Handschriftlich notieren oder tippen – was sagt die Forschung? | Handwriting vs. typing – what does research tell us?

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laptop Egal, in welchem Kreis von Dolmetschern man darüber redet, geschätzte 10 % schwören immer Stein und Bein, dass sie sich die Dinge besser merken können, wenn sie sie mit Stift und Papier festhalten. Sie pfeifen auch auf die Vorteile des papierlosen Büros, darauf, ihre Unterlagen durchsuchen und Glossare sortieren zu können, mit Kollegen Unterlagen auszutauschen oder einfach nur kein Papier zu verschwenden und immer alles digital verfügbar zu haben. Die Argumentation lautet für gewöhnlich in etwa so: „Die Wörter wandern dann durch den Stift den Arm hinauf und direknotizent in mein Gehirn.“ In meinen Ohren eine etwas grobe Herleitung … Umgekehrt begegne ich allerdings auch der eher zufällig gemachten Erkenntnis mit Misstrauen, dass ich beim Konsekutivdolmetschen mit der Tastatur um ein Vielfaches detaillierter notiere als mit Stift und Block … Aber deshalb die hohe Kunst der Notizentechnik über Bord werfen? Meine Notizentechnik war zu Beginn meiner Karriere mein ganzer Stolz, ausgefeilt und systematisch. Mittlerweile ähnelt sie zwar eher einem Stück Papier, das man versehentlich im Hühnerstall vergessen hat – dies könnte mir aber egaler nicht sein, denn meine Merkfähigkeit im Konsekutivdolmetschen entwickelt sich glücklicherweise umgekehrt proportional zur Lesbarkeit und Schönheit meiner Notizen. Eigentlich einleuchtend: Die Notizentechnik ist darauf angelegt, Sinnstrukturen abzubilden, und abbilden bedeutet zunächst einmal erkennen. Je mehr man das Erkennen von Sinnstrukturen trainiert, desto überflüssiger macht sich die Notizentechnik entsprechend selbst. Also bin ich nach wie vor ein großer Fan von handschriftlichen Notizen beim Konsekutivdolmetschen, weil es einfach das Mitdenken und Verstehen fördert und die lebendige und glaubhafte Verdolmetschung einer Rede und keine Wort-für-Wort-Übersetzung vom Notizblatt ermöglicht. So weit, so gut. Aber muss ich deshalb wirklich auch alles andere handschriftlich festhalten, damit mein Geist sich bequemt, die Information in Wissen umzuwandeln?

Zu meiner großen Begeisterung hat sich kürzlich ein Forscherteam in den USA (Pam A. Mueller von der Princeton University und Daniel M. Oppenheimer von der University of California, Los Angeles) genau diese Frage gestellt: Hat das Notier-Instrument (Stift vs. Tastatur) einen Einfluss auf das Lernen? Dabei kamen ein paar interessante Erkenntnisse zutage:

Studenten, die bei einer Vorlesung mit Papier und Stift Notizen gemacht hatten, erzielten nachher beim Beantworten konzeptioneller Fragen zu Sinnzusammenhängen besser Ergebnisse als die Testpersonen, die mit dem Laptop notiert hatten. Ein Vorteil des Tippens liegt grundsätzlich zwar darin, dass man mengenmäßig mehr Informationen festhalten kann, was grundsätzlich dem Lernen zuträglich ist. Ein großer Nachteil – der diesen Vorteil zunichte machen kann – besteht jedoch darin, dass man beim Tippen eher dazu neigt, wortwörtlich mitzuschreiben, statt Sachverhalte zu synthetisieren (selbst wenn im Versuch darum gebeten wird, dies nicht zu tun). Dies wiederum beeinträchtigt die Verarbeitungstiefe und das inhaltliche Lernen. Was für konzeptionelles Wissen gilt, gilt jedoch nicht zwingend für andere Wissensarten: Beim Abfragen von Faktenwissen war es in den Versuchen interessanterweise so, dass die „Stiftnotierer“ den „Tastaturnotierern“ nur dann überlegen waren, wenn zwischen dem Notieren und dem Beantworten der Fragen eine Woche Zeit vergangen war; beim Abfragen unmittelbar nach dem Notieren waren hier die Leistungen gleich.

