Digital dementia and conference interpreters – article published in Multilingual July/August 2015

DigitalDementiaMultilingual Preview

To read this article on effects of digitalisation on conference interpreters‘ memory and learning habits, please follow the link to multilingual.com (English only).

 

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About the author
Anja Rütten is a freelance conference interpreter for German (A), Spanish (B), English (C) and French (C) based in Düsseldorf, Germany. She has specialised in knowledge management since the mid-1990s.

 

 

Improved Reading für Dolmetscher – neue Termine für August und September in Frankfurt, Karlsruhe, Berlin, Hamburg

Improved Reading bietet neue Crashkurs-Termine speziell für Dolmetscher.

Preis: 169,- € zzgl. MwSt. (beinhaltet alle Kursunterlagen, die Nachbetreuung, Softgetränke und Kaffee während des Trainings)

Max. 15 Teilnehmer, Anmeldung möglichst bis 4 Wochen vorher

Frankfurt – Sa, 30.08.14 09:30 – 17:30

Karlsruhe – Mo, 01.09.14 09:30 – 17:30

Berlin – Fr, 19.09.14 09:30 – 17:30

Hamburg – Sa, 27.09.14 09:30 – 17:30

Buchung und Infos des Anbieters unter http://www.improved-reading.de/dolmetscher/

Weitere Infos in meinem Blogartikel und Selbstversuch zum Thema.

 

Improved Reading – Sitzungsvorbereitung im Selbstversuch

Nun also meine erste Konferenzvorbereitung als Improved-Readerin. Meine Theorie: Ich lese die Texte auf Inhalt so schnell, dass ich nachher noch Zeit habe für eine weitere Runde reinen Terminologie-Scannings (was ein bisschen dem Augentraining aus dem IR-Kurs gleicht).

Was habe ich vor mir? Thema: Berufskrankheiten. Als erstes fällt mir auf: Die Texte sind auf Englisch, dolmetschen soll ich von Deutsch nach Spanisch. Naja, mal sehen, ob das meine effektive Leserate bremst. In der ersten Runde soll ja die Sprache erst einmal egal sein. Also ran!

Schritt 1: Und da geht es schon los. Man soll zunächst immer innerlich eine Frage bzw. Erwartung an den Text formulieren. Um sich mental einzustimmen. Was ist für uns als Dolmetscher die Erwartung an den Text? „Ich muss wissen, was drin steht“, fällt mir da spontan ein. Nicht so zielführend. Und vielleicht ein bisschen undifferenziert. Zweiter Versuch: „Was führt der Redner im Schilde? Worauf will er hinaus?“ Hm. Aber was interessiert denn die Zuhörer? Wer sind denn noch mal genau die Zuhörer? Für die wird das alles ja schließlich veranstaltet. Also noch einmal genau nachlesen …  Alles klar. Versicherungen, Regierungen, Arbeitnehmer, Arbeitgeber. Also alle, die ein Interesse an der Vermeidung von Berufskrankheiten haben. Eigentlich logisch. Also lautet meine Fragestellung an den Text: „Wo sind die Risiken, was kann man dagegen tun?“ Unter diesem Motto versetze ich mich also in geistige Alarmbereitschaft.

Schritt 2: Lesen. 6918 Wörter reiner Text. 2817 Wörter in Form von Powerpoint.

Wenn ich 500 Wörter pro Minute schaffe, müsste ich mit allen Word-Dokumenten in 15 Minuten durch sein (1 Minute extra gerechnet für das Öffnen und Schließen der Dateien). Die ppts müssten in 6 Minuten zu schaffen sein. Da man so hochkonzentriert nicht länger als 15 Minuten arbeiten kann, plane ich nach den Word-Texten fünf Minuten Pause und lese dann die Präsis. Dann müsste ich in einer halben Stunde fertig sein.

