Why not listen to football commentary in several languages? | Fußballspiele mehrsprachig verfolgen

+++ for English, see below +++ para español, aún más abajo +++

Ich weiß nicht, wie es Euch ergeht, aber wenn ich im Fernsehen ein Fußballspiel verfolge, frage ich mich mitunter, was jetzt wohl der Kommentator der anderen Mannschaft bzw. Nationalität dazu gerade sagt. Die Idee, (alternative) Fußballkommentare über das Internet zu streamen, hat sich zumindest im deutschsprachigen Raum bislang noch nicht so recht durchgesetzt, www.marcel-ist-reif.de hat den Dienst zumindest wieder eingestellt. In Spanien ist man da mit Tiempo de Juego besser dran, und dann gibt es noch talksport.com, was ich noch nicht ausprobiert habe. Aber eine andere durchaus praktikable Alternative, um simultan neben der eigentlichen TV-Übertragung andere Kommentare aus nahezu aller Herren Länder zu hören, bietet ja das Smartphone (wer auch sonst) mit einer entsprechenden Radio-App (mein Favorit für Android ist Radio.fm). So habe ich dann kürzlich beim EM-Gruppenspiel Schweden gegen Belgien einfach über den Kopfhörer parallel zur deutschen TV-Übertragung im belgischen Radio mitgehört – und das war durchaus amüsant! Zeitweise war ich mir nicht sicher, ob der deutsche und der belgische Kommentator das gleiche Spiel sahen, aber die Hintergrundgeräusche aus dem Stadion (im Radio immer minimal verzögert) waren beruhigenderweise identisch. Also eine echte Empfehlung nicht nur für die, die sich nicht entscheiden können, zu welcher Mannschaft sie halten sollen. Und nun hoffe ich natürlich umso mehr auf ein Viertelfinale Deutschland – Spanien!

+++ English version +++

I don’t know about you, but when I watch football on TV, I often wonder what the other team’s/country’s commentator might be saying right now. If you want to listen to Spanish commentary in parallel, you are lucky, as there is Tiempo de Juego streaming football commentary via browser, Android and iOS app. There is http://talksport.com in English, which I have not tried yet. In Germany, however, the idea of streaming (alternative) football commentary over the internet has not quite made it so far (www.marcel-ist-reif.de have given up apparently), but another way of listening in to other commentaries of almost any country in the world is (guess what!) the good old smartphone, with those many radio streaming apps available. My favourite one for Android is Radio.fm, and I have just lately tuned into the Belgian radio while watching the European Championship match Sweden vs. Belgium on German TV. It was both fun and interesting, really. Sometimes I was not sure whether they were talking about the same match, but the background noise from the stadium (slightly delayed over the radio) told me they were indeed. So it is really worth a try, especially for those who cannot decide which team to support. And I’m now hoping all the more for a quarter final between Germany and Spain!

+++ versión española +++

No sé ustedes, pero yo, cuando veo un partido de fútbol en la tele, a veces me pregunto qué estará diciendo el comentarista del otro bando en ese momento. Esta idea de facilitar comentarios audio por medio de internet, casi no se usa en Alemania (en www.marcel-ist-reif.de ya dejaron de ofrecerlo). En España, ya van bastante mejor, con Tiempo de Juego se pueden escuchar los comentarios a través del navegador o usando una app (Android y iOS). En inglés existe talksport.com, todavía me falta probarlo. Pero también existe otra posibilidad muy práctica para escuchar comentarios de fútbol de casi todas partes del mundo y es (adivinen qué) el smartphone que con sus tantas apps transmite por internet un sinfín de radioemisoras del mundo entero (mi app favorita es Radio.fm). De este modo, hace poco, viendo el partido de la Eurocopa entre Suecia y Bélgica en la televisión, por medio de mi celular y los auriculares escuché en paralelo a los comentaristas de una radioemisora belga y me resultó súper divertido. A veces me surgían dudas de si realmente los comentaristas belgas y alemanes estaban viendo el mismo partido, pero el ruido del estadio era idéntico (con un pequeño desfase en la transmisión por radio), así que… todo bien. Realmente lo recomiendo, no sólo para aquellos que no saben a qué selección apoyar. ¡Y por ahora espero aún más los cuartos de final entre España y Alemania!