Als Konferenzdolmetscherin geht mir bei dieser Studie das Herz auf. Nicht ohne einen flüchtigen Gedanken an unser aller Lieblings-Kundenausspruch („Sie sollen das nicht verstehen, Sie sollen das nur dolmetschen.“) kommt mir sofort die wunderbare Kunst der Notizentechnik in den Sinn. Wenn schon das handschriftliche und damit zusammenfassende Notieren von Inhalten dem wortwörtlichen Mittippen überlegen ist, wie spitzemmäßig muss das Aufnehmen von Inhalten dann erst mit der Dolmetsch-Notizentechnik funktionieren, die ja genau das Abbilden von Sinnzusammenhängen zum Gegenstand hat? Wäre es nicht interessant, diese Versuche mit Dolmetschern zu wiederholen? Müsste nicht eigentlich die ganze Welt unsere Notizentechnik lernen?

Andererseits bin ich als papierlose Dolmetscherin auch beruhigt, dass das reine Faktenwissen ebensogut tastaturbasiert verarbeitet werden kann. Sprich: Wenn ich mir – oder Kollegen – beim Dolmetschen (sei es simultan oder konsekutiv) ohnehin nur ein paar Zahlen,  Namen oder Termini notiere, weil ich den Rest aus dem Kopf mache, kann ich das auch gleich am PC machen. Wenn es aber um „richtiges“ Konsekutivdolmetschen geht, sind Stift und Block (oder Touchscreen) plus gute Notizentechnik die Methode der Wahl. Aber auch in der Vorbereitungsphase – wenn es um Zusammenhänge geht, um Abläufe oder Unternehmensstrukturen – ist es durchaus eine gute Idee, sich dies mit Stift und Papier buchstäblich vor Augen zu führen – am besten auch dann unter Verwendung der Notizentechnik, frei nach Matyssek or Rozan.

PS: Und wer noch darüber nachdenkt, wie man diese Spontanvisualisierungen dann am geschicktesten in den Computer bekommt: Vielleicht taugt ja das neue Mikrowellen-Notizbuch etwas?

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Über die Autorin:
Anja Rütten ist freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch (A), Spanisch (B), Englisch (C) und Französisch (C) in Düsseldorf. Sie widment sich seit Mitte der 1990er dem Wissensmanagement.

+++ English version +++

Whenever you get tlaptopo talk about note-taking with a bunch of conference interpreters, at least one in ten will most probably be telling you that they just remember things better if they write them down using pen and paper. They don’t care about paperless offices, searching their documents and sorting glossaries alphabetically, sharing information with colleagues or simply avoiding excessive use of paper and having access to their documents any place, any time. The explanation goes roughly like this: “The words just travel through the pen up my arm, entering directly into my brain.” notizenSlightly too simple a reasoning to convince me … On the other hand, I am nonetheless suspicious about a phenomenon I found out about rather by coincidence: interpreting consecutively, I can take many more notes, and more detailed ones, using my laptop computer than with pen and paper. Fair enough … but reason enough to scrap my good old-fashioned note-taking technique, which I was so proud of back when I graduated? Once very nuanced and systematic, nowadays my notes rather resemble a piece of paper someone forgot in the hen house. But I couldn’t care less, as my powers of memory seem to increase in inverse proportion to the beauty and legibility of my notes. Quite logical, actually: Interpreters’ note-taking technique is made to visualise semantic structures, and visualising means understanding in the first place. So the more you practice note-taking, the less you will end up needing them, which is why I am still quite fond of pen and paper notes after all. What we want to deliver is the lively and credible interpretation of a speech and not a sight translation of our notes. Now that’s for interpreting. But do I really have to write down every piece of information with pen and paper for my mind to take it in as knowledge?

To my utmost delight, a team of researchers in the USA (Pam A. Mueller from Princeton University and Daniel M. Oppenheimer from University of California, Los Angeles) have asked themselves exactly the same question: Does the instrument of note-taking (pen vs. keyboard) influence learning? The results are quite interesting:

Students who had taken notes of a lecture using pen and paper performed better in answering conceptual questions than those tested who had taken notes using a laptop computer. Even though typing has the advantage that more information can be captured, which in itself is beneficial to learning, the downside – potentially outweighing this advantage – is that when fast-typing, people tend to transcribe verbatim instead of synthesing the content (and the test participants did so even when being told to avoid verbatim transcription). This in turn leads to shallower processing and impairs conceptual learning. But, interestingly, what goes for conceptual learning, does not necessarily apply to other types of knowledge: For factual knowledge, the advantage pen-users showed over keyboard-users did only occur when a week had elapsed between the lecture and the test. In immediate testing, there was no difference in performance of pen vs. keyboard users.

