knowledge may even be a caveat when, for example, unbiased and unprejudiced views are required and, in the opinion of the customer, an informed interpreter might be prejudiced and render a pre-filtered version of what is being said on the basis of what he or she considers important or unimportant.

In all these cases, no secondary knowledge work is required, and everyone is just fine with the interpreter mentally operating within a confined space of information. However, in most interpreting settings the task becomes extremely difficult without a wider view on the technical, linguistic and pragmatic background.

Macro payment

When remuneration is based on larger units – like in the case of employees’ monthly or annual salaries – the long-term benefit provided to the company or organisation by the employee based on their experience, training, soft skills etc. positively influences the amount being paid (macro payment). The largest usual payment unit for freelance interpreters is a day and for translators an hour (if not paid by the word or line). Without an in-depth survey it is hard to tell whether the knowledge acquired in the long run by the interpreter, as well as the time required for the secondary knowledge work dedicated to a special assignment, are factored in when these fees are calculated. Conference interpreters tend to argue that their daily fees include preparation. However, when analysing the typical cost structures, this often turns out not to be true (see AIIC Blog article about this subject).

Generally speaking, the larger the work volume the smaller will be the proportion of secondary knowledge work in relation to the primary task. This is due to a certain scale effect when working on a macro level, for the effort of familiarisation/knowledge acquisition can be allocated to a larger amount of work. This may be a long and/or repeated assignment or the sum of translation plus interpreting plus any other minor linguistic support like phone calls and emails, provided that these tasks are in a way interrelated. For example,  interpreters being present at a meeting have translated the documentation beforehand or translate the minutes afterwards and also interpret the occasional phone call between the meeting participants. As they are familiar both with the subject matter and with the people involved, they will not have to prepare as much as someone unfamiliar and, more importantly, be able to compensate the loss of visual and contextual information on the phone and read (or hear) between the lines more easily.

Larger work volumes tend to be remunerated in larger payment units. Let’s say a two-day interpreting assignment will hardly be paid by the hour, whereas this might be the case for a two-hour job and a customer might tend to pay a fifty-minute job by the minute. However, if a small one-off project involving a small amount of micro working units (minutes) is not embedded in a long term, macro-type of cooperation but “informed” interpreting is still required then macro payment will be more appropriate in order to account for the secondary knowledge work required. It does not necessarily have to be in big payment units as long as the preparation effort is factored in. However, this may be easier to factor into bigger payment units.

Micro payment

In translation, payment in small units like words or lines (i.e. characters) has been common practice for a long time. In interpreting, it is becoming increasingly popular at least from the customer side what with Voice over IP and remote interpreting techniques. Crowd sourcing platforms offer a superb technical environment for assigning micro jobs and will be happy to inform crowd workers about their excessive pricing (without knowing their cost base) simply based on a comparison of prices indicated by their competitors. With smaller payment units, the focus may be reduced to mere primary knowledge work with the secondary knowledge work being lost out of sight and thus not being factored in both time-wise and financially (micropayment). This may be a sensible thing to do for the reasons mentioned above – basically if the job at hand requires low qualification. It may, however, happen accidentally – i.e. when “informed” macro knowledge work is required and the additional effort of macro knowledge work is not assigned to the small payment units. The idea of working and paying on a macro level while using small payment units may sound contradictory at first. But it works perfectly well for many translators provided they don’t calculate their fees on the basis of some words being typed away. The same goes for interpreting, which might even be charged by the minute as long as the scope of the calculation is not limited to the mere physical presence of the interpreting person. It may, however, be difficult to calculate if the amount of minutes needed is unknown beforehand. If, for example, a price per minute were to be fixed for “over the phone” interpreting, this would have to vary in the extreme according to the number of minutes bought. If the interpreter prepares three hours and charges 80 EUR/hours worked then the price per minute will have to be 240 EUR for one minute interpreted, 48 EUR/minute for five minutes interpreted (not counting the actual minutes of interpretation so far) and 5.50 EUR/minute for 60 minutes interpreted. The principle (and difficulty) of calculating volume discounts becomes quite clear here.

The role of software

Crowd sourcing and job platforms first and foremost facilitate the search for and selection of interpreters and translators for both large and small jobs. In translation business, translation memory systems (if possible cloud-based) may then help in having many different people work on one text simultaneously. On the other hand, those systems also offer positive solutions for long term cooperation with reliable data bases growing over time –a perfect support for efficient macro knowledge work with benefits for both sides. In interpreting, so far no similarly beneficial technical development can be reported, at least not to my knowledge. If there is something I have missed out on, please let me know in the comments!

