Organise your meeting documents with MS-OneNote – Sitzungsunterlagen perfekt im Zugriff mit Onenote

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Warum scheuen viele Dolmetscher eigentlich davor zurück, völlig papierfrei in die Kabine zu gehen, und wechseln lieber zwischen einem Stapel ausgedruckter Dokumente auf der einen Seite und einem Computer als reine Vokabelsuchmaschine auf der anderen Seite hin und her? Ich vermute, der Grund ist dieser:

Cluttered Desktop
Dokumentenchaos auf dem Computerbildschirm – zum Vergrößern klicken

Man kann einfach nie sicher sein, dass man das richtige Dokument zu richtigen Zeitpunkt auf dem Bildschirm hat. Aber – Ihr ahnt es bereits – auch für dieses Problem gibt es eine App! Das Notizprogramm OneNote von Microsoft ermöglicht es, Informationen aus verschiedensten Quellen an einer Stelle übersichtlich darzustellen, seien es Word-/Excel-/Powerpoint-Dateien, PDFs, gescannte Dokumente, Webseiten oder auch handschrifliche Notizen.

Ein Notizbuch mit dem Namen „Conference A“ kann beispielsweise in die Abschnitte Day 1, Day 2 und Day 3 gegliedert werden, die über die Reiter oben erreicht werden. Innerhalb jedes Abschnitts, also für jeden Konferenztag, kann man dann beliebig viele „Seiten“ anlegen – das sind die hübschen Registerreiter rechts an der Seite.

OneNote Bespielstruktur - zum Vergrößern klicken
OneNote Bespielstruktur – zum Vergrößern klicken

 

Dabei ist eine Seite anders als in der Textverarbeitung in der Länge nicht begrenzt auf ein bestimmtes Papierformat. In eine Seite kann man mehrere Dokumente einfügen, die dann untereinander erscheinen. Also bspw. unter „Agenda“ nicht nur die Tagesordnung, sondern auch andere Sitzungsinformationen wie etwa die Teilnehmerliste oder die Teamaufstellung. Selbst ganze Webseiten lassen sich einlesen. Gerade diese Woche noch habe ich ein 30-seitiges Excel-Glossar plus sechs Powerpoint-Präsentationen mit OneNote gebändigt.

OneNoteInsert
OneNote Einfügefunktion – zum Vergrößern klicken

Einmal in OneNote eingefügt, lassen sich die Texte und Abbildungen hervorragend bearbeiten, farblich hervorheben, bekritzeln und mit Textfeldern versehen.

OneNote Ttext bearbeiten - zum Vergrößern klicken
OneNote Ttext bearbeiten – zum Vergrößern klicken

 

Sehr charmant ist die Suchfunktion. Man kann sämtliche Sitzungsdokumente auf einen Schlag durchsuchen (STRG+E), aber am meisten beeindruckt hat mich, dass die Suchfunktion auch Zeichenketten in Bilddateien erkennt, das heißt OneNote hat eine eingebaute optische Zeichenerkennung (OCR). So können auch gescannte oder abfotografierte Dokumente optimal ausgeschlachtet werden.

OneNote PictureFileSearch
OneNote Suchfunktion – zum Vergrößern klicken

 

Wer ein MS-Office-Paket gekauft oder abonniert hat, bekommt OneNote kostenfrei dazu. Ansonsten kann man es separat kaufen. Für wen das nicht in Frage kommt, für den könnte das kostenlose Evernote oder auch Laverna eine Alternative sein. Letzteres erfordert nicht einmal eine Registrierung und wird vor allem mit der vertraulichen Umgang bzw. der Verschlüsselung der Daten.

Alle drei Programme ermöglichen die Speicherung in der Cloud und den Zugriff auf die Notizbücher von Computer und mobilen Geräten.

Wie immer freue ich mich über Eure Erfahrungsberichte!

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Why do many interpreters still shy away from going into the booth with no printed paper at all and prefer alternating between a pile of paper on the one side and their computer serving as a mere vocab-searching device on the other? I suspect the reason is as follows:

Cluttered Desktop – click to enlarge

You just never feel safe bringing the right document to the screen at the right moment. But – guess what – there is an app (if not a fully-fledged program) for that! Microsoft’s note-taking software OneNote enables you to organise and visualise information from different sources in one „notebook“, be it Wword, Excel, Powerpoint or pdf files, scanned documents, website or handwritten notes.

For example, a notebook named „Conference A“ can be subdivided in sections Day 1, Day 2 and Day 3, which can easily be accessed by clicking on the tabs above. Within each section (or conference day) you can create many different pages, which can be seen on the right hand side, e.g. one for the agenda, one for each presentation and one for glossaries.

OneNoteStructure
OneNote sample structure – click to enlarge

 

A „page“ in OneNote, unlike word-processing, is not limited in length to a paper format. You can add many different documents to one page which will then be displayed one after the other. So within the page named „Agenda“, you might well add the list of participants or your team sheet below. It is even possible to insert complete websites. Just this week I have handled a spreadsheet glossary of 30 pages plus six powerpoint presentations in OneNote.