As a conference interpreter, I am quite thrilled by this study. It is not without remembering the famous client’s comment (“You are supposed to translate, not to understand.”) that our wonderful note-taking technique springs to mind. If hand-written, i. e. summarising, content-based notes are superior to verbatim typing, then just how much more efficient must interpreters’ notes be, which are designed to do exactly this, encoding conceptual relations? Wouldn’t it be interesting to repeat the same study with interpreters? And, by the way, shouldn’t the whole world learn how to take notes like interpreters do?

Then again, as a paperless interpreter I am in a way reassured to know that mere factual knowledge is eligible for keyboard-based processing after all. So I can still use my laptop computer while interpreting (simultaneously or consecutively) in order to note down some numbers, names or terms – be it for myself or for my colleague – while I rely on my brain for the rest of the job. But for “real” consecutive interpreting, pen and paper (or touchscreen) plus strong note-taking skills are the method of choice. And also in the preparation phase, when it comes to understanding the structure of a company or a particular workflow, there is no such thing as visualising them manually – ideally doing it the Matyssek or Rozan way.

PS: And if you are wondering how to bring the results of your spontaneous visualisations to your hard disc … What about the new microwaveable notebook?

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About the author:
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

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Reference:
Pam A. Mueller1 and Daniel M. Oppenheimer2 (1Princeton University and 2University of California, Los Angeles): The Pen Is Mightier Than the Keyboard: Advantages of Longhand Over Laptop Note Taking. In: Psychological Science 2014, Vol. 25(6) 1159–1168; http://pss.sagepub.com/content/early/2014/04/22/0956797614524581

Verträge auf dem Smartphone oder Tablet unterschreiben +++ Signing contracts on your smartphone or tablet

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Man kennt es ja: Gerade liegt man unter Palmen, da schneit per Mail der Vertrag für den nächsten Auftrag hinein und will sofort unterschrieben zurückgeschickt werden. Und nun? Zur Rezeption laufen, Vertrag ausdrucken lassen (supervertraulich) und unterschrieben zurückfaxen? Natürlich nicht. Denn zu meiner übergroßen Freude habe ich in meinem diesjährigen Urlaub festgestellt, dass das, was viele von uns schon lange am PC machen, nämlich Pdfs oder Bilddateien digital signieren, jetzt auch – und noch viel besser – am Tablet oder Smartphone geht. Mit dem ganz normalen kostenlosen Adobe Acrobat Reader für Android (was sagen die ipad-Nutzer?) kann man ganz einfach ein pdf am Bildschirm handschriftlich unterzeichnen, speichern und verschicken. Der Vorteil: Man benötigt noch nicht einmal eine gescannte Unterschrift auf der Festplatte oder in der Cloud, denn man malt sie einfach mit dem Zeigefinger (oder einem Stift, wer hat) auf das Touchscreen. Besser geht’s nicht.

So weit, so gut. Aber wie sieht es denn eigentlich rechtlich aus mit diesen digitalen Unterschriften? Meine Notarin erklärte mir auf diese Frage hin gestern erst einmal, dass Verträge, wenn es nicht gegenteilig im Gesetz oder durch Vereinbarung der Parteien vorgesehen ist, gar nicht zwingend der Schriftform bedürfen. Im Prinzip reiche also in unseren Verträgen über Dolmetschleistungen auch eine E-Mail, eine (fern)mündliche Vereinbarung, ein Fax oder eben auch eine gescannte Unterschrift oder eine vom Touchscreen (ein anderes Thema ist dann natürlich die Nachweisbarkeit im Falle eines Rechtsstreits). Ist die Schriftform aber laut Gesetz erforderlich oder unter den Vertragspartnern vereinbart, so reicht  weder eine gescannte Unterschrift noch das Gekrakel auf dem Tochscreen. Einer Unterschrift auf Papier gleichwertig ist eine digitale Unterschrift erst, wenn die Anforderungen an eine „qualifizierte elektronische Signatur“ mit Signaturschlüssel (vgl. Signaturgesetz SigG 2001 § 2) erfüllt sind. Das heißt, bei Verträgen mit Formfreiheit können wir uns im Prinzip den ganzen Aufwand mit den „unqualifizierten“ digitalen Unterschriften auch sparen und stattdessen einfach eine Mail schicken. Es sei denn, der Kunde besteht darauf bzw. man möchte ihm einfach den Gefallen tun.

PS: Ich bin keine Juristin, daher alle Informationen unter Vorbehalt. Interessant dazu auch eine Stellungnahme des Verbandes Organisations- und Informationssysteme e.V.