————————–

About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

Airtable.com – a great replacement for Google Sheets | tolle Alternative zu Google Sheets

+++ for English see below +++

Mit der Terminologieverwaltung meiner Träume muss man alles können: Daten teilen, auf allen Geräten nutzen und online wie offline darauf zugreifen (wie mit Interpreters’ Help/Boothmate für Mac oder auch Google Sheets), möglichst unbedenklich Firmenterminologie und Hintergrundinfos des Kunden dort speichern (wie bei Interpreters’ Help), sortieren und filtern (wie in MS Access, MS Excel, Lookup, InterpretBank, Termbase und anderen), individuelle Voreinstellungen wie Abfragen und Standardwerte festlegen (wie in MS Access) und, ganz wichtig: den Terminologiebestand so durchsuchen, dass es kaum Aufmerksamkeit kostet, also blind tippend und ohne Maus, eine inkrementelle Suche, die sich nicht darum schert, ob ich “rinon” oder “riñón” eingebe, und mir so oder so sagt, dass das Ding auf Deutsch Niere heißt, möglichst in Form einer gut lesbaren Trefferliste (wie Interplex und InterpretBank es tun).

Airtable, eine gelungene Mischung aus Tabellenkalkulation und Datenbank, kommt der Sache ziemlich nah. Es ist sehr intuitiv in der Handhabung und sieht einfach gut aus. Das Sortieren und Filtern geht sehr leicht von der Hand, man kann jedem Datensatz Bilder, Dateianhänge und Links hinzufügen und unterschiedliche Abfragen (“Views”)  von Teilbeständen der Terminologie (etwa für einen bestimmten Kunden, ein Thema, eine bestimmte Veranstaltungsart oder eine Kombination aus allem) definieren und auch Standartwerte für bestimmte Felder festlegen, damit man z. B. den Kundennamen, die Konferenzbezeichnung und das Thema nicht jedesmal neu eingeben muss. Die Detailansicht, die aufpoppt, wenn man auf eine Zeile klickt, ist auch super.  Eigene Tabellen lassen sich in Nullkommanix per Drag & Drop einfügen oder importieren. Und im Übrigen gibt es eine Menge nützlicher Tastenkombinationen.

Teamglossare (oder was auch immer) können von verschiedenen Personen über die iPad-, iPhone- oder Android-(beta)-App oder die Browseroberflächer bearbeitet werden. Allerdings können bei Zugriff über den Browser die Daten nicht offline bearbeitet und später online synchronisiert werden. Das funktioniert nur über die mobile App. Die Daten werden bei der Übermittlung und Speicherung verschlüsselt.

Nur eine Sache vermisse ich bei Airtable schmerzlich, nämlich die oben beschriebene intuitive, akzent-ignorierende Suchfunktion, die ihre Fundstücke in einer Trefferliste präsentiert, statt mich von Suchergebnis zu Suchergebnis hüpfen zu lassen. Ansonsten aber eine wahrhaft schnuckeliges Datenbankanwendung, nicht nur für Terminologie!

Airtable ist kostenlos, solange jede Tabelle nicht mehr als 1500 Zeilen umfasst. Für bis zu 5000 Zeilen bezahlt man 12 $ monatlich und für bis zu 50 000 Zeilen 24 $.

Übrigens: Eine Übersicht von am Markt verfügbaren Terminologieverwaltungsprogrammen für Dolmetscher findet sich hier.

————————–

Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

My perfect terminology database must be shareable, portable and accessible both on and off line (like Interpreters’ Help/Boothmate for Mac and also Google Sheets) but at the same time trustworthy to the point that companies feel comfortable having their terminology stored there (like Interpreters’ Help), sortable and filterable (like MS Access, MS Excel, Lookup, InterpretBank, Termbase and others), customisable with pre-defined views and default values (like in MS Access) and, very importantly, searchable in a way that requires almost no attention – meaning a mouse-free, incremental search function that does not care whether I type “rinon” or “riñón” and tells me that it is kidney in English either way (like Interplex and InterpretBank do), if possible in an easy-to-read hit list.

Airtable, a mix of spreadsheet and database, seems to get very close to it. It is very intuitive to handle and, even more so, it looks just nice and friendly. It has very comfortable sorting and filtering, you can add pictures, links and files, define different views of subsets of your data (like for a specific customer, particular subject area, type of conference or a combination thereof) and set default values so that, while working at a given conference, you don’t need to type the conference name, customer and subject area time and again when entering new terms. And the detailed view of each data set popping up at one click or tap is just lovely. You can import or drag and drop your tables in no time. And Airtable has loads of useful keyboard shortcuts, by the way.