OneNoteInsert
OneNote insert elements – click to enlarge

 

Once a document has been inserted into OneNote, texts, graphs and pictures can be highlighted, underlined, scribbled on and text elements added.

OneNote Draw
OneNote draw and highlight – click to enlarge

 

What I find most enticing is the search function. All the documents of one notebook can be searched in one go (CTRL+E), even (which is what impressed me most) image files. OneNote finds strings of characters in scanned documents, i.e. it has an optical character recognition included. So scans and photographs can be exploited to the utmost.

OneNote PictureFileSearch
OneNote search function – click to enlarge

 

Those of you who have a Microsoft Office license will get OneNote for free. Otherwise, it can be bought separately, or else you might try Evernote or Laverna instead, which are free of charge. The latter does not even require registration and encrypts your data for confidentiality.

All three solutions provide cloud storage and access both from your computer and mobile devices.

As usual, I will be happy to read about your experience!

Verträge auf dem Smartphone oder Tablet unterschreiben +++ Signing contracts on your smartphone or tablet

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Man kennt es ja: Gerade liegt man unter Palmen, da schneit per Mail der Vertrag für den nächsten Auftrag hinein und will sofort unterschrieben zurückgeschickt werden. Und nun? Zur Rezeption laufen, Vertrag ausdrucken lassen (supervertraulich) und unterschrieben zurückfaxen? Natürlich nicht. Denn zu meiner übergroßen Freude habe ich in meinem diesjährigen Urlaub festgestellt, dass das, was viele von uns schon lange am PC machen, nämlich Pdfs oder Bilddateien digital signieren, jetzt auch – und noch viel besser – am Tablet oder Smartphone geht. Mit dem ganz normalen kostenlosen Adobe Acrobat Reader für Android (was sagen die ipad-Nutzer?) kann man ganz einfach ein pdf am Bildschirm handschriftlich unterzeichnen, speichern und verschicken. Der Vorteil: Man benötigt noch nicht einmal eine gescannte Unterschrift auf der Festplatte oder in der Cloud, denn man malt sie einfach mit dem Zeigefinger (oder einem Stift, wer hat) auf das Touchscreen. Besser geht’s nicht.

So weit, so gut. Aber wie sieht es denn eigentlich rechtlich aus mit diesen digitalen Unterschriften? Meine Notarin erklärte mir auf diese Frage hin gestern erst einmal, dass Verträge, wenn es nicht gegenteilig im Gesetz oder durch Vereinbarung der Parteien vorgesehen ist, gar nicht zwingend der Schriftform bedürfen. Im Prinzip reiche also in unseren Verträgen über Dolmetschleistungen auch eine E-Mail, eine (fern)mündliche Vereinbarung, ein Fax oder eben auch eine gescannte Unterschrift oder eine vom Touchscreen (ein anderes Thema ist dann natürlich die Nachweisbarkeit im Falle eines Rechtsstreits). Ist die Schriftform aber laut Gesetz erforderlich oder unter den Vertragspartnern vereinbart, so reicht  weder eine gescannte Unterschrift noch das Gekrakel auf dem Tochscreen. Einer Unterschrift auf Papier gleichwertig ist eine digitale Unterschrift erst, wenn die Anforderungen an eine „qualifizierte elektronische Signatur“ mit Signaturschlüssel (vgl. Signaturgesetz SigG 2001 § 2) erfüllt sind. Das heißt, bei Verträgen mit Formfreiheit können wir uns im Prinzip den ganzen Aufwand mit den „unqualifizierten“ digitalen Unterschriften auch sparen und stattdessen einfach eine Mail schicken. Es sei denn, der Kunde besteht darauf bzw. man möchte ihm einfach den Gefallen tun.

PS: Ich bin keine Juristin, daher alle Informationen unter Vorbehalt. Interessant dazu auch eine Stellungnahme des Verbandes Organisations- und Informationssysteme e.V.

Unterschrift Tablet
signature on a tablet pc

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Typical … just as you are enjoying another cocktail on the beach, there comes an email with the contract for your next job, which please needs to be signed and returned right away. Now what? Walk to reception, have it printed out (very confidential indeed) and fax back? No way. To my utmost delight, what has been possible for quite some time on a desktop or laptop computer, i.e. signing your pdfs or image files electronically, can now be done on a tablet or smartphone just as well – and even better. The very normal, free of charge Adobe Acrobat Reader for Android (don’t know about ipad?) allows you to sign your pdfs manually, saving them and sending them on. The nice thing about it is that there isn’t even a need for a scanned signature being saved somewhere on the hard disk (or in the cloud), you simply draw the signature on your touchscreen with your finger (or using a stylus pen if you happen to have one).

So far, so good. But what about the legal status of such electronic signatures? I don’t know about other countries, but my German notary explained to me that there is no explicit need for contracts do be done in writing anyway. If not stipulated differently in the law or agreed upon by the parties, contracts like ours may as well be made orally, by phone, email, fax or using scanned signatures or those scribbled on a touchscreen (theoretically speaking, that is; what holds proof in the case of a dispute remains to be seen). If, however, a written contract is required, all this won’t do the trick anyway. In order to have an electronic equivalent to a pen and paper signature, you need to use what the German „signature law“ calls a „qualified electronic signature“, i.e. one including a signature key. So actually, when no written contract is required, there is no point in using all those „unqualified“ signatures anyway, you may as well just send an email, unless your customer insists or you just want to do them the favour anyway.