Audio-Vorbereitung 3: Hurra, mein Glossar spricht! Aus mehrsprachigen Tabellen mp3s zaubern

So hocherfreut ich war festzustellen, dass der Computer problemlos geschriebenen Text vorliest und das Vorgelesene auch ohne viel Murren als mp3 herausrückt, so sehr hat es mich dann gefuchst, dass das mit mehrsprachigen Glossaren nicht so mir nichts, dir nichts funktionieren wollte. Ich habe also einige Spracherzeugungssoftware-Hersteller mit der Frage genervt und ein bisschen rumprobiert, und siehe da, letztendlich habe ich doch einen einigermaßen bequemen und bezahlbaren Weg gefunden:

Für 20 EUR habe ich mir TextAloud gegönnt (bereits vorgestellt hier http://wp.me/p3KGB8-2n) und bin damit bestens gewappnet. Man muss dem Programm nur mit ein paar Tags auf die Sprünge helfen, damit es weiß, an welcher Stelle es welche Sprache sprechen muss, aber dann funktioniert es wunderbar.

Folgende Tabelle habe ich TextAloud zum Vorlesen gegeben, in der ich vor jede Spalte eine zusätzliche Spalte eingefügt habe, in der steht, welche Stimme sprechen soll:

ExcelGlossar mit Tags

Wie diese Tags aussehen, findet man heraus, indem man es einmal in TextAloud direkt ausprobiert:

TextAloud

Die fertig präparierte Excel-Tabelle befördert man dann per Copy&Paste in TextAloud:

TextAloud Glossar

Dann klickt man auf „Speak“ oder „To File“ – und fertig!

Hier das Ergebnis zum Anhören:

Nicht schlecht für einen Computer, finde ich. „Te-ha-ymian“ ist ein bisschen lustig, aber auf jeden Fall erfüllt das Ganze seinen Zweck, sich im Auto, beim Sektfrühstück oder beim Kugelschreiberzusammenschrauben die 200 wichtigsten Termini für die morgige Konferenz noch einmal anzuhören.

Und zum Schluss die gute Nachricht: Wenn man sich die Mühe einmal gemacht hat, speichert man sich einfach eine leere Vorlage in Excel (so wie diese hier: Glossar für TextAloud LEER, geht wahrscheinlich auch in Word) und muss beim nächsten Mal nur noch seine Glossarspalten hineinkopieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Audio-Vorbereitung 2: Die kostenlosen Microsoft-Computerstimmen und was man damit machen kann

Sich Textdokumente durch eine Computerstimme vorlesen zu lassen, ist einfacher, als mancher vielleicht denkt. Es geht im Prinzip sogar mit den Bordmitteln von Windows 7 oder 8. In diesem Beitrag beschreibe ich im Einzelnen,

  • was man tun muss, damit man sich dann ziemlich komfortabel in MS-Word einen Text vorlesen lassen kann und
  • wie man daraus mp3-Dateien erzeugt bzw. mit welchen kostenlosen und kostengünstigen Programmen das noch besser/einfacher geht.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur für Windows 8 und Office 2013 sprechen. Mir wurde jedoch gesagt, dass es in Mac OS ungleich einfacher ist, sich Texte vorlesen zu lassen und diese als mp3 zu speichern (Alex, vielleicht möchtest Du das in einem Kommentar vertiefen?).

In Windows 8 ist eine so genannte „Sprachausgabe“ enthalten. Sie klingt auf Deutsch mit der Stimme von Hedda so:

In britschem Englisch mit Hazels Stimme so:

Um diese zu nutzen, muss man vorher nur ein paar Dinge tun:

– Die „Microsoft Speech Platform – Runtime (Version 11)“ herunterladen und installieren:
http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=27225

Die gewünschten Sprachen herunterladen und installieren:
http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=27224
Hier einfach auf den „Englisch“-Button klicken, danach bekommt man eine Auswahl der verfügbaren Sprachen. „TTS“ steht für Text to Speech (Sprachausgabe), „SC“ steht hier für Speech Recognition (Spracherkennung).