Team glossaries (or anything else) can be worked on by several people and accessed via an iPad, iPhone and Android (beta) app or the browser-based interface, although, when using the browser interface, there is no way to edit your data offline and update the online version later. This works on the mobile apps only. Data being transferred back and forth as well as stored data are encrypted.

The one thing I miss most on Airtable is an intuitive, accent-ignoring search function as described above, which displays hit lists instead of jumping from one search hit to the next. But apart from that, Airtable is just great for data management, not only in terms of „terms“.

It is free of charge as long as your tables don’t have more than 1500 lines, costs 12 $ per month for up to 5000 lines per database and 24 $ for up to 50 000 lines per database.

If you need an overview of available terminology management tools for conference interpreters, click here.

————————–

About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

Dictation Software instead of Term Extraction? | Diktiersoftware als Termextraktion für Dolmetscher?

+++ for English see below +++

Als neulich mein Arzt bei unserem Beratungsgespräch munter seine Gedanken dem Computer diktierte, anstatt zu tippen, kam mir die Frage in den Sinn: „Warum mache ich das eigentlich nicht?“ Es folgte eine kurze Fachsimpelei zum Thema Diktierprogramme, und kaum zu Hause, musste ich das natürlich auch gleich ausprobieren. Das High-End-Produkt Dragon Naturally Speaking, von dem mein Arzt schwärmte, wollte ich mir dann aber doch nicht gleich gönnen.  Das muss doch auch mit Windows gehen und mit dem im Notebook eingebauten Raummikrofon, dachte ich mir (haha) … Eingerichtet war auch alles in Nullkommanix (unter Windows 10 Auf Start klicken, den Menüpunkt „Erleichterte Bedienung“ suchen, “ Windowsspracherkennung“ auswählen) und los ging’s. Beim ersten Start durchläuft man zunächst ein kurzes Lernprogramm, das die Stimme kennenlernt.

Und dann konnte es auch schon losgehen mit dem eingebauten Diktiergerät, zunächst testhalber in Microsoft Word. Von den ersten zwei Spracheingaben war ich auch noch einigermaßen beeindruckt, aber schon bei „Desoxyribonukleinsäure“ zerplatzten alle meine Träume. Hier meine ersten Diktierproben mit ein paar gängigen Ausdrücken aus dem Dolmetschalltag:

– 12345
– Automobilzulieferer
– Besserungszeremonien Kline sollte es auch viel wie Wohnen Nucleinsäuren für das (Desoxyribonukleinsäure)
– Beste Rock Siri Wohnung Klee ihnen sollte noch in Welle (Desoxyribonukleinsäure)
– Verlustvortrag
– Rechnungsabgrenzungsposten
– Vorrats Datenspeicherung
– Noch Händewellenlänge (Nockenwelle)
– Keilriemen
– Brennstoffzellen Fahrzeuge

Gar nicht schlecht. Aber so ganz das Spracherkennungswunder war das nun noch nicht. In meiner Phantasie hatte ich mich nämlich in der Dolmetschvorbereitung Texte und Präsentationen entspannt lesen und dabei alle Termini und Zusammenhänge, die ich im Nachgang recherchieren wollte, in eine hübsche Tabelle diktieren sehen.  Aber dazu musste dann wohl etwas „Richtiges“ her, wahrscheinlich zunächst einmal ein gescheites Mikrofon.

Also setzte ich mich dann doch mit der allseits gepriesenen Diktiersoftware Dragon Naturally Speaking auseinander, chattete mit dem Support und prüfte alle Optionen. Für 99 EUR unterstützt die Home-Edition nur die gewählte Sprache. Die Premium-Version für 169 EUR unterstützt die gewählte Sprache und auch Englisch. Ist die gewählte Sprache Englisch, gibt es nur Englisch. Möchte ich mit Deutsch, Spanisch, Englisch und womöglich noch meiner zweiten C-Sprache Französisch arbeiten, wird es also erstens kompliziert und zweitens teuer. Also verwarf ich das ganze Thema erst einmal, bis wenige Tage später in einem völlig anderen Zusammenhang unsere liebe Kollegin Fee Engemann erwähnte, dass sie mit Dragon arbeite. Da wurde ich natürlich hellhörig und habe es mir dann doch nicht nehmen lassen, sie für mich und Euch ein bisschen nach ihrer Erfahrung mit Spracherkennungssoftware auszuhorchen:


Fee Engemann im Interview am 19. Februar 2016

Wie ist die Qualität der Spracherkennung bei Dragon Naturally Speaking?