PS: As I am not a lawyer, the above information merely reflects my personal understanding of the matter.

 

Do interpreters suffer from decision fatigue? – Entscheidungsmüdigkeit beim Dolmetschen?

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Entscheidungen sind anstrengend. Chicken or Pasta, Sekt oder Selters, Windows oder Mac, vom Blatt dolmetschen oder frei – den ganzen Tag müssen wir uns entscheiden, und je mehr Entscheidungen sich aneinander reihen, desto entscheidungsmüder werden wir, desto weniger gründlich wägen wir die Möglichkeiten also ab oder bleiben im Zweifel beim Status Quo. Dabei sind Entscheidungen mit vielen Optionen vergleichsweise anstrengender als solche mit wenigen Optionen.

Als ich zum ersten Mal von Untersuchungen gehört habe, die besagen, dass Richter sich im Verlauf ihres Arbeitstages immer schwerer tun, qualifizierte Entscheidungen zu treffen (NY-Times: Do you suffer from decision fatigue?), war ich auf Anhieb fasziniert von diesem Phänomen der Entscheidungsmüdigkeit, einem Begriff, den man ansonsten häufiger im Zusammenhang mit Verbraucherverhalten diskutiert findet. Aber vielleicht geht es Euch ja auch manchmal so: Wenn man am Morgen noch hochmotiviert ist, sogar Fragen zu ergründen wie ob man lieber „Paradox“ oder „Paradoxon“ sagt oder ob es trotz begrifflicher Unterschiede legitim ist, „Geisteswissenschaftler“ mit „humanista“ zu dolmetschen, also ohne Not eine ganze Reihe von qualifzierten Entscheidungen trifft, wird das alles gegen Nachmittag immer egaler. Man lässt dann auch mal Abkürzung Abkürzung sein und kann sich einfach nicht mehr aufraffen, Termini zu recherchieren, für die man eine einigermaßen brauchbare Entsprechung hat. Und wenn man etwas nachschlägt, denkt man auch gar nicht mehr unbedingt darüber nach, welches die beste Quelle ist und ob der Kollege das gesuchte Wort nicht vielleicht viel schneller ausspucken könnte.

Entscheidungen treffen wir jedenfalls nicht zu knapp (und hier reden wir ja nur um diejenigen rund um unsere Informations- und Wissensarbeit!). Los geht es ja schon los in der Vorbereitung: Lesen oder überfliegen? Vokabel rausschreiben oder überlesen, recherchieren oder improvisieren? Und weiter in der Kabine: Blicke ich auf den Redner, den Bildschirm im Saal, meine Papiere, meinen eigenen Bildschirm oder den Bildschirm, der das Saalgeschehen überträgt? Frage ich den Kollegen oder nicht? Schlage ich eine unbekannte Entsprechung nach oder belasse ich es bei der improvisierten Lösung? Und wenn ich nachschlage: Papier oder Computer? Sitzungsunterlagen, Wörterbuch, eigene Terminologiebestände, die von Kollegen, online-Nachschlagewerke – und dann: welches zuerst? Linguee, Iate, Leo, Bildersuche & Co. – jede Quelle hat ja so ihre Vorzüge.

Fragt sich nur: Was lernen wir nun aus der Erkenntnis? Abgesehen vom Wahren eines ordentlichen Blutzuckerspiegels (ganz wichtig!) fällt mir da spontan ein: Die Zahl der notwendigen Entscheidungen minimieren oder durch Automatismen ersetzen, will heißen, die Wissensarbeit von vorneherein möglichst entscheidungsarm strukturieren, um die Entscheidungslast gering zu halten. Konkret kann das bedeuten:

– Möglichst nur ein Medium wählen, um Medienbrüche zu vermeiden. Ich empfehle ein Laptop (Subnotebook, Ultrabook …), weil es am meisten kann. Andere schwören auf Papier oder ein Tablet. Seit ich mir angewöhnt habe, papierlos zu arbeiten und möglichst alles am Computer zu machen, und nicht ständig mit dem Blick zwischen Papier und Bildschirm hin- und herwechseln muss (permanente Entscheidungen), bin ich deutlich entspannter und effizienter.

– Zahl der digitalen Nachschlagequellen minimieren. Glossare jeglicher Art lassen sich zusammen mit der Tagesordnung einfach in einer Excel-Tabelle zusammenwerfen und so mit einer einzigen Suchanfrage durchwühlen, Sitzungsdokumente systematisch mit einer Desktopsuchmaschine durchstöbern, wenn alles in einen Ordner liegt. Abgearbeitete Dokumente gleich löschen (sind ja zur Not noch im Papierkorb)! Die einschlägigen Internetquellen lassen sich mit der Qtrans-Searchbar und anderen Tools sehr einfach quasi-gleichzeitig durchsuchen.