Outlook aus, Telefon aus, Radio aus, Kaffeetasse weg, Bildschirm richtig positionieren und los! Gaaaaanz entspannt rhythmisch „chunken“, schön peripher sehen und nicht zurückspringen im Text!

Eine halbe Stunde später: Geschafft! 20 Minuten für die Fließtexte in Word, 4 Minuten für die Präsentationen. Und ich fühle mich dabei total informiert. Sehr gut!

 

Schritt 3: Terminologie. Da ich mich jetzt um den Inhalt nicht mehr so sehr scheren muss, geht das abscannen nach schwieriger Terminologie flott von der Hand. Die Zeit habe ich leider nicht erfasst, aber Terminologiesuche als Augenübung wäre ohnehin noch einmal ein separates Thema.

 

Und dann? – Dann kam, was kommen musste, gerade als ich noch dachte, wie gut vorbereitet ich mich fühlte: Am Vorabend der Konferenz wurden noch unzählige Präsentationen und Skripte geschickt. Also habe ich ruckzuck die ganze schöne Arbeitstechnik wieder über den Haufen geworfen und nur hektisch die Texte nach Undolmetschbarem abgesucht. Denn wenn man auch seine Lesegeschwindigkeit ganz offensichtlich verdoppeln kann, so kann man damit trotzdem nicht den Nachtschlaf ersetzen oder die Zeit anhalten.

 

Mein Fazit:

–           Das hochkonzentrierte, inhaltsfokussierte Improved Reading ging deutlich schneller und hat mir viel gebracht.

–          Das Lesen mit einer Fragestellung im Hinterkopf hat mir geholfen, einen persönlichen Bezug zum Thema herzustellen und mir Inhalte zu merken.

–          Das Trennen von inhaltlichem Lesen und Terminologiearbeit war deutlich effizienter und gleichzeitig müheloser.

–          In den Präsentationen, die ich vorher so konzentriert gelesen hatte, habe ich (gefühlt) souveräner gedolmetscht als in denen, die in allerletzter Minute eingereicht wurden und ich nur auf mögliche Stolpersteine abscannen konnte.

 

Meine Fragen:

Hat jemand von Euch Erfahrung mit (anderen) Lesetechniken? Findet oder fändet Ihr das sinnvoll oder ist Euch das alles viel zu viel Hektik in ohnehin hektischen Zeiten? Schließlich ist ja bald Weihnachten, wer will da schon effizient sein …

Improved Reading – effizienter Texte verschlingen?

Lesen, lesen, lesen … seit über dreißig Jahren fresse ich einen Text nach dem anderen in mich hinein. Aber rein methodisch waren Lesetechniken bis vor kurzem ein weißer Fleck auf meiner mentalen Landkarte. Kann das sein? Nein! Ein Artikel im MDÜ über „Improved Learning“ hat dann meine letzten Zweifel beseitigt: Das wird meine Fortbildung des Jahres! Und so war ich vor einigen Wochen in Köln beim Improved Reading dabei (typischerweise nur am ersten von zwei Tagen, weil ich am zweiten Tag arbeiten musste). Und was soll ich sagen: Ich bin restlos begeistert! An einem Tag konnte ich meine effektive Lesegeschwindigkeit (das heißt Verstehen inklusive!) auf über 500 Wörter pro Minute VERDOPPELN! Sinneinheiten erfassen, peripheres Sehen, nicht zurückspringen usw. usw. Allein das relativ mechanische Augentraining und das Hantieren mit der Lesebeschleunigungsmaschine hat Laune gemacht, ganz zu schweigen von der inhaltlichen Komponente. Nun bleibt abzuwarten, wie sich das in der Dolmetschvorbereitung bewährt – wo wir ja nicht nur den Inhalt erfassen sollen, sondern nebenbei auch noch unbekannte Terminologie – eigentlich, so sollte man meinen, Gift für schnelles und effizientes Lesen.

Ein Bericht über den ersten Selbstversuch folgt selbstredend in Kürze!