Erstaunlich gut. Das Programm lernt die Stimme und Sprechweise kennen und man kann ihm auch neue Wörter „beibringen“, oder es liest über sein „Lerncenter“ ganze Dateien aus. Man kann auch Wörter buchstabieren, wenn das System gar nichts mehr versteht.

Wozu benutzt Du Dragon?

Ich benutze es manchmal als OCR-Ersatz, wenn eine Übersetzungsvorlage nicht maschinenlesbar ist. Das hat den Vorteil, dass man gleich den Text einmal komplett gelesen hat.

In der Dolmetschvorbereitung diktiere ich meine Terminologie in eine Liste, die ich dann nachher durch die Begriffe in der anderen Sprache ergänze. Das funktioniert in Word und auch in Excel. Falls es Schwierigkeiten gibt, liegt das evtl. daran, dass sich die Kompatibilitätsmodule für ein bestimmtes Programm deaktiviert haben. Ein Besuch auf der Website des technischen Supports schafft hier Abhilfe. Für Zeilenumbrüche und viele andere Befehle gibt es entsprechende Sprachkommandos. Wenn man das Programm per Post bestellt und nicht als Download, ist sogar eine Übersicht mit den wichtigsten Befehlen dabei – so wie auch ein Headset, das für meine Zwecke völlig ausreichend ist. Die Hotline ist im Übrigen auch super.

Gibt es Nachteile?

Wenn ich einen Tag lang gedolmetscht habe, habe ich danach manchmal keine Lust mehr, mit meinem Computer auch noch zu sprechen. Dann arbeite ich auf herkömmliche Art.

Wenn man in unterschiedlichen Sprachen arbeitet, muss man für jede Sprache ein neues Profil anlegen und zwischen diesen Profilen wechseln. Je nach Sprachenvielfalt in der Kombination könnte das lästig werden.


Mein Fazit: Das hört sich alles wirklich sehr vielversprechend an. Das größte Problem für uns Dolmetscher scheint – ähnlich wie bei der Generierung von Audiodateien, also dem umgekehrten Weg – das Hin und Her zwischen den Sprachen zu sein. Wenn jemand von Euch dazu Tipps und Erfahrungen hat, freue ich mich sehr über Kommentare – vielleicht wird es ja doch noch was mit der Terminologieextraktion per Stimme!

Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

The other day, when I was talking to my GP and saw him dictate his thoughts to his computer instead of typing them in, I suddenly wondered why I was not using such a tool myself when preparing for an interpreting assignment? So I asked him about the system and, back home, went to try it myself straight away. Although what I was planning to do was not to buy the high-end dictation program Dragon Naturally Speaking I had been recommended, but instead to go for the built-in Windows speech recognition function and the equally built-in microphone of my laptop computer (bad idea) … The speech recognition module under Windows 10 was activated in no time (got to the Start menu, select „Ease of Access > Speech Recognition„) and off I went.

When the voice recognition function is first started, it takes you through a short learning routine in order to familiarise itself with your voice. After that, my Windows built-in dictation device was ready. For a start, I tried it in Microsoft Word. I found the first results rather impressive, but when it came to „Desoxyribonukleinsäure“ (deoxyribonucleic acid), I was completely disillusioned. See for yourselves the results of my first voice recognition test with some of the usual expressions from the daily life of any conference interpreter:

– 12345
– Automobilzulieferer
– Besserungszeremonien Kline sollte es auch viel wie Wohnen Nucleinsäuren für das (Desoxyribonukleinsäure)
– Beste Rock Siri Wohnung Klee ihnen sollte noch in Welle (Desoxyribonukleinsäure)
– Verlustvortrag
– Rechnungsabgrenzungsposten
– Vorrats Datenspeicherung
– Noch Händewellenlänge (Nockenwelle)
– Keilriemen
– Brennstoffzellen Fahrzeuge

Not bad for a start – but not quite the miracle of voice recognition I would need in order to live this dream of dictating terminology into a list on my computer while reading documents to prepare for an interpreting assignment. Something decent was what I needed, probably a decent microphone, for a start.

So I enquired about the famous dictation software Dragon Naturally Speaking, chatted with one of the support people and checked the options. For 99 EUR, Dragon’s Home Edition only supports one language. The Premium Edition for 169 EUR supports one selected language plus English (If you choose English when buying the software, it is English-only.)  If I want German, Spanish, English and possibly also my second C-language, French, it gets both complicated and expensive. So I discarded the whole idea until, only a few days later, our dear colleague Fee Engemann happened to mention to me – in a completely different context – that she actually worked with Dragon! I was all ears and spontaneously asked her if she would like to share some of her experience with us in an interview. Luckily, she accepted!