– Entscheidungen outsourcen: Die Kollegen zu fragen ist ja ein bisschen aus der Mode gekommen, seit man alles mit kurzem Tastengeklimper nachsehen kann. Jedoch: Räuspertaste drücken und fragen ist oft die effizienteste Art, eine Informationslücke zu schließen, denn es geht eindeutig am schnellsten und ist am zuverlässigsten, denn wenn der Mensch etwas nicht weiß, bekommt man meist ein recht eindeutiges „keine Ahnung“ und keine Ansammlung irrelevanter Fuzzy Matches zur Antwort (mehr Optionen = mehr Entscheidungsanstrengung!). Und dann kann der Kollege immer noch die Such- und Entscheidungsarbeit übernehmen.

– In der Vorbereitung: Feste Plätze für bestimmte Informationsarten reservieren. Termini immer in die gleiche Datenbank (mit entsprechenden Kategorien) packen, Ordnerstruktur für einen Auftrag immer nach dem gleichen Muster gestalten, fremden Glossare, die man noch mal brauchen könnte („das vollständige menschliche Skelett in fünf Sprachen“), immer alle auf den gleichen Haufen (sprich in den gleichen Ordner).

– Auch bei der Vorbereitung, beim Extrahieren von Termini aus Redemanuskripten oder anderen Texten: Wenn man merkt, dass man entscheidungsmüde wird und bei jedem zweiten Wort überlegt, ob man dazu nicht doch noch einmal tiefer recherchieren muss oder es in den Terminologiebestand aufnehmen soll, eine Entscheidungspause einlegen und zunächst mit einer weniger entscheidungsintensiven Arbeit (Recherche, Lernen) fortfahren. Ich lege immer bewusst das Lesen von Texten und Extrahieren von Terminologie auf den Vormittag, die Terminologierecherche auf den Nachmittag, weil ich letzteres auch in kleinen Häppchen erledigen kann, ohne aus dem Fluss zu kommen.

Bestimmt erlebt jeder die Entscheidungslast in der Informationsarbeit beim Dolmetschen anders. Deshalb hoffe ich, dass meine Tipps den einen oder anderen inspirieren, freue mich aber auch über Eure Einschätzungen!

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Do interpreters suffer from decision fatigue?

Decisions are tiresome. Chicken or pasta, tap water or champagne, Windows or Mac, go for sight translation from the manuscript or just listen to the speaker – our daily life is a whole series of decision-making. The more decisions follow one other, the more probably decision fatigue will kick in, i. e. the less thoroughly we ponder the pros and cons of our options and the more likely we are to just leave things the way they are. And the more options there are to choose from, the more tiresome it becomes to decide.

When I first heard about those studies (see NY Times: Do you suffer from decision fatigue?) showing that judges tend to struggle more to make qualified decision in the morning than in the afternoon, I was intrigued by this concept of decision fatigue, which by the way tends to be discussed primarily in the context of consumer behaviour. You may have experienced it yourself: In the morning you are absolutely happy to discuss questions like whether you are supposed to say ‘American Indian’ or better go for ‘Native American’, or if the German ‘Geisteswissenschaftler’ is well translated with ‘humanist’ despite some conceptual discrepancies. You make a whole series of qualified decisions just like that, while in the afternoon you cannot be bothered to do so any more. Just leave the acronym as it is and live with the solution your mind has just come up with without further investigating, and if ever you look something up, you tend not to check your options like what would be the most suitable source of information (it might turn out to be your booth mate).

All in all, our information work requires plenty of decisions each day (let alone the interpreting process as such). It all starts when preparing for a meeting: Should I read this text or just skim it? Note down this unknown word or just ignore it, double-check or improvise? And on it goes in the booth: Do I look at the speaker, the screen in the meeting room, my screen, my papers or that screen in the booth that shows what’s happening in the meeting room? Do I ask my colleague for this tip-of the-tongue word or not? Check unknown terms or just live with the impromptu solution? And if ever I check: On paper or in my computer? In meeting documents, dictionaries, my own term database, colleagues’ glossaries, online sites – and where do I look first? Linguee, Iate, Leo and the like – each of those has its points.

Now the question is, what can we conference interpreters learn from it? Apart from keeping your glucose level high at all times (very important!), I suggest minimizing the number of decisions to be made or replacing them with automatisms, i.e. structure your knowledge work accordingly in the first place in order to avoid unnecessary decision load. This means, for example:

Go for one medium only so to avoid media breaks. I recommend laptop computers as the most versatile instrument. Others prefer paper or a tablet. Since I have gone paperless and I do not have to switch between looking at the screen and looking at a (pile of) paper (=constant decision-making), I am far more relaxed and efficent.

Reduce the number of digital sources of information. Glossaries of any type, agenda etc. can be copied into one spreadsheet and can then be searched in one go. Meeting documents of any format stored in one folder are easily searched through with a desktop search engine. It is a good idea to delete finished documents immediately (you can retrieve them from the recycle bin at any time). The most relevant online search sites can easily be consulted with multi-glossary search tools like the Qtrans Search bar.