(Wer Windows 7 und Office 2010 hat, findet hier die entsprechenden Anweisungen von Microsoft: http://office.microsoft.com/en-us/word-help/using-the-speak-feature-with-multilingual-tts-HA101825279.aspx)

Damit hat man alles an Bord und muss dann nur noch die Sprachausgabefunktion in Word aktivieren:

  • Datei/Optionen/Symbolleiste für den Schnellzugriff
  • Befehle auswählen: Befehle nicht im Menüband
  • In MS-Word den Befehl „Sprechen“ auswählen und auf “Hinzufügen” klicken (in MS-Excel alle Befehle mit “Eingabezellen”).
  • Mit OK bestätigen

Und schon steht die Vorlese-Schaltfläche zur Verfügung:

Leider kann man sich hiermit die Texte nur „live“ vorlesen lassen, aber keine Audio-Datei erzeugen (wie man es am Mac kann).

Dazu reicht es aber, sich die kostenlose Aufnahmesoftware Audacity zu installieren (http://audacity.sourceforge.net/download/), und schon kann es losgehen: In Audacity als Audioquelle „Stereo Mix“ auswählen (damit nicht über das Raummikrofon aufgenommen wird), auf „Aufnahme“ – roter runder Punkt – klicken und dann in Word die Sprachausgabe starten.

Alles in allem also eine gut zu nutzende Funktion, wenn einmal alles eingerichtet ist.

Der Nachteil: Man muss sich zur mp3-Erzeugung wirklich immer den kompletten Text vorlesen lassen, was schnell lästig werden kann. Außerdem stoppt die Vorlesefunktion immer automatisch nach ca. 5 Minuten, d.h. man kann das System auch nicht einfach eine Stunde durchlaufen lassen und sich in der Zeit die Nägel lackieren gehen. Dieses Problem lässt sich aber ziemlich einfach lösen, etwa mit dem kostenlosen

MiniReader der zu Amazon gehörenden Firma IVONA: http://www.ivona.com/en/mini-reader/

Die Leiste legt sich über jedes Fenster und man muss nur den gewünschten Text markieren und auf Play klicken, schon liest es los. Der Ivona MiniReader bietet automatisch sowohl die installierten Microsoft-Stimmen an als auch zur Probe Ivona-eigene Stimmen.IvonaMiniReaderFREE

Die Ivona-Teststimmen kann man bei der Installation auswählen; es gibt mindestens Deutsch, Englisch (US/UK), Französisch, Spanisch (auch lateinamerikanisch), Portugiesisch (auch brasilianisch), Rumänisch, Italienisch, Niederländisch, Türkisch, Polnisch, Russisch, Schwedisch. Einzeln kosten die Stimmen ab 29 EUR, es gibt aber auch günstigere Pakete. http://www.ivona.com/en/voices/#offer

Ivonas Marlene liest den Kommissionsbeschluss folgendermaßen: Sie liest hier mal schneller und mal langsamer, weil ich während der Aufnahme mit dem Geschwindigkeitsregler gespielt habe. Am Anfang war sie mir ein bisschen zu flott und klang deshalb schnippisch. Die „Doppelebes-teuerung“ kann ich ihr verzeihen. Insgesamt auf jeden Fall brauchbar!

Der große Vorteil des kostenlosen MiniReaders ist jedenfalls, dass er sechs Seiten (mehr habe ich nicht getestet) ohne Abbruch durchliest. Man kann damit allerdings auch keine Audiodatei erzeugen, dazu benötigt man dann wieder bspw. Audacity.

Alternativ bietet dies der kostenpflichtige Ivona Reader: http://www.ivona.com/en/reader/ Einsprachig gibt es diesen ab 49 EUR, mehrsprachige Pakete ab 129 EUR. Damit kann man dann Audio-Dateien generieren und theoretisch auch taggen, um einzelnen Textstellen unterschiedliche Sprachen bzw. Stimmen zuzuweisen.