Interview with Fee Engemann February 19th, 2016

What is the voice recognition quality of Dragon Naturally Speaking like?

Surprisingly good. The program familiarises itself with your voice and speech patterns, and you can also „teach“ it new words, or let it read loads of new words from entire files. You can also spell words in case the system does not understand you at all.

What do you use Dragon for?

I use it as an OCR substitute when I get a text to translate which is not machine-readable. The big advantage is that once you have done that, you know the entire text.

When preparing for an interpreting assignment, I dictate my terminology into a list and add the equivalent terms in the other language once I have finished reading the texts. That works in MS-Word and MS-Excel. If there are problems, this may be due to the compatibility module for a certain program being deactivated. The technical support website can help in this case. There are special commands for line breaks and the like. And if you order the software on a CD (instead of simply downloading it), your parcel will not only include a list with the most important commands, but also a headset, which is absolutely sufficient for my purpose. And by the way … the hotline is great, too.

Are there any downsides?

After a whole day of interpreting, I sometimes don’t feel like talking to my computer. In this case, I simply work the traditional way.

When working with several languages, you must create one profile per language and switch between them when switching languages. This may be quite cumbersome if you work with many different languages.


My personal conclusion is that this all sounds very promising. As always, our problem as conference interpreters with these technologies (just like when creating multilingual audio files, i.e. the other way around) seems to be the constant changing back and forth between languages. If any of my readers has experience or good advice to share, I will be happy to read about it in the comments – maybe voice-based term extraction is not that far away after all!

————————–

About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

 

 

 

 

 

 

 

GetSEMPER.com – Charmant-penetranter Vokabeltrainer | Persistant, though charming: your personal vocab trainer

„Aktivierung von Schlüsselterminologie“, „Memor(is)ierung“ oder „Vokabelpauken“ – egal, wie man es nennt: Eine gewisse Basisausrüstung an Fachterminologie muss einfach ins Hirn. Hierzu kann man sich Listen ausdrucken, Karteikarten schreiben oder eine Reihe von Apps und Programmen nutzen (Anki, Phase 6, Langenscheidt und Pons wurden mir bei einer Spontanumfrage unter Kollegen genannt, auch die InterpretBank bietet ein Lernmodul), die sich aber bei mir in der Praxis nicht durchgesetzt haben, weil ich mich damit einigermaßen vorsätzlich hinsetzen und lernen müsste … puuhhh. Da lasse ich mich schon lieber von einem sprechenden Glossar berieseln und hoffe, dass das Gehörte irgendwie hängenbleibt.

Umso wachsamer wurde ich, als in verschiedenen Zeitschriften und Blogs Semper empfohlen wurde, eine Lern-App, die ganz proaktiv und aufdringlich jedes Mal, wenn man sein Handy aktiviert,  eine Lernfrage stellt. Ganz im Sinne des Microlearning, denn kleine Lerneinheiten in wechselnden Situationen funktionieren ja sehr viel besser als stundenlanges Pauken an einem Ort. Ruckzuck hatte ich die App installiert und nach kurzem Stöbern in den verfügbaren „Packs“ (virtuelle Karteikartenstapel; ich setze sie immer in Anführungsstriche, damit niemand denkt, ich rede von einer Art Gesocks) war klar: Das mach ich mal besser selbst. Dazu musste ich mich im Browser bei www.getsemper.com anmelden (wenn man ein Google-Konto hat, am besten damit) und hattte nach wenigen Klicks ein eigenes Pack erschaffen.

GetSemper CreatePack1

Und um dieses dann mit Inhalt zu füllen, wurde ich zu meinem großen Erstaunen zu einer GoogleSheets-Tabelle weitergeleitet, denn nichts anderes ist ein solches „Pack“ – der PackCreator von Semper ist schlichtweg ein Add-On. Sehr praktisch, wo doch Gemeinschaftsglossare in der Cloud ohnehin gerade in Mode ist.

GetSemper PackCreator Waste EN-DE

Jedenfalls kopiert man einfach seine zu lernenden Wortliste aus jeder x-beliebigen Tabelle in die entsprechenden Spalten, klickt auf „Publish“ und schon wird das „Pack“ an das eigene Handy geschickt und erscheint in der Semper-App – und man findet die Datei zudem in der eigenen Google-Ablage unter „zuletzt verwendet“ und kann so ziemlich einfach darauf zugreifen, wenn man etwas ändern oder die wichtigsten Termini für den nächsten Auftrag hineinpacken möchte.