Outsourcing decisions: Asking colleagues has become a bit old-fashioned since the answer to any odd question seems just a couple of key strikes away. However, pressing the mute button and asking may still be the most efficient and reliable way of closing an information gap. After all, your colleague is safe to say ‘no idea’ in no time if he or she does not know the answer, without endless lists of fuzzy matches (more options = higher decision load). And then your he or she can take over and do the searching and deciding on the right term for you.

Whilst preparing, reserve a fixed place for particular types of information. Put your terminology all into the same database (categorized accordingly), always follow the same pattern when structuring your job folders, put other people’s glossaries and other valuable documents (‘the complete human skeleton in five languages’) that might turn out useful in the future into one folder.

When extracting terms from manuscripts or other texts, you might feel depleted after a while (spending hours deliberating whether to take a closer look at a particular term or just leave it alone). Take a decision break and switch to a less decision-intensive task (memorizing, researching). I always try to do the reading and term extracting before lunch and the term research bit in the afternoon.

I am sure that all conference interpreters have different perceptions of their information work, as well as different habits and preferences. I hope that you find some inspiration in my ideas – and please feel free to share your thoughts on it.

Booth-friendly terminology management revisited – 2 newcomers

The nice thing about blogging is that if you miss something out, you are safe to find out within 24 hours.

Interestingly, the programs presented in my last article are obviously the „veterans“ of terminology management for conference interpreters (most of them have been around for years, since long before tablets and smartphones appeared). Two brand new booth-friendly terminology management programs have been brought to my attention (both still in beta version), and I am delighted to share this with you:

Interpreters‘ Help by Benoît Werner and Yann Plancqueel (Berlin, Paris)

A browser-based web application, i.e. it works on any device (for Mac OS users, there is an additional program called Boothmate, which works offline as well). It is organised in glossaries, with straightforward editing functions, unlimited (I take it) number of language colums and a limited number of additional columns (comment, category, definition, acronym, other). It is great for keeping your terminology up to date at all ends (cloud, PC, tablet, smartphone) and sharing it with colleagues. The search function is very swift with the hit list being narrowed down with every additional character you type. Does not ignore accents or umlauts (what’s the English plural of umlaut, btw?).

Available for any operating system (browser-based), additionally Boothmate for Mac OS X.
Cost: free public glossaries, pricing options  9.99 – 49.00 €/months (-10% if paid anually).

Glossary Assistant by Reg Martin (Switzerland)

Glossary Assistant is Android-only. It is still in its initial phase, so it is only available via shared link from the regmartin96@gmail.com.
It concentrates on comfortable viewing of glossaries on android-tablets (not so much on phones), editing the glossaries is also possible. Once converted into txt, glossaries can be copied to your tablet then added to Glossary Assistant. It relies very much on short-touch, long-touch and swiping, and once you get the hang of it, viewing and sorting it is really intuitive. The app offers „clean“ and „dirty“ searching, the latter meaning that it ignores accents and umlauts. This app is still being worked on, so don’t be shy and test it in order to help Reg meet our requirements!

Available for Android tablets.
Cost: Currently available free of charge.

Now it’s your turn! I am looking forward to reading your comments, feel free to share your experience, questions or any other booth-friendly terminology management programs I have missed out.

Booth-friendly terminology management programs for interpreters – a market snapshot

– This one comes in English, as many non-German-speaking colleagues have asked for it. –

This article is meant to give you a very brief overview of the terminology management programs that I am aware of (in alphabetical order), made for simultaneous interpreters. I have tried to highlight the merits and downsides that in my experience are the most relevant when it comes to making a decision. For detailed descriptions of the respective systems, just follow the links, or post your questions here so that we can sort them out together, with the help of the respective proprietors.

Interplex (Peter Sand, Geneva)

Very much appreciated by those colleagues who have accumulated tons of valuable thematic glossaries in Word or Excel files. You can import them into Interplex and search them all at once (or in selected glossaries), and edit them as well. It has a great search function ignoring all the accents and special characters I tried. It is very straightforward so you can start working with it in no time. It does not, however, allow for classifying/filtering your terms by customers, subject fields, conferences, date etc.

Available for Windows, iPhone and iPad.
Cost: 75 $, free demo (I think there is a student discount, but it doesn’t say so on the website – just ask Peter).

InterpretBank (Claudio Fantinuoli, Germersheim)

Very user-friendly, many nice functions; organised by glossaries (which, technically speaking, are subject areas tagged to each entry), has all the essential data categories (customer, project etc.) and a very nice flashcard-like memorising function. Quick-search function which ignores accents. It is limited to five languages and you cannot add endless numbers of individual data fields.

Available for Windows, Mac and Android.
Free trial, full license: 59 €, student license: 39 €, free demo license for university teachers (and their students).

Also see my more recent review of InterpretBank 4.

LookUp (Christoph Stoll, Heidelberg)

Very sophisticated and has a great quick-search function which literally allows you to blind-type the first few letters of a word and the hit list appears without you even having to hit the enter button. It is limited to four languages, of which only three can be displayed at a time.  The search function does not ignore accents and other special characters. It has many data fields (customer, subject, project etc. and even semantic relations)  and corresponding filtering and sorting functions; to my knowledge, it is the interpreter-specific terminology management tool which comes closest to the „real“ terminology systems (SDL Trados and the like).