Unterschrift Tablet
signature on a tablet pc

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Typical … just as you are enjoying another cocktail on the beach, there comes an email with the contract for your next job, which please needs to be signed and returned right away. Now what? Walk to reception, have it printed out (very confidential indeed) and fax back? No way. To my utmost delight, what has been possible for quite some time on a desktop or laptop computer, i.e. signing your pdfs or image files electronically, can now be done on a tablet or smartphone just as well – and even better. The very normal, free of charge Adobe Acrobat Reader for Android (don’t know about ipad?) allows you to sign your pdfs manually, saving them and sending them on. The nice thing about it is that there isn’t even a need for a scanned signature being saved somewhere on the hard disk (or in the cloud), you simply draw the signature on your touchscreen with your finger (or using a stylus pen if you happen to have one).

So far, so good. But what about the legal status of such electronic signatures? I don’t know about other countries, but my German notary explained to me that there is no explicit need for contracts do be done in writing anyway. If not stipulated differently in the law or agreed upon by the parties, contracts like ours may as well be made orally, by phone, email, fax or using scanned signatures or those scribbled on a touchscreen (theoretically speaking, that is; what holds proof in the case of a dispute remains to be seen). If, however, a written contract is required, all this won’t do the trick anyway. In order to have an electronic equivalent to a pen and paper signature, you need to use what the German „signature law“ calls a „qualified electronic signature“, i.e. one including a signature key. So actually, when no written contract is required, there is no point in using all those „unqualified“ signatures anyway, you may as well just send an email, unless your customer insists or you just want to do them the favour anyway.

PS: As I am not a lawyer, the above information merely reflects my personal understanding of the matter.

 

Booth-friendly terminology management revisited – 2 newcomers

The nice thing about blogging is that if you miss something out, you are safe to find out within 24 hours.

Interestingly, the programs presented in my last article are obviously the „veterans“ of terminology management for conference interpreters (most of them have been around for years, since long before tablets and smartphones appeared). Two brand new booth-friendly terminology management programs have been brought to my attention (both still in beta version), and I am delighted to share this with you:

Interpreters‘ Help by Benoît Werner and Yann Plancqueel (Berlin, Paris)

A browser-based web application, i.e. it works on any device (for Mac OS users, there is an additional program called Boothmate, which works offline as well). It is organised in glossaries, with straightforward editing functions, unlimited (I take it) number of language colums and a limited number of additional columns (comment, category, definition, acronym, other). It is great for keeping your terminology up to date at all ends (cloud, PC, tablet, smartphone) and sharing it with colleagues. The search function is very swift with the hit list being narrowed down with every additional character you type. Does not ignore accents or umlauts (what’s the English plural of umlaut, btw?).

Available for any operating system (browser-based), additionally Boothmate for Mac OS X.
Cost: free public glossaries, pricing options  9.99 – 49.00 €/months (-10% if paid anually).

Glossary Assistant by Reg Martin (Switzerland)

Glossary Assistant is Android-only. It is still in its initial phase, so it is only available via shared link from the regmartin96@gmail.com.
It concentrates on comfortable viewing of glossaries on android-tablets (not so much on phones), editing the glossaries is also possible. Once converted into txt, glossaries can be copied to your tablet then added to Glossary Assistant. It relies very much on short-touch, long-touch and swiping, and once you get the hang of it, viewing and sorting it is really intuitive. The app offers „clean“ and „dirty“ searching, the latter meaning that it ignores accents and umlauts. This app is still being worked on, so don’t be shy and test it in order to help Reg meet our requirements!

Available for Android tablets.
Cost: Currently available free of charge.

Now it’s your turn! I am looking forward to reading your comments, feel free to share your experience, questions or any other booth-friendly terminology management programs I have missed out.

Mit dem Tablet in die Dolmetschkabine? – The ipad Interpreter von und mit Alex Drechsel

Dass ein Tablet leichter, kleiner und handlicher ist und zudem eine längere Akkulaufzeit hat, sehe ich ein. Ich persönlich trage jedoch lieber 400 g mehr mit mir herum und habe einen richtigen Rechner (= mein komplettes Büro nebst Datenbestand) dabei, der mir überall ein vollwertiges Office-Paket, eine „große“ Tastatur und die Möglichkeit bietet, so viele Programm gleichzeitig zu öffnen, wie ich möchte. Als ich einmal über mehrere Wochen mit dem Tablet in der Kabine saß, fand ich es dennoch gut, weil es einfach nett ist, nur so ein kleines Brett aus der Tasche zu ziehen und fertig. Und ich war auch dankbar, dass ich trotz havarierten Notebooks einigermaßen einsatzbereit war. Dank großem USB-Stick hatte ich auch trotzdem alle meine Daten dabei und musste mir über nichts Gedanken machen.