So habe ich mir mal flott ein „Pack“ mit meinen „Darüber-muss-ich-immer-zu-lange-nachdenken“-Termini Deutsch-Spanisch erstellt und, weil es so viel Spaß machte, gleich noch eins in Englisch-Deutsch aus der EU-Abfallstatistiknomenklatur (Verordnung 2150/2002). Und nun werde ich beharrlich bei jedem Aktivieren des Handybildschirms nach Müllsorten, Chemikalien oder Insekten in meinen verschiedenen Arbeitssprachen gefragt.

Mir persönlich gefällt dabei der Karteikartenmodus („Flashcard“) besser als der Multiple-Choice-Modus, aber das ist sicher Geschmackssache.

GetSemper Android 2016_01_28_11.44.54

Herzallerliebst ist übrigens auch die Audioausgabe, wenn man sich die Elemente seiner Vokabelliste einzeln ansieht und dabei auf das Lautsprechersymbol klickt.

GetSemper Android Options

Man kann wählen, ob man nur beim Entsperren des Smartphone-Bildschirms („Lockscreen“) abgefragt wird oder auch dann, wenn man bestimmte Apps öffnet („Loadscreen“). Mein Selbstversuch dauert bislang ca. 48 Stunden an, aber schon nach 10 Minuten konnte ich sagen, dass mich die Loadscreen-Funktion zuverlässig in den Wahnsinn treiben würde. Über die Abfrage beim LockScreen freue ich mich hingegen auch nach 48 Stunden noch wie eine Schneekönigin, zumal die Handhabung sehr geschmeidig ist. Wir sprechen uns dann in einem Monat noch einmal …

PS: Sehr schöne Studie zum Thema Microlearning am Handy: Lindemann, Oliver et al.. (2013). Learning Effects of Arithmetic Problem Solving while Unlocking a Mobile Phone. Zenodo. 10.5281/zenodo.18094

————————
Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

„Activation of key terminology“, „memorising“ or „vocab learning“ – no matter what you call it, the fundamentals of terminology just need to be there in your brain (and not only on paper/hard disk). You can print lists or make flashcards or use one of those many apps and programs to learn your words (Anki, Phase 6, Langenscheidt and Pons was what colleagues mentioned spontaneously, InterpretBank also has a learning module), but none of these have made their way into my daily routine as an interpreter so far, basically because I couldn’t be bothered to sit down and study my vocab … I would rather listen to one of my talking glossaries and hope that the words would somehow find their way into my memory.

So I was all the more intrigued by a learning app that I read about some time ago in several magazines and blogs: Semper is a proactive and pushy little fellow who asks you impertinent vocab questions each time you unblock your smartphone screen. Real microlearning, actually: tiny memorising units dispersed over the day in changing contexts are much more effective than long learning sessions at one place. I quite liked the idea and installed Semper on my Android phone straightaway. After searching the vast amount of available „packs“ (virtual  stacks or decks of flashcards), it was clear to me that I wanted my own pack, so I opened my desktop browser and logged on at www.getsemper.com (preferably do this with your Google account if you have one) and a few clicks later I had created my first pack.

GetSemper CreatePack1

In order to fill this pack with life (i.e. weird words to learn), to my great surprise I was brought to a quite familiar place: GoogleSheets. A Semper „pack“ is just that: A Google sheet with an add-on called PackCreator –which comes in quite handy, with shared Google glossaries becoming rather fashionable these days.

GetSemper PackCreator Waste EN-DE

So all I had to do was copy & paste a word list from my own database into the columns, click „publish“ and off it went. A few minutes or even seconds later my brand new pack arrived in the Semper app on my mobile phone. And I can also still find it in my personal GoogleDrive (under „recent“), which makes it very easy to modify and put in the latest vocab for the next job.

I enjoyed myself so much that I not only created one Spanish-German pack with all those words that always take me just a second too long to recall but also an English-German one containing the EU waste nomenclature (taken from regulation 2150/2002). And now each time I unlock the screen of my phone  I will be tested infallibly on waste categories, chemicals or weird insects in one of my working languages.

As to the testing mode, I personally prefer the „Flashcard“ mode from the „Multiple Choice“ one, but I suppose that’s a matter of personal preference.

GetSemper Android 2016_01_28_11.44.54

If you open your pack and look at the elements in detail, you will even find a very charming audio output feature (click on the speaker symbol).