Eine Alternative zum MiniReader + Audacity oder dem kostenpflichtigen Ivona Reader ist mein persönlicher Favorit  TextAloudhttp://www.nextup.com/TextAloud/ für 29,95 USD (19,99 EUR exkl. MWSt). Damit bekommt man eigentlich alles, was man braucht: Viele Sprachen, mp3-Generierung und Tagging für Glossare (dazu mehr im nächsten Blog-Beitrag). TextAloud

Stimmen kann man einzeln für einen Preis von 26,70 bis 34,20 EUR dazukaufen. Das Programm nutzt aber auch die installierten Stimmen von Microsoft und Ivona.

All dies habe ich getestet und es hat wunderbar funktioniert – TextAloud ist jetzt mein Standard-Instrument für das ziemlich problemlose Erstellen von Audio-Dateien auch aus mehrsprachigen Glossaren. Aber dazu mehr demnächst!

 

 

Audio-Vorbereitung 1 oder: Liest mir mal bitte jemand meine Vorbereitungstexte vor?

Als Dolmetscher sind wir ja alle auch ein bisschen in den Charme der gesprochenen Sprache verliebt. Meine Frage, wie ich auch in der Dolmetschvorbereitung mehr mit gesprochenen statt geschriebenen Wörtern zu tun haben könnte, hat deshalb zwar auch zum Ziel, beispielsweise die Autofahrt zum Anhören von Texten oder auch von mehrsprachiger Terminologie zu nutzen (mobile learning oder m-learning). Aber ganz abgesehen davon höre ich auch gerne aus Freude am Vorgelesenbekommen. Und nicht zuletzt halte ich es auch für plausibel, dass es uns Dolmetschern beim Abrufen von Terminologie als Klangbilder hilft, wenn wir diese auch in Form von Klangbildern und nicht als Schriftbilder gelernt haben.

Mit all diesen Beweggründen im Rücken habe ich mich nun also vor Wochen aufgemacht, die perfekte Lösung für das Erstellen von Audio-Dateien aus geschriebenen Texten zu finden – Stichwort Sprachausgabe, Sprachsynthese oder auch Text-to-Speech (TTS). Hier gibt es im Wesentlichen zwei Optionen:

1. die im Betriebssystem (Windows oder Mac OS) enthaltene Spracherzeugungsfunktion,

2. spezielle Spracherzeugungssoftware.

Es hat sich herausgestellt, dass eine besondere Herausforderung darin liegt, mehrsprachige Texte zu vertonen, also den Sprachwechsel innerhalb eines Textes (Glossars) zu bewerkstelligen – aber auch das ist möglich! Die unterschiedlichen Möglichkeiten zur einsprachigen bzw.  mehrsprachigen Vertonung werde ich in den nächsten Tagen in gesonderten Beiträgen vorstellen, denn sie sind teilweise etwas erklärungsintensiv.

Es sei nur so viel gesagt: Ich habe vergangene Woche im Auto eine halben Stunde lang Hedda (der deutschen Microsoft-Stimme) dabei gelauscht, wie sie mir einen EU-Kommissionsbeschluss über aggressive Steuerplanung vorliest. Das möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

Gut, Hedda hat einen leicht französischen Akzent, und mir ist plötzlich klar geworden, was für eine schöne und sinntragende Sache doch die Prosodie ist (Die englische Hazel hat mich da schon eher überzeugt. Aber ich denke, insgesamt sind die englischen Kunststimmen besser entwickelt als die restliche Sprachenwelt). Aber alles in allem habe ich mich nachher gut vorbereitet gefühlt. Das Gute (oder Schlechte) beim Vorlesen ist nämlich, dass man auch bei langweiligen Textpassagen gezwungen ist, sich beispielsweise mit den Finessen der Benennung von Mitgliedern einer Expertengruppe auseinanderzusetzen. Was schon mal gar nicht dumm ist.