Interessant finde ich, dass ich auf dem Privatmarkt kaum jemanden mit Tablet in der Simultankabine sitze sehe, in Brüssel aber offensichtlich Tablets immer beliebter werden und fast häufiger anzutreffen sind als Notebooks.

Dazu passt, dass unser Kollege Alexander Drechsel aus Brüssel (SCIC) so nett war, in einem kurzen Video die Vorzüge des Tablets in der Dolmetschkabine zu zeigen, veröffentlicht u. a. im Dolmetscher-Blog „A Word In Your Ear“: http://lourdesderioja.com/2013/11/10/ipad-interpreter/.

the ipad interpreter

Besonders gut fand ich die App „Documents“, die einem das Hantieren mit vielen unterschiedlichen Dokumenten zu erleichtern scheint. Und auch sonst hat Alex ein paar interessante Gedanken parat.

Danke dafür an Alex – und allen anderen viel Spaß beim Zuschauen!

Touchscreen als Notizblock

Vielleicht hat der eine oder andere von Euch irgendeine Form von berührungsempfindlichem Bildschirm vom Christkind bekommen?

Ich bin ein großer Fan von Touchscreens in der Kabine, weil ich einem Kleinkind gleich mit den Fingern (Digitus!) einfach nur auf das zeigen muss, was ich sehen möchte, so dass ich selbst während des Simultandolmetschens phänomenal intuitiv meine Dokumente finde und lesen bzw. durchscrollen oder durchwischen kann. Jedoch bin ich ziemlich eigen, was den an dem Bildschirm hängenden Rechner betrifft, denn da bin ich nicht bereit, für 500 g Gewichtseinsparung eine amputierte Arbeitsumgebung in Kauf zu nehmen (aber dazu mehr in einem der nächsten Blog-Beiträge), so dass ich lieber ein vollwertiges Laptop mit Touchscreen benutze. Aber das nur am Rande.

Mein Thema heute ist eigentlich die Frage, inwiefern sich ein Touchscreen – sei es am Handy, Tablet oder Laptop – zum Notieren beim Konsekutivdolmetschen eignet. Meine Erfahrung mit einem Acer Iconia Tablet (Baujahr 2011) mit kapazitivem Touchscreen war bislang mäßig, da die dafür geeigneten dicken Gummiballstifte (ebenso wie meine Finger) sehr unpräzise waren und die Reaktionszeit langsam. Induktive Touchscreens hingegen funktionieren mit Eingabestift, sind präziser und lassen sich auch durch eine beim Schreiben aufgelegte Hand nicht stören. Erkennen aber eben keinen Fingerzeig.

Nun hat sich in den letzten beiden Jahren viel getan und mittlerweile gibt es so genannte Hybridsysteme, die sowohl Fingerdruck erkennen als auch Stifte mit dünnen Plastikspitzen (und diesen Priorität über dem aufgelegten Handballen einräumen). HP lässt mich für mein EliteBook Revolve seit Frühjahr 2013 auf den angekündigten Eingabestift warten, aber gestern hatte ich das Surface-Gerät von Microsoft in der Hand und dachte zum ersten Mal: Das könnte auch was zum Notieren sein. Das Hybrid-Touchscreen hat auf den Eingabestift superpräzise reagiert (und natürlich auch auf Fingerdruck), und sobald sich der Eingabestift dem Bildschirm auch nur näherte, wurde schon vor der Berührung auf dem Bildschirm ein Fadenkreuz sichtbar. Das kann man hilfreich oder störend finden, zunächst einmal fand ich es interessant und zukunftsweisend.

Das sind soweit meine nicht gerade umfangreichen Erfahrungen mit dem handschriftlichen Notieren am Computer. Was auch damit zusammenhängt, dass ich, wenn ich die Chance habe, einen Rechner mit Tisch zu nutzen, ungleich ausführlicher per Tastatur notiere als mit Block und Stift (aber auch dazu an anderer Stelle mehr). Umso mehr interessiert mich natürlich, ob bzw. welche Erfahrungen Ihr mit dem Einsatz von Touchscreens als Notizblock beim Konsekutivdolmetschen habt!

Es grüßt Euch herzlich

Anja