GetSemper Android Options

You can also choose if you only wish to be tested when unlocking your screen („Lockscreen“) or also when you open certain apps („Loadscreen“). My self-experiment has been on for about 48 hours now, and although it only took me 10 minutes to find out that the loadscreen function would drive me completely insane, I am still delighted to answer Semper’s questions each time I unlock my phone. We’ll speak again in a month …

PS: Worth reading: Lindemann, Oliver et al.. (2013). Learning Effects of Arithmetic Problem Solving while Unlocking a Mobile Phone. Zenodo. 10.5281/zenodo.18094

————————–
About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

 

How to build one nice multilingual file from several PDFs | Aus zwei (PDFs) mach eins – übersichtliche mehrsprachige PDFs erstellen | Cómo crear un archivo PDF multilingüe

+++ for English see below +++ para español, aun más abajo +++

Wir kennen ihn alle: Den über hundert Seiten langen Geschäftsbericht, vollgepackt mit Grafiken, Tabellen und wertvollen Informationen, und das – Halleluja! – nicht nur im Original, sondern auch noch in 1a-Übersetzung(en) . Einen besseren Fundus für die Dolmetschvorbereitung kann man sich kaum vorstellen. Nur: Wie bändige und berge ich diesen Schatz? In zwei Excel-Tabellenspalten kopieren? Funktioniert mit solchen Mammut-Dokumenten nur mäßig. Alignieren? Viel Erfolg, mit einem pdf-Dokument … Ausdrucken und nebeneinanderlegen? In einer handelsüblichen Kabine eher beschwerlich. So erlebt zuletzt im vergangenen Sommer, als dann Ignacio Hermo schließlich die Wunderwaffe im Internet zutage gefördert hat: A-PDF N-up Page, ein Programm, das mehrere pdf-Dokumente nicht nur einfach zusammenführt (also alle hintereinanderklatscht), sondern auch die entsprechenden Seiten ordentlich nebeneinanderstellt. Das Ergebnis eignet sich dann hervorragend zum Parallel-Lesen und als Nachschlagewerk.

Eventuell muss man nach der Installation einmalig unter Option/Settings/Page Range „merge all PDF files to one …“ aktivieren. Danach ist die Bedienung denkbar einfach: Man wählt oben die beiden Dateien aus und klickt unten auf „N-up Page …“.

N-Up_1 small

Als Ergebnis erhält man ein pdf, in dem die beiden Sprachen hübsch ordentlich nebeneinander erscheinen:

PDF merged English Spanish

Und natürlich funktioniert das auch mit Powerpoints und anderen Formaten, wenn man sie vorher in pdf konvertiert.

Möchte man nun womöglich mehr als zwei Sprachen nebeneinander sehen (wobei man dann bei der Lesbarkeit an die Grenzen handelsüblicher Bildschirme stößt), so fügt man immer zwei Sprachen in eine Datei zusammen und diese beiden zweisprachigen Dateien (oder auch eine einsprachige plus eine zweisprachige Datei) verschmelzt man dann wiederum in einem zweiten Schritt zu einer drei- bzw. viersprachigen.

N-Up four filesN-Up three files

 

 

 

 

 

Das Ergebnis sieht dann mit drei Sprachen so aus (für deutlichere Darstellung Grafik anklicken):

DE EN ES merged

… und bei vier Sprachen so:

PDF merged EN DE ES FR

Zwar gibt es auch einen so genannten „4-Up“-Modus, dieser legt aber dann die vier Sprachen nicht alle nebeneinander. Man muss dazu wissen, dass das Programm eigentlich dazu gedacht ist, die Seiten eines pdf-Dokuments für den Buchdruck passend anzuordnen. An Dolmetscher hat bei der Entwicklung eher niemand gedacht.

————————-
Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widmet sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

We all know those huge annual reports, over a hundred pages full of charts, tables and valuable information, and, would you believe it, not only in the original language, but also translated (and excellently so) into the other relevant language(s). You couldn’t possibly think of any better source of information in order to prepare for your interpreting assignment. But how to best exploit this abundance of information? Copy everything into two columns of a spreadsheet? Hardly ever works with such massive documents. Align them in a translation memory program? Good luck then, as PDF files don’t actually have a track record of aligning easily. Print everything and spread it out in the booth? Maybe not, at least not if your booth is less than XXL.

When I last encountered this problem back in June, my team mate Ignacio Hermo went through the trouble of searching the internet for the magic solution, and finally found it – A-PDF N-up Page, a program that not only merges several PDF documents into one (simply putting them one behind the other), but also puts the corresponding pages of the different language versions neatly next to each other. The result perfectly serves our purpose of reading the different languages in parallel and of using this multilingual text corpus as a tailor-made encyclopaedia for this particular conference.