Available for Windows. Free download.

TERMINUS (Nils Wintringham, Zürich)

Quick-search function, classification by glossaries and „groups“ (customer, subject group etc.) using descriptors, a concept which I find quite enticing as it is both easy to use and allows for differentiated classification of your terms. Don’t use the default installation folder under Windows 8 or 10.

Available for Windows.
CHF 148 plus VAT, 50 % off for academia, free demo.

For those of you who still just can’t decide, I suggest you start with a plain table in MS-Excel, MS-Access (my favourite), Filemaker and the like. It enables you to keep all your terminology in one place and you have the basic sorting, filtering and searching functions. Those simple table structures can be imported into virtually any terminology management system once you have decided on one.

When working in a team and preparing for a very technical conference, I very much like to share a Google spreadsheet (i.e. share the terminology work). It can save huge amounts of time. But you must really make sure not to enter your customer’s confidential data there, so I would not recommend it as a general terminology management tool.

And last but not least: If there are any other terminology management systems for conference interpreters, please let me know. Also, if the proprietors of the above mentioned programs want to add or correct anything of the above, feel free to use the comments! And anyone who just wants to share their experience, please do so as well.

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Addendum: Immediately after publication of this blog, I was made aware of two more very recent (and indeed very modern) programs, GlossaryAssistant and InterpretersHelp. Here’s more about them: http://blog.sprachmanagement.net/?p=305.

In addition, there is a summary table which gives you an overview of all the terminology tools for interpreters I am aware of, which I try to keep up to date.

Audio-Vorbereitung 3: Hurra, mein Glossar spricht! Aus mehrsprachigen Tabellen mp3s zaubern

So hocherfreut ich war festzustellen, dass der Computer problemlos geschriebenen Text vorliest und das Vorgelesene auch ohne viel Murren als mp3 herausrückt, so sehr hat es mich dann gefuchst, dass das mit mehrsprachigen Glossaren nicht so mir nichts, dir nichts funktionieren wollte. Ich habe also einige Spracherzeugungssoftware-Hersteller mit der Frage genervt und ein bisschen rumprobiert, und siehe da, letztendlich habe ich doch einen einigermaßen bequemen und bezahlbaren Weg gefunden:

Für 20 EUR habe ich mir TextAloud gegönnt (bereits vorgestellt hier http://wp.me/p3KGB8-2n) und bin damit bestens gewappnet. Man muss dem Programm nur mit ein paar Tags auf die Sprünge helfen, damit es weiß, an welcher Stelle es welche Sprache sprechen muss, aber dann funktioniert es wunderbar.

Folgende Tabelle habe ich TextAloud zum Vorlesen gegeben, in der ich vor jede Spalte eine zusätzliche Spalte eingefügt habe, in der steht, welche Stimme sprechen soll:

ExcelGlossar mit Tags

Wie diese Tags aussehen, findet man heraus, indem man es einmal in TextAloud direkt ausprobiert:

TextAloud

Die fertig präparierte Excel-Tabelle befördert man dann per Copy&Paste in TextAloud:

TextAloud Glossar

Dann klickt man auf „Speak“ oder „To File“ – und fertig!

Hier das Ergebnis zum Anhören:

Nicht schlecht für einen Computer, finde ich. „Te-ha-ymian“ ist ein bisschen lustig, aber auf jeden Fall erfüllt das Ganze seinen Zweck, sich im Auto, beim Sektfrühstück oder beim Kugelschreiberzusammenschrauben die 200 wichtigsten Termini für die morgige Konferenz noch einmal anzuhören.

Und zum Schluss die gute Nachricht: Wenn man sich die Mühe einmal gemacht hat, speichert man sich einfach eine leere Vorlage in Excel (so wie diese hier: Glossar für TextAloud LEER, geht wahrscheinlich auch in Word) und muss beim nächsten Mal nur noch seine Glossarspalten hineinkopieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Audio-Vorbereitung 2: Die kostenlosen Microsoft-Computerstimmen und was man damit machen kann

Sich Textdokumente durch eine Computerstimme vorlesen zu lassen, ist einfacher, als mancher vielleicht denkt. Es geht im Prinzip sogar mit den Bordmitteln von Windows 7 oder 8. In diesem Beitrag beschreibe ich im Einzelnen,

  • was man tun muss, damit man sich dann ziemlich komfortabel in MS-Word einen Text vorlesen lassen kann und
  • wie man daraus mp3-Dateien erzeugt bzw. mit welchen kostenlosen und kostengünstigen Programmen das noch besser/einfacher geht.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur für Windows 8 und Office 2013 sprechen. Mir wurde jedoch gesagt, dass es in Mac OS ungleich einfacher ist, sich Texte vorlesen zu lassen und diese als mp3 zu speichern (Alex, vielleicht möchtest Du das in einem Kommentar vertiefen?).

In Windows 8 ist eine so genannte „Sprachausgabe“ enthalten. Sie klingt auf Deutsch mit der Stimme von Hedda so:

In britschem Englisch mit Hazels Stimme so:

Um diese zu nutzen, muss man vorher nur ein paar Dinge tun:

– Die „Microsoft Speech Platform – Runtime (Version 11)“ herunterladen und installieren:
http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=27225

Die gewünschten Sprachen herunterladen und installieren:
http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=27224
Hier einfach auf den „Englisch“-Button klicken, danach bekommt man eine Auswahl der verfügbaren Sprachen. „TTS“ steht für Text to Speech (Sprachausgabe), „SC“ steht hier für Speech Recognition (Spracherkennung).

(Wer Windows 7 und Office 2010 hat, findet hier die entsprechenden Anweisungen von Microsoft: http://office.microsoft.com/en-us/word-help/using-the-speak-feature-with-multilingual-tts-HA101825279.aspx)

Damit hat man alles an Bord und muss dann nur noch die Sprachausgabefunktion in Word aktivieren:

  • Datei/Optionen/Symbolleiste für den Schnellzugriff
  • Befehle auswählen: Befehle nicht im Menüband
  • In MS-Word den Befehl „Sprechen“ auswählen und auf “Hinzufügen” klicken (in MS-Excel alle Befehle mit “Eingabezellen”).
  • Mit OK bestätigen

Und schon steht die Vorlese-Schaltfläche zur Verfügung:

Leider kann man sich hiermit die Texte nur „live“ vorlesen lassen, aber keine Audio-Datei erzeugen (wie man es am Mac kann).

Dazu reicht es aber, sich die kostenlose Aufnahmesoftware Audacity zu installieren (http://audacity.sourceforge.net/download/), und schon kann es losgehen: In Audacity als Audioquelle „Stereo Mix“ auswählen (damit nicht über das Raummikrofon aufgenommen wird), auf „Aufnahme“ – roter runder Punkt – klicken und dann in Word die Sprachausgabe starten.

Alles in allem also eine gut zu nutzende Funktion, wenn einmal alles eingerichtet ist.

Der Nachteil: Man muss sich zur mp3-Erzeugung wirklich immer den kompletten Text vorlesen lassen, was schnell lästig werden kann. Außerdem stoppt die Vorlesefunktion immer automatisch nach ca. 5 Minuten, d.h. man kann das System auch nicht einfach eine Stunde durchlaufen lassen und sich in der Zeit die Nägel lackieren gehen. Dieses Problem lässt sich aber ziemlich einfach lösen, etwa mit dem kostenlosen

MiniReader der zu Amazon gehörenden Firma IVONA: http://www.ivona.com/en/mini-reader/

Die Leiste legt sich über jedes Fenster und man muss nur den gewünschten Text markieren und auf Play klicken, schon liest es los. Der Ivona MiniReader bietet automatisch sowohl die installierten Microsoft-Stimmen an als auch zur Probe Ivona-eigene Stimmen.IvonaMiniReaderFREE

Die Ivona-Teststimmen kann man bei der Installation auswählen; es gibt mindestens Deutsch, Englisch (US/UK), Französisch, Spanisch (auch lateinamerikanisch), Portugiesisch (auch brasilianisch), Rumänisch, Italienisch, Niederländisch, Türkisch, Polnisch, Russisch, Schwedisch. Einzeln kosten die Stimmen ab 29 EUR, es gibt aber auch günstigere Pakete. http://www.ivona.com/en/voices/#offer

Ivonas Marlene liest den Kommissionsbeschluss folgendermaßen: Sie liest hier mal schneller und mal langsamer, weil ich während der Aufnahme mit dem Geschwindigkeitsregler gespielt habe. Am Anfang war sie mir ein bisschen zu flott und klang deshalb schnippisch. Die „Doppelebes-teuerung“ kann ich ihr verzeihen. Insgesamt auf jeden Fall brauchbar!

Der große Vorteil des kostenlosen MiniReaders ist jedenfalls, dass er sechs Seiten (mehr habe ich nicht getestet) ohne Abbruch durchliest. Man kann damit allerdings auch keine Audiodatei erzeugen, dazu benötigt man dann wieder bspw. Audacity.

Alternativ bietet dies der kostenpflichtige Ivona Reader: http://www.ivona.com/en/reader/ Einsprachig gibt es diesen ab 49 EUR, mehrsprachige Pakete ab 129 EUR. Damit kann man dann Audio-Dateien generieren und theoretisch auch taggen, um einzelnen Textstellen unterschiedliche Sprachen bzw. Stimmen zuzuweisen.

Eine Alternative zum MiniReader + Audacity oder dem kostenpflichtigen Ivona Reader ist mein persönlicher Favorit  TextAloudhttp://www.nextup.com/TextAloud/ für 29,95 USD (19,99 EUR exkl. MWSt). Damit bekommt man eigentlich alles, was man braucht: Viele Sprachen, mp3-Generierung und Tagging für Glossare (dazu mehr im nächsten Blog-Beitrag). TextAloud

Stimmen kann man einzeln für einen Preis von 26,70 bis 34,20 EUR dazukaufen. Das Programm nutzt aber auch die installierten Stimmen von Microsoft und Ivona.

All dies habe ich getestet und es hat wunderbar funktioniert – TextAloud ist jetzt mein Standard-Instrument für das ziemlich problemlose Erstellen von Audio-Dateien auch aus mehrsprachigen Glossaren. Aber dazu mehr demnächst!

 

 

Audio-Vorbereitung 1 oder: Liest mir mal bitte jemand meine Vorbereitungstexte vor?

Als Dolmetscher sind wir ja alle auch ein bisschen in den Charme der gesprochenen Sprache verliebt. Meine Frage, wie ich auch in der Dolmetschvorbereitung mehr mit gesprochenen statt geschriebenen Wörtern zu tun haben könnte, hat deshalb zwar auch zum Ziel, beispielsweise die Autofahrt zum Anhören von Texten oder auch von mehrsprachiger Terminologie zu nutzen (mobile learning oder m-learning). Aber ganz abgesehen davon höre ich auch gerne aus Freude am Vorgelesenbekommen. Und nicht zuletzt halte ich es auch für plausibel, dass es uns Dolmetschern beim Abrufen von Terminologie als Klangbilder hilft, wenn wir diese auch in Form von Klangbildern und nicht als Schriftbilder gelernt haben.

Mit all diesen Beweggründen im Rücken habe ich mich nun also vor Wochen aufgemacht, die perfekte Lösung für das Erstellen von Audio-Dateien aus geschriebenen Texten zu finden – Stichwort Sprachausgabe, Sprachsynthese oder auch Text-to-Speech (TTS). Hier gibt es im Wesentlichen zwei Optionen:

1. die im Betriebssystem (Windows oder Mac OS) enthaltene Spracherzeugungsfunktion,

2. spezielle Spracherzeugungssoftware.

Es hat sich herausgestellt, dass eine besondere Herausforderung darin liegt, mehrsprachige Texte zu vertonen, also den Sprachwechsel innerhalb eines Textes (Glossars) zu bewerkstelligen – aber auch das ist möglich! Die unterschiedlichen Möglichkeiten zur einsprachigen bzw.  mehrsprachigen Vertonung werde ich in den nächsten Tagen in gesonderten Beiträgen vorstellen, denn sie sind teilweise etwas erklärungsintensiv.

Es sei nur so viel gesagt: Ich habe vergangene Woche im Auto eine halben Stunde lang Hedda (der deutschen Microsoft-Stimme) dabei gelauscht, wie sie mir einen EU-Kommissionsbeschluss über aggressive Steuerplanung vorliest. Das möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

Gut, Hedda hat einen leicht französischen Akzent, und mir ist plötzlich klar geworden, was für eine schöne und sinntragende Sache doch die Prosodie ist (Die englische Hazel hat mich da schon eher überzeugt. Aber ich denke, insgesamt sind die englischen Kunststimmen besser entwickelt als die restliche Sprachenwelt). Aber alles in allem habe ich mich nachher gut vorbereitet gefühlt. Das Gute (oder Schlechte) beim Vorlesen ist nämlich, dass man auch bei langweiligen Textpassagen gezwungen ist, sich beispielsweise mit den Finessen der Benennung von Mitgliedern einer Expertengruppe auseinanderzusetzen. Was schon mal gar nicht dumm ist.

 

Mit dem Tablet in die Dolmetschkabine? – The ipad Interpreter von und mit Alex Drechsel

Dass ein Tablet leichter, kleiner und handlicher ist und zudem eine längere Akkulaufzeit hat, sehe ich ein. Ich persönlich trage jedoch lieber 400 g mehr mit mir herum und habe einen richtigen Rechner (= mein komplettes Büro nebst Datenbestand) dabei, der mir überall ein vollwertiges Office-Paket, eine „große“ Tastatur und die Möglichkeit bietet, so viele Programm gleichzeitig zu öffnen, wie ich möchte. Als ich einmal über mehrere Wochen mit dem Tablet in der Kabine saß, fand ich es dennoch gut, weil es einfach nett ist, nur so ein kleines Brett aus der Tasche zu ziehen und fertig. Und ich war auch dankbar, dass ich trotz havarierten Notebooks einigermaßen einsatzbereit war. Dank großem USB-Stick hatte ich auch trotzdem alle meine Daten dabei und musste mir über nichts Gedanken machen.

Interessant finde ich, dass ich auf dem Privatmarkt kaum jemanden mit Tablet in der Simultankabine sitze sehe, in Brüssel aber offensichtlich Tablets immer beliebter werden und fast häufiger anzutreffen sind als Notebooks.

Dazu passt, dass unser Kollege Alexander Drechsel aus Brüssel (SCIC) so nett war, in einem kurzen Video die Vorzüge des Tablets in der Dolmetschkabine zu zeigen, veröffentlicht u. a. im Dolmetscher-Blog „A Word In Your Ear“: http://lourdesderioja.com/2013/11/10/ipad-interpreter/.

the ipad interpreter

Besonders gut fand ich die App „Documents“, die einem das Hantieren mit vielen unterschiedlichen Dokumenten zu erleichtern scheint. Und auch sonst hat Alex ein paar interessante Gedanken parat.

Danke dafür an Alex – und allen anderen viel Spaß beim Zuschauen!