After installation, you may have to go to Option/Settings/Page Range once and activate „merge all PDF files to one …“. After that, the tool is really easy to handle: just select your files using the „add file“ button and then click on the „N-up Page …“ button below.

N-Up_1 small

The result is a PDF doc where the two language versions appear nicely next to each other:

PDF merged English Spanish

And obviously, this also works with any Powerpoint presentation and other file formats, as long as you convert them into PDFs before merging them.

If you are crazy enough to consider viewing more than two language versions at a time (the only limit is the screen, obviously) then simply merge two and two and then again merge the two bilingual files (or one bilingual and one monolingual).

N-Up four filesN-Up three files

 

 

 

 

 

This is what the trilingual result looks like (click on the picture to see it clearly) …

DE EN ES merged

… and here’s the quadrilingual file:

PDF merged EN DE ES FR

The tool also has a so-called „4-Up“ mode, but this does not put each page in four languages together. No surprise, though, considering that this program was originally made to arrange the pages of an ordinary pdf file in such a way that it can be printed as a book. No one had us conference interpreters in mind then.

————————–
About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

+++ Versión española +++

Todos las conocemos, estas enormes memorias anuales de más de cien páginas, repletas de gráficos, tablas y un montón de información super útil, y todo eso incluso viene perfectamente traducido a todos los idiomas de la conferencia o la empresa. Increíble, ¿verdad? El único problema con el que nos encontramos ahora es el de saber cómo manejar esta inmensa cantidad de información valiosa, tanto en cabina como a la hora de prepararnos para la conferencia. Copiar y pegarlo todo en dos (o más) columnas de una tabla Excel a duras penas nos funcionaría, con tantos gráficos, tablas y demás cosas. Tampoco serviría de mucho alinearlo en una memoria de traducción, dado que los pdfs no tienen fama de alinearse bien.  Entonces imprimirlo todo y colocarlo sobre la mesa en cabina? Pues no, a no ser que la cabina sea de tamaño XXL.

La última vez que me encontré con este problema, este verano, nuestro querido compañero Ignacio Hermo se puso a buscar la herramienta mágica en internet, y – ¿como ven? – la encontró: A-PDF N-up Page, un programa que no sólo combina varios documentos tipo pdf en uno (colocándolos uno tras otro) sino que los ordena de tal forma que las páginas en los diferentes idiomas aparecen una al lado de la otra. Queda bien bonito y nos sirve perfectamente para leer en varios idiomas en paralelo y consultar este enorme corpus de texto como enciclopedia específica de esta conferencia en particular.

Después de haber instalado el programa, puede ser que tenga que ir a Option/Settings/Page Range una vez y activar „merge all PDF files to one …“. Después resulta facilísimo usar esta herramienta: Simplemente se seleccionan los archivos usando el botón „Add File“ de arriba y se pincha en el botón „N-up Page …“ de abajo – y ya se arma el archivo multilingüe.

N-Up_1 small

El resultado es un documento tipo pdf en donde aparecen las dos versiones lingüísticas una al lado de la otra:

PDF merged English Spanish

Evidentemente, esto también funciona con presentaciones tipo Powerpoint o cualquier otro formato mientras se convierta en pdf primero.

Y si se les ocurre visualizar más de dos idiomas a la vez (el único límite es el formato de la pantalla), simplemente tienen que combinar siempre dos con dos y luego, en un segundo paso, volver a unir los dos archivos bilingües (o uno bilingüe con uno monolingüe).

N-Up four filesN-Up three files

 

 

 

 

 

Así se ve el resultado trilingüe (para verlo más claro, hay que hacer clic en la imagen): 

DE EN ES merged

… y este es el archivo cuatrilingüe:

PDF merged EN DE ES FR

El programa también tiene una función llamada „4-Up“, pero ésta no coloca las páginas de tal manera que las diferentes versiones lingüísticas de una misma página aparezcan juntas. No es de sorprender, considerando que la idea del tool era la de reorganizar las páginas de un pdf normal como para poder imprimirlo como libro. Al programarlo, nadie tenía en mente las necesidades de los intérpretes de conferencias.

————————–

La autora:
Anja Rütten es intérprete de conferencias autónoma para alemán (A), español (B), inglés y francés (C), domiciliada en Düsseldorf/Alemania. Se dedica al tema de la gestión de los conocimientos desde mediados de los años